Thimbleweed Park im Test: Mord im Pixelparadies

Nach vielen, vielen Jahren gibt es endlich ein neues Adventure von Lucas Arts - fast jedenfalls: Thimbleweed Park von Ron Gilbert (Monkey Island) sieht aus wie die Klassiker und spielt sich auch so. Das offizielle Firmenlogo fehlt, trotzdem ist der Titel nicht nur für Retrofans ein großer Spaß!

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Ray und Reyes auf einer Anhöhe bei der Stadt Thimbleweed Park
Ray und Reyes auf einer Anhöhe bei der Stadt Thimbleweed Park (Bild: Golem.de)

Ob wir in Thimbleweed Park endlich den Treibstoff für die Kettensäge finden? Seit 1987 haben wir nach einem Benzinkanister gesucht ... Um die Sache schnell zu erklären: Im 1987 veröffentlichten Klassiker Maniac Mansion gibt es eine Kettensäge, aber offenbar im ganzen Spiel kein Benzin dafür. Entweder ist es besonders gut versteckt oder es gibt tatsächlich keines. Jedenfalls haben neugierige Spieler alle nachfolgenden Games der Entwickler danach abgesucht.

Inhalt:
  1. Thimbleweed Park im Test: Mord im Pixelparadies
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Unter anderem in Zak McKracken (1988) und Monkey Island 2 (1991) existieren zwar Anspielungen auf den Kanister, aber gefunden hat ihn bislang niemand. Möglicherweise haben ihn die Entwickler rund um Chefdesigner Ron Gilbert ja nun in ihrem neuen Werk Thimbleweed Park untergebracht, womit eines der großen Mysterien der Spielegeschichte endlich einen Abschluss fände.

Aber selbst wenn die Suche weitergeht, was die wahrscheinlichere Variante sein dürfte: Wer die Adventures liebt, die Gilbert damals für Lucas Arts produziert hat, der findet in Thimbleweed Park nach vielen Jahren endlich so etwas wie eine Fortsetzung. Allein schon das Menü mit den Verben sowie das Inventar lassen wohlig-nostalgische Stimmung aufkommen. Wie damals können wir nun erneut Sätze im Stil von "Benutze Stein mit Lampe" basteln, um eine Glühbirne zu zerdeppern. Eine Hotspot-Funktion gibt es übrigens nicht, was uns kaum gestört hat.

  • Die Hotdogs im Diner sind nicht so richtig genießbar (ausprobieren!) ... (Screenshot: Golem.de)
  • Im Zirkus geht es mit derben Scherzen zur Sache. (Screenshot: Golem.de)
  • Eine der Anspielungen auf Spieleklassiker (Screenshot: Golem.de)
  • Vor Spielbeginn müssen wir uns für die Schwierigkeitsstufe entscheiden. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Supercomputer im Hintergrund helfen bei den Ermittlungen. (Screenshot: Golem.de)
  • In der Bücherei haben sich einige Unterstützer bereits verewigt. (Screenshot: Golem.de)
  • Im Supermarkt von Thimbleweed Park suchen wir eine Landkarte, um in den nächsten Abschnitt gelangen zu können. (Screenshot: Golem.de)
  • Eine Zeitlang steuern wir den Clown in diesem Zirkus. (Screenshot: Golem.de)
  • Das Grafikmenü der Version für Windows-PC (Screenshot: Golem.de)
Die Hotdogs im Diner sind nicht so richtig genießbar (ausprobieren!) ... (Screenshot: Golem.de)

Mit dem Zerstören von Gegenständen geben wir uns natürlich nicht zufrieden. Stattdessen ist es unser Job, einen Mord aufzuklären. Wer ins Gras beißt und sich dann allmählich in seine Pixel auflöst (ein Wortspiel aus dem Adventure), erfahren wir gleich in den ersten Minuten des Spiels. Wir verraten hier trotzdem keine Details über diese gelungene Überraschung.

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Für die Ermittlungen sind hauptsächlich zwei Mitarbeiter der Bundespolizei zuständig: Zum einen die erfahrene, aber unterkühlte Angela Ray, zum anderen ihr frisch ausgebildeter und übermotivierter Kollege Antonio Reyes. Das klingt nach einer interessanten Konstellation, aber just das Zusammenspiel der beiden ist die vielleicht größte Enttäuschung in Thimbleweed Park.

Es gibt nur wenig halbwegs zündendes Wortgeplänkel - an einige legendäre Vorbilder aus dem Hause Lucas Arts kommt das ungleiche Paar jedenfalls nicht heran. Deutlich besser gefallen uns die Anspielungen auf Computerspiele an sich, etwa an das Design bei Lucas Arts und beim damaligen Konkurrenten Sierra. Wer die Adventures von damals nicht kennt, verpasst in Thimbleweed Park trotzdem relativ wenig, alle wirklich relevanten Details sind auch ohne Wissen über die Klassiker verständlich.

Humor und düstere Stimmung

Die Handlung ist trotz der Gags düster-morbide, teils erinnert das Spiel an Bücher und Filme von Stephen King. Die meiste Zeit können wir frei entscheiden, ob wir Ray oder Reyes steuern. Meist laufen dann trotzdem die gleichen Dialoge mit der jeweils passenden Stimme ab, nur gelegentlich gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Im Spielverlauf bekommen wir kurzzeitig die Kontrolle über weitere Figuren, etwa über einen ständig derb fluchenden Clown.

Vor dem Abstecher ins Städtchen Thimbleweed Park können wir uns entscheiden, ob wir im "gemütlichen" oder im "schwierigen" Modus antreten wollen. Das hat spürbare Auswirkungen auf die Komplexität der Rätsel. Im einfachen Modus können wir uns etwa ein dringend benötigtes Tintenfässchen an einer Stelle einfach schnappen, im schwierigeren Modus müssen wir die Tinte aus mehreren Bestandteilen erst noch zusammenbrauen.

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Verfügbarkeit und Fazit 
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interlingueX 20. Okt 2020

Oha, nicht schlecht. Aber ist das wohl ein postumes Werk des alten Schlitzohrs? :p

CSCmdr 06. Apr 2017

Boxversion: leider nein ohne DRM: ja - Gog.com

Subotai 04. Apr 2017

Aber es gibt eben auch viele Adventures, die mit exzellenter Story und Pixelgrafik...

thecrew 03. Apr 2017

*spoiler *spoiler**spoiler *spoiler* Fazit : Gefühlt nicht so schwer wie die Dinger die...

Local Horst 02. Apr 2017

It's not a bug, it's a feature. Das klärt sich noch auf.



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