Thecus: Heim-NAS mit Windows-Server und vorinstallierter SSD

Thecus neue NAS-Systeme der W-Serie setzen auf Windows als Betriebssystem. Die Systeme eignen sich sowohl für Heim- wie auch für Firmennutzer. Thecus hat in Berlin die neuen Systeme zusammen mit Microsoft präsentiert, das offenbar seine Rolle im NAS-Bereich stärken will. Als Betriebssystem wird Windows Storage Server 2012 R2 Essentials verwendet. Thecus hat Erfahrung mit Windows als NAS-Betriebssystem und nutzte eine höhere Version bereits für professionelle Rack-Systeme. Gleichzeitig ist Thecus eine der wenigen Firmen, die überhaupt Windows Storage Server als Heim-NAS anbieten. Auch Lacie hat sich öfter an Windows-Speicher-Systemen mit entsprechenden Produkten versucht , allerdings fürs 19-Zoll-Rack und damals noch mit dem Home Server.
Windows Storage Server soll laut Microsoft vor allem in Windows-Umgebungen Vorteile haben: So wird File History nativ unterstützt. Das geht allerdings auch mit NAS-Systemen, die nicht unter Windows arbeiten. Die Microsoft-Implementierung soll aber mehr Möglichkeiten bieten. Auch Mac OS wird für Backups unterstützt, so dass sich die Thecus-NAS auch für gemischte Umgebungen eignet. Dank Windows-Server als System gibt es viele Funktionen, die Windows-Admins kennen. Die Nutzerverwaltung arbeitet mit Active Directory. Außerdem gibt es ein integriertes Mailbox-Management, das sowohl als Cloud-Angebot als auch als rein netzwerkinternes System bereitgestellt werden kann.
Kein App-Store, aber dafür Windows-Anwendungen
Zudem unterstützt der Storage Server Storage Spaces(öffnet im neuen Fenster) , Resilient File System (ReFS) und andere typische Microsoft-Angebote. Erwähnt wurde etwa eine Integration von Remote-Ordnern, Office 365 und Sharepoint. Brandsicherungen kann das System über eine Azure-Backup-Integration durchführen. Die Backups werden auf dem NAS-System verschlüsselt und erst dann zu den Azure-Diensten hochgeladen. Normale Backups können zudem per Daten-Deduplizierung verringert werden. Da das System mit einem Windows-Server arbeitet, lässt sich die W-Serie auch mit Windows-Programmen bestücken. Einen NAS-App-Store soll es nicht geben.
Für die Administration gibt es eine Integration mit Windows Phone über eine Microsoft-App. Aber auch eine Administration per Webinterface ist möglich. Maximal 50 Nutzer lassen sich mit der Essentials-Variante sicher verwalten. Mehr als mit dem regulären Essentials Server .
NAS-System mit planbarem Patch-Tag für Sicherheitsupdates
Insgesamt bietet Thecus drei Systeme an: W2000, W4000 und W5000. Die erste Ziffer steht für die Anzahl der zusätzlich einsetzbaren 3,5- oder 2,5-Zoll-Festplatten. Diese werden nicht mit dem Betriebssystem belegt. Stattdessen hat jedes NAS bereits einen Datenträger integriert. Bei den beiden kleinen Modellen ist es eine 64-GByte-SSD von Kingston. Die können auch für Caching verwendet werden. Im großen Modell steckt ein Hybrid-Laufwerk von Seagate: die SSHD hat eine Kapazität von 500 GByte. Rund 30 GByte braucht die W-Serie laut Thecus für das Betriebssystem und kommende Updates. Die kommen – wie bei Windows-Servern üblich – jeweils zum Microsoft-Patch-Tag am zweiten Dienstag eines jeden Monats. Bis Anfang 2023 will Microsoft Sicherheitsupdates garantieren. Seitens Thecus wird jedoch keine Upgrade-Möglichkeit etwa auf die nächste Server-Version basierend auf Windows 10 angeboten.
Alle NAS-Systeme haben 2 GByte Arbeitsspeicher und setzen auf einen Atom-Prozessor, entweder den D2550 (2 x 1,86 GHz) oder den schnelleren D2701 (2 x 2,13 GHz). Die gehören übrigens nicht zu Intels schon länger angebotenen Atom-Prozessoren speziell für Netzwerkgeräte . Zusätzlich gibt es einen VGA/HDMI-Ausgang sowie 2 x Gigabit Ethernet und mindestens einen USB-3.0-Anschluss.
Anfang Dezember 2014 sollen die ersten Systeme auf den Markt kommen – zunächst vorbestückt mit Festplatten und später auch als Leergehäuse mit der einzelnen SSD oder SSHD. Preise nannte Thecus noch nicht, versprach aber, dass die Windows-NAS-Systeme preislich vergleichbar mit den anderen Systemen sein werden. Windows-Server-Lizenzen sind normalerweise recht teuer.