Thermal Touch: Alles wird zum Touchscreen
Das Thermal-Touch-Konzept des Münchner Unternehmens Metaio(öffnet im neuen Fenster) sieht vor, dass eine Oberfläche mit Hilfe von zwei Kameras gefilmt wird. Eine davon kann Wärme erkennen. Berührt der Nutzer eine Oberfläche mit den Fingern, erwärmt er sie an den Kontaktflächen leicht. Die zweite Kamera nimmt die Oberfläche und die Finger des Anwenders auf und übermittelt das Bild auf ein Display. Aktuell arbeitet das Gerät mit einem Tablet-PC sowie einer Infrarot- und einer RGB-Kamera.
Mit dem Konzept können fast beliebige Gegenstände zu Multitouch-Eingabegeräten gemacht werden, sofern sie durch Körperwärme erwärmbar sind. Metaio Thermal Touch befindet sich noch in der Prototypphase. Das System ist nach Angaben des Herstellers weit davon entfernt, im Alltag einsetzbar zu sein. "Es ist durchaus denkbar, dass in fünf bis zehn Jahren Infrarotkameras, kombiniert mit einer Vielfalt an fortschrittlichen Sensoren, in mobilen Geräten zu finden sein werden – inklusive tragbarer Augmented-Reality-Brillen der nächsten Generation", so Peter Meier von Metaio.

Mit Thermal Touch könnten zum Beispiel virtuelle Brettspiele realisiert werden. Auch ernsthafte Anwendungen ließen sich umsetzen. Designer wären in der Lage, ihre digitalten 3D-Entwürfe auf den realen Gegenstücken zu visualisieren und Service-Techniker könnten Informationen direkt via Fingerberührung des realen Objekts virtuell abrufen.
Eine Demonstration der Thermal-Touch-Technik ist nach Angaben des Herstellers vom 27. bis 29. Mai 2014 auf der Augmented World Expo (AWE) in Santa Clara (Kalifornien) und am 8. Juli auf der InsideAR-Konferenz in Tokio geplant.
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