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Thinkbook Plus Gen6 Rollable im Test: Auf die Länge kommt es an, oder?

Auf Knopfdruck fährt das Display des Lenovo -Rollable aus. Wir haben dann mehr Platz zum Arbeiten – aber weniger Geld auf dem Konto.
/ Oliver Nickel
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Das Thinkbook Gen6 Rollable sieht auf den ersten Blick erst einmal komisch aus. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Das Thinkbook Gen6 Rollable sieht auf den ersten Blick erst einmal komisch aus. Bild: Oliver Nickel/Golem.de
Inhalt
  1. Thinkbook Plus Gen6 Rollable im Test: Auf die Länge kommt es an, oder?
  2. Wer soll das Rollable kaufen?
  3. Lenovo Thinkbook Plus Gen6 Rollable – Verfügbarkeit und Fazit

Als Hersteller von OLED-Panels erste Konzepte mit flexiblen Displays zeigten, fragten wir uns: Welche Konzepte werden es wohl in praktische und reale Produkte schaffen? Neben dem Foldable-Formfaktor und einigen biegbaren Monitoren kam einige Zeit lang nicht viel. Und dann stellte Lenovo auf der CES 2025 einen Laptop (Hands-on) vor, dessen Display nach oben ausfährt und so ein Display im Hochkantformat preisgibt: das Thinkbook Plus Gen6 Rollable.

Als wir es zum ersten Mal ausprobierten, sahen wir den praktischen Nutzen eher skeptisch. Nun konnten wir Lenovos skurrilen Laptop gründlicher testen. Tatsächlich finden wir Gefallen daran, ein für Multitasking gut geeignetes Display im kompakten und tragbaren Format zu nutzen. Vor allem aber beeindruckt uns die Qualität des Displays, das eine beachtliche Farbabdeckung vorweist und einige nervige Eigenheiten von OLED behebt.

Thinkbook Plus Gen6 Rollable - Eckdaten
CPU Intel Core Ultra 7 258V (4P/4E, 17 Watt)
GPU integriert (Intel Arc 140V)
RAM 32 GByte DDR5 SODIMM (integriert)
SSD 1-TByte-NVMe-SSD (Samsung MZ-Series)
Anschlüsse 2x USB-C (Thunderbolt 4)
Display 14" (35,6 cm) POLED (2.000 x 1.600 Pixel, 120 Hz) oder16,7" (42,42 cm) POLED (2.000 x 2.350 Pixel, 120 Hz)
Maße 303,5 x 230,6 x 14,1 mm, 1,69 kg
Preis 3.560 Euro (Testmuster)

Auffällig ist das Thinkbook Plus Rollable allemal. Per Knopfdruck rollt sich das Panel nach oben auf. Dieses Hochkantformat wirkt befremdlich und irgendwie auch lustig. In der Praxis kommt es aber tatsächlich auf die Länge an, da wir bequem mehrere Applikationen übereinander oder quasi die doppelte Anzahl an Quelltext gleichzeitig anzeigen können.

Lenovo Thinkbook Plus Gen 6 Rollable angesehen (CES 2025)
Lenovo Thinkbook Plus Gen 6 Rollable angesehen (CES 2025) (02:00)

Der Rollmechanismus funktioniert dabei stets zuverlässig. Es dauert etwa zehn Sekunden, bis wir unseren Laptop ausgefahren haben. Auch hat Lenovo einen Sicherheitsmechanismus verbaut. Wird der Mechanismus blockiert, etwa durch ein Kabel zwischen Display und Chassis, fährt das Panel automatisch in die vorherige Position zurück. Das soll Schäden verhindern.

100 Prozent Farbabdeckung

Ein Nachteil dieser Technik: Lenovo ist gezwungen, ein nur dünn beschichtetes POLED-Panel zu verbauen. Schon kleine Fremdkörper und Kratzer können permanente Schäden hinterlassen. Wir müssen den Laptop deshalb mit größerer Vorsicht verwenden. Dafür bekommen wir aber eines der am besten kalibrierten Displays in einem mobilen Gerät geliefert.

In unseren Messungen erreicht das Panel 100 Prozent in SRGB, Adobe RGB und DCI-P3. Außerdem hat Lenovo das für Medienarbeiten nervige Auto-Dimming des OLED-Panels abgeschaltet. Es leuchtet also gleichmäßig hell – unabhängig von den angezeigten Inhalten. Generell ist auch die Ausleuchtung solide. Wir messen im Schnitt 386 cd/m². Das reicht für die meisten Innenraumbeleuchtungen aus. In Außenbereichen lässt sich das Panel aber nicht mehr so gut ablesen.

Fährt das Display in den Hochkantmodus aus, wird eine Auflösung von 2.000 x 2.350 Pixeln im vorinstallierten Windows 11 eingestellt. Das entspricht einem Seitenverhältnis von etwa 5 zu 5,9. Im eingefahrenen Zustand nutzt das Gerät eine Auflösung von 2.000 x 1.600 Pixeln bei einem Seitenverhältnis von 5 zu 4. Wir erhalten also nicht den doppelten vertikalen Raum, sondern nur etwa 47 Prozent mehr Pixel und Fläche, was für praktische Arbeit aber merklich besser ist und Platz für zwei 16:9-Fenster übereinander bietet. Die Bilddiagonale verändert sich dabei von 14 auf 16,7 Zoll.

Durch den Rollmechanismus müssen einige Kompromisse beim Chassis eingegangen werden. Im ausgefahrenen Zustand ist der Laptop etwa recht kopflastig und kann leichter umkippen. Auch sind die aus Kunststoff gebauten Displayränder im Vergleich zu einem traditionellen Clamshell-Design recht dick, wodurch das Thinkbook nicht ganz so modern wirkt.

Allerdings ist das Chassis mit einer exzellenten Tastatur und einem Trackpad mit Vibrationsfeedback ausgestattet. Tippen und Scrollen macht auf dem Thinkbook sehr viel Spaß und das Chassis einen hochwertigen Eindruck. Leider geht Lenovo den Trend der Branche weiter und verbaut nur zwei USB-C-Buchsen mit Thunderbolt 4. Das ist schade.

Rein leistungsmäßig liefert der verbaute Intel Core Ultra 7 258V gute Werte. Es bleibt aber die Frage: Wer braucht das gesamte Konzept am Ende?


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