Nächstes Jahr müssen Blaupausen für die Gigafactory fertig sein

Spätestens 2023 muss Theion die Technik vollständig beherrschen und in so großem Maßstab getestet haben, dass die Blaupausen zur Bestellung der Maschinen der Gigafactory fertig sind, die 2025 in Betrieb gehen soll. Denn die Lieferzeit für Spezialanfertigungen beträgt rund zwei Jahre. Das ist der Hauptgrund für die Verzögerungen bei der Entwicklung der Akkus von Quantumscape. Das Unternehmen konnte immerhin von Anfang an wenigstens einfache Prototypen vorweisen und hoffte mit zu viel Optimismus auf einen Zeitraum von fünf Jahren bis zur Produktion im Maßstab einer Gigawattstunde.

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Die möglichen Kosten für die Lithium-Schwefel-Akkus lassen sich kaum abschätzen. Theion wirbt mit dem billigen und gut verfügbaren Rohstoff Schwefel und nennt dafür einen Preis von 20 Cent pro Kilogramm. Aber teure Kohlenstoff-Nanoröhrchen, Graphen und Lithium werden verschwiegen. Beim derzeitigen Lithiumpreis ist allein dafür mit Kosten über 100 Euro pro Kilowattstunde und Problemen mit der Verfügbarkeit zu rechnen.

Dazu kommt eine viel größere Komplexität der Produktion, mit viel höheren Kosten und absehbaren Verzögerungen durch technische Probleme, selbst wenn die Akkutechnik an sich genau wie behauptet und völlig problemlos funktioniert. Theion spricht im Patent von Schwefel-Wafern, die mit Lasern geschnitten und dann im Pick-and-Place-Verfahren verarbeitet werden.

Unglaubwürdige Produktionsversprechen

Das hat nichts mit normaler Akkuproduktion zu tun. Im herkömmlichen Verfahren werden in einem vergleichsweise einfachen Prozess 100 Meter Aluminiumfolie pro Minute mit Pulver beschichtet, das von einem Bindemittel zusammengehalten wird, um die Produktionskapazität einer Gigafactory zu erreichen. Diese optimierten Verfahren sind mit viel weniger Aufwand und Kosten verbunden, als starre Schwefelwafer zu schneiden, mit Robotern abzuheben und auf den Metallfolien zu platzieren.

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Laut Patent werden die hohlen Schwefelkristalle nur vom Schwefel selbst zusammengehalten, ohne jede stützende Struktur. Sie sind also sehr fragil. Auch hier fehlt jede überprüfbare Demonstration dieser Technologie - es gibt sie nicht einmal im Labormaßstab. Aber schon im kommenden Jahr müssen alle Pläne für zuverlässige Großanlagen bereitstehen, die in drei Jahren über 1.000 Tonnen Akkus herstellen sollen.

Der Autor meint dazu

Theion verspricht, innerhalb von drei Jahren eine Akkutechnik im Maßstab einer Gigafactory zu realisieren, an der seit Jahrzehnten erfolglos gearbeitet wird. Das Unternehmen hat keinerlei Beleg für das Funktionieren der notwendigen komplexen Akkutechnik geliefert, die in mehreren Bestandteilen aus Techniken besteht, deren Funktionsweise noch nie demonstriert wurde und deren Produktionstechnik auch noch nicht existiert. Es behauptet, einen weltweit führenden Wissenschaftler und Akkuexperten als Technikchef zu haben, was er aber nicht ist.

Der Zeitrahmen, die technischen Angaben und das Fehlen jedweder Demonstration der Technologie erwecken den starken Eindruck, dass hier eine unseriöse Akkufirma mit weit übertriebenen Versprechen nach Investorengeldern sucht. Diesen Eindruck könnte das Unternehmen leicht vermeiden, indem es die angeblich längst zur kommerziellen Nutzung ausgereifte Technik unabhängigen Teststellen zur Prüfung vorlegt.

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 Schwefel ist ein problematisches Kathodenmaterial
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