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Der Tod ist endgültig

Vorräte sind stets knapp. Deshalb müssen Spieler jede Nacht einen Charakter bestimmen und aussenden, damit er im Schutz der Dunkelheit in weiteren Gebäuden nach nützlichen Dingen sucht, während die Verbleibenden Wache halten oder schlafen. Das ist riskant, weil zum einen Plünderer das eigene, nun dezimierte Lager leichter überfallen können, und zum anderen in der Stadt überall Scharfschützen lauern.

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Auch andere Zivilisten und Soldaten hungern, benötigen Proviant und Ressourcen. Da kann es passieren, dass die eigene Spielfigur auf bewaffneten Widerstand stößt, wenn sie gerade einen scheinbar verlassenen Supermarkt inspiziert, den ein anderer für sich beansprucht. Hat man sich zuvor keine Waffe gebastelt und setzt sich zur Wehr, endet das schnell tödlich. Da 11 Bit Studios auf das Permadeath-Prinzip setzt, ist der Tod in This War of Mine endgültig. Für den Rest der Gruppe wird das Überleben dann natürlich noch schwieriger.

Konfrontationen sollten Spieler deshalb besser aus dem Weg gehen. Es sei denn, sie möchten Tauschgeschäfte durchführen. Immer wieder klopfen Personen an der Haustür, bieten Ware an, die man vielleicht gebrauchen kann. Dann tauscht man etwa Tabak gegen Lebensmittel, aus denen Bruno etwas Leckeres kochen kann. Oder Wodka gegen ein Buch, damit Katia wieder lesen darf.

Im Krieg begeht jeder Verbrechen

Wer braucht was und wo bekomme ich es her? Das sind die zentralen Fragen, um die sich alles dreht. Spielerisch ist das klug gelöst, inhaltlich durchaus komplex und dank der einfachen Steuerung angenehm zugänglich. Dass einen das Kriegsspiel auch emotional packt, liegt an seiner ethischen Komponente. "Es geht darum, Entscheidungen zu treffen, sich selbst zu hinterfragen, was man alles tun würde, um in einem Krieg zu überleben", sagt Miechowski.

Fast jeder neue Tag in This War of Mine hält ein moralisches Dilemma bereit: Stiehlt man einem alten Ehepaar die letzten Nahrungsvorräte, damit das eigene Team endlich wieder etwas auf den Teller bekommt? Nimmt man einen bettelnden Mann in die Gruppe auf oder weist ihn ab, da man sonst ein Maul mehr zu stopfen hätte? Schaut man gar tatenlos zu, wie ein betrunkener Soldat einer Frau Gewalt androht, oder hilft man ihr, riskiert dabei aber den eigenen Tod?

Schafft ein Spieler es, seine Gruppe durch gut acht bis zwölf Stunden Spielzeit zu führen, was 25 bis 40 Tagen im Spiel entspricht, ist der Krieg vorbei. Spaß hat man dabei keinen empfunden - und dennoch viel gelernt. Im Krieg gibt es kein Gut und Böse, kein Richtig und Falsch. Nur Überleben.

Schon andere Computerspiele, allen voran die Grenzbeamten-Simulation Papers, Please, haben thematisiert, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, wie sich Mitgefühl zugunsten des eigenen Vorteils in Unmenschlichkeit verwandeln kann. Doch This War of Mine ist kompromissloser, beschönigt nichts und liefert eine bittere Erkenntnis: Im Krieg begeht jeder Verbrechen. Das macht es zum traurigsten, aber womöglich auch wichtigsten Spiel des Jahres.

 This War of Mine: Das traurigste Spiel des Jahres
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Lemo 18. Nov 2014

Ich habe nach Tag 5 aufgegeben, leider wurde mein Läufer getötet, daher hielt ich den...

nekooni 17. Nov 2014

Etwas, das falsch ist, nicht zu kritisieren, nur weil man nicht selbst betroffen ist...

DolphRoger 17. Nov 2014

Das sehe ich auch so. TWOM fesselt und macht richtig bedrückt. Man kann sich nicht...

Das Original 16. Nov 2014

nö, nicht ethische grundsätze des autors, aber die tatsache, dass grundsätze sich...

architeuthis_dux 12. Nov 2014

sehe eben, dass das in einem anderen thread schon bemerkt wurde...


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