In der Theorie sind die Akkus möglich

Die Lithium-Schwefel-Akkus von Theion sollen eine Anode aus Lithiummetall verwenden. Diese Anodentechnik befindet sich noch immer nicht in kommerzieller Produktion, auch wenn einige Unternehmen der Massenproduktion näherkommen. SES hat 2021 nach neun Jahren Forschungsarbeit begonnen, eine erste Gigafactory für Zellen mit Metallanode zu bauen, die 2023 fertig sein soll. Cuberg hat 2022 nach sieben Jahren Forschung erste Prototypen gezeigt. Die technischen Probleme sind enorm und selbst darauf spezialisierte Unternehmen bekommen sie noch nicht vollständig in den Griff.

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Theion hingegen behandelt die Entwicklung einer Akkukonstruktion mit einer sicheren, langlebigen Lithium-Metall-Anode, als wäre sie eine Selbstverständlichkeit. Es muss deshalb zunächst die Frage gestellt werden, warum Theion nicht längst Lithium-Akkus mit Metallanoden und herkömmlichen Kathoden herstellt. Das Interesse aller Kunden auf der Suche nach Akkus mit hoher Energiedichte wäre gesichert, zumal die Herstellung laut Firmenaussagen billig durchführbar sein soll.

Dabei bestehen sogar noch größere Herausforderungen in der Schwefelkathode und dem Elektrolyt, wo Theion einige völlig neue Ansätze präsentiert. Ob sie funktionieren, muss hinterfragt werden, denn es gibt sie bislang nur in einem Patent. Technologien können aber auch ohne jeden Beweis der Funktionsfähigkeit patentiert werden, wie etwa bei Patenten zur Anti-Gravitation. Es gibt keine Demonstrationen der Funktion der Kathode durch das Unternehmen und auch keine Hinweise auf vergleichbare Forschungsergebnisse.

Leichter Schwefel reagiert mit viel Lithium

Kathoden aus Schwefel ermöglichen theoretisch viel höhere Energiedichten als herkömmliche Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Kathoden. Schwefelatome haben nur ein Drittel des Gewichts der typischen Metallatome mit zwei Sauerstoffatomen, die mit jeweils einem Lithiumatom reagieren. Ein Schwefelatom kann dagegen gleich mit zwei Lithiumatomen reagieren. Dafür haben Schwefelkathoden nur rund die halbe Spannung, geben also weniger Energie pro Lithiumatom ab. Die mögliche Energiedichte ist dennoch deutlich höher.

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Theoretisch sind die von Theion vorgelegten Angaben zu Energiedichte, Leistung und Lebensdauer der Akkus erreichbar. Aber in der Praxis haben schon viele Unternehmen erfolglos versucht, Lithium-Schwefel-Akkus zu kommerzialisieren, inklusive der von Slavik gegründeten Firma Lithio und der Firma Graphene Batteries, wo er Senior Scientist war.

Wenn Slavik nun doch ein Durchbruch gelungen sein sollte, wären funktionierende und von unabhängiger Stelle getestete Prototypenzellen das Mindeste, was als Beleg einzufordern und auch einfach zu liefern wäre. Schließlich sollen die Akkus schon im kommenden Jahr in großen Mengen hergestellt werden.

Die praktischen Probleme sind vielfältig und Theion will sie nun alle auf einen Schlag in Rekordzeit gelöst haben.

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 Theion: Fragwürdige Wunderakkus aus BerlinSchwefel ist ein problematisches Kathodenmaterial 
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Hamsterrer 08. Sep 2022 / Themenstart

Das Richtigstellen von Falschaussagen ist für dich wahnhaft? https://i.imgur.com/hLcEkSh...

Joey5337 04. Sep 2022 / Themenstart

Giga und Tera! Da kann Kimble nicht mithalten. Bei dem war alles nur Mega.

brutos 30. Aug 2022 / Themenstart

Da fliegt er, der Kargo Lifter , hipp

Xennor 29. Aug 2022 / Themenstart

*drops mic*

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