Linux schläft schlecht

Die Thinkpads erfreuen sich eigentlich schon seit Jahrzehnten einer großen Beliebtheit unter Linux-Nutzern. Und Hersteller Lenovo bietet auch einige seiner Modelle in einigen Regionen vorinstalliert mit freiem Betriebssystem an. Das X1 Carbon Gen6 ist über den Lenovo-Shop in Deutschland jedoch nur mit Windows verfügbar. Da sich die verbaute Hardware, und hier vor allem der Intel-Chip, aber nicht grundlegend von vergleichbaren aktuellen Geräten unterscheidet - wie etwa dem XPS 13 (9370) -, haben wir keine Probleme mit dem Gerät erwartet.

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Doch ein Blick in die Zertifizierungsliste der Linux-Distribution Ubuntu zeigt, dass das Gerät bei vorinstalliertem Linux offenbar Probleme mit dem Suspend/Resume-Zyklus bekommen kann. Bei vorinstalliertem Kernel würden zwar die Kriterien von Ubuntu nicht ganz eingehalten, die Technik funktioniere aber, heißt es bei Ubuntu. Das kann zwar für das ein oder andere Problemchen sorgen, sollte uns aber nicht schwerwiegend von der Arbeit abhalten. Zur Nutzung zu empfehlen ist der Linux-Kernel 4.15, der etwa in dem aktuellen Ubuntu 18.04 alias Bionic Beaver genutzt wird und Verbesserungen aus Version 4.16 als Backport enthält. Wir haben das X1 Carbon mit dem Mainline-Kernel 4.16 getestet.

Doch gleich beim ersten Boot bekommen wird ein einigermaßen schwerwiegendes Problem, allerdings nicht mit dem Schlafmodus: Wir können weder Touchpad noch Trackpoint verwenden. Die Lösung dafür ist schnell gefunden. So beschreibt etwa das Wiki von Arch Linux eine Kerneloption für den Maustreiber, die einen schnellen und vor allem leicht nutzbaren Bugfix bietet. Damit können wir den Laptop dann auch wie gewünscht nutzen.

Probleme bei Schlafmodus

In dem Wiki des Arch-Linux-Projekts findet sich aber auch der Hinweis auf die Probleme mit dem Schlafmodus, die offenbar wesentlich schwerwiegender sind, als das die Ubuntu-Zertifizierung erwarten lässt. Die angebotene Problemlösung hat allerdings den Nachteil, dass das Schlafenlegen und Aufwachen durch Zu- und Aufklappen des Laptops deaktiviert wird. Im Lenovo-Forum finden sich viele ähnliche Problemberichte von Nutzern unterschiedlicher Distributionen und Kernel-Versionen, die diese Lösung testen und bewerten.

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Praktikabel ist der Verzicht auf das Zu- und Aufklappen aber in keinem Fall. Wenig empfehlenswert ist auch die Möglichkeit, die ACPI-Tabellen selbst so zu patchen, dass der gewöhnliche S3-Schlafmodus genutzt werden kann statt des Modus S0i3. Theoretisch unterstützt der Linux-Kernel zwar auch diesen Modus, der von Microsoft als Modern Standby in Windows genutzt wird, doch die Kernel-Hacker müssen hier wohl noch gerätespezifisch nachbessern.

Schöne Farben auch unter Linux

Abseits von diesen für uns sehr groben Schnitzern können wir das X1 Carbon Gen6 aber wie erwartet auf Grund der Hardware-Ausstattung einfach im Arbeitsalltag nutzen. Das WLAN läuft ohne Probleme, ebenso der Sound und die Sondertasten. Auch Thunderbolt-3 und unsere USB-C-Peripherie funktionieren.

Zudem wird für Videos die Hardwarebeschleunigung von HEVC mit 10-Bit-Farbtiefe von Intels Grafiktreiber unterstützt, auch ein UHD-Video von Youtube im VP9-Codec können wir über die Hardwarebeschleunigung ansehen. Interessant ist hierbei vor allem, dass das HDR-Display auch unter Linux satten Farben und sehr gute Kontraste liefert, obwohl das System prinzipiell noch keine HDR-Anzeige auf Seiten der Software unterstützt. Vor allem im direkten Vergleich, etwa mit angeschlossenen externen Displays, fallen die Unterschiede bei Farben und Kontrast massiv auf und erinnern dabei an den direkten Vergleich des HDR- und SDR-Panels unter Windows.

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