Thinkpad X200: Bastler bringt Windows 3.1 auf dem Bios-Chip zum Laufen
Der polnische Hacker Redspl hat Microsofts Betriebssystem Windows 3.1 aus dem Jahr 1992 auf dem EEPROM-Chip seines Thinkpad-X200-Notebooks installiert. Der offensichtlich leidenschaftliche Bastler beschreibt den Prozess in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster). Dieser umfasst die Nutzung eines Raspberry Pi als SPI-Flasher und involviert den freien Speicher auf dem Flash-Chip, der das Notebook-Bios beinhaltet. Zu RedPLs Überraschung belegen Coreboot und die 16-Bit-Implementation SeaBIOS nur 1 MByte der 8 MByte Speicher auf dem Chip. Die restlichen 7 MByte wollte er für das 16-Bit-Windows-Betriebssystem nutzen.
Redspl erstellt per Seabios eine virtuelle Floppy-Disk, die maximal 2,88 MByte fasst – also die Größe einer alten ED-Floppy mit doppelter Datenkapazität zur herkömmlichen 1,44-MByte-Diskette. Dieses Laufwerk kann er für sein Betriebssystem nutzen. Dabei hat er versucht, es auf mehr Speicherplatz zu erweitern, indem er die Anzahl der virtuellen Sektoren und Schreibköpfe erhöht. Das hat allerdings nicht funktioniert.
Davon ließ er sich aber nicht abhalten und hat versucht, sein nur 2,8 MByte großes Betriebssystem-Image per USB in den Flash-Speicher zu laden. Das Image enthält einige seiner damals am liebsten genutzten Programme, darunter Paintbrush, Sound Recorder, Minesweeper, Tetris, Reversi und eine funktionierende IDE für Visual Basic 3.0. Obwohl er das Betriebssystem erfolgreich booten konnte, kamen jedoch Probleme mit dem Anzeigetreiber auf.
Dateien stehen anderen Bastlern zur Verfügung
Aus diesem Grund hat er sich diverse Treiber-Images angeschaut und ist letztlich bei einem Paket fündig geworden, das eigentlich für virtuelle Maschinen in VMWare konzipiert ist. Damit konnte er das Betriebssystem in 256 Farben und für die damalige Zeit hohen 1.024 x 768 Pixeln starten. Um zumindest irgendeine Art von Audiowiedergabe zu reproduzieren, musste RedsPL auf generische Lautsprechertreiber zurückgreifen, da die Conexant-Treiber für sein Thinkpad keine alten Betriebssysteme vor Windows XP unterstützen. "Es ist schrecklich, aber es erlaubt mir wenigstens, irgendetwas zu hören", schreibt er.
Interessant ist, dass der Bastler seine Arbeit mit anderen Interessenten teilt. Das Windows-Image und all die genutzten Packprogramme und Dateien stellt er in seinem Blogeintrag zum Download bereit(öffnet im neuen Fenster). Vielleicht sehen wir dann in Zukunft mehr Thinkpads mit Windows 3.1.
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