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The Witcher 3: Riesen-Rollenspiel für Profis

E3 2013
Eine Handlung mit Tiefgang, taktische Kämpfe, eine offene Fantasywelt, imposante Grafik mit spektakulären Wettereffekten: Mit The Witcher 3 will CD Projekt Red die Messlatte für Rollenspiele deutlich höher legen. Golem.de hat sich eine aktuelle Version angesehen.
/ Peter Steinlechner
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Geralt von Riva, Hauptfigur The Witcher 3 (Bild: CD Projekt Red)
Geralt von Riva, Hauptfigur The Witcher 3 Bild: CD Projekt Red

Was ein echter Monster- und Dämonenjäger ist, rennt nicht einfach in den nächstbesten Wald und säbelt das erste Biest in Sichtweite um. Oh nein! Vielleicht würde ein Amateur so agieren. Ein Profi wie Geralt von Riva, Hauptfigur von The Witcher 3, bereitet sich auf einen größeren Kampf sorgfältig vor. Erst spricht er mit den Bewohnern des Dorfes in der Nähe der Bestie, um alles über die Bedrohungslage zu erfahren. Dann schaut er in seinem Monster-Almanach nach, um festzustellen, dass es sich um ein Leshen handeln dürfte, eine Art Baumwesen mit ausgesprochen schlechter Laune, fiesen Zaubern, großer Stärke, keiner automatischen Regeneration und vielen weiteren interessanten Details.

Witcher 3 – Interview auf der E3 2013 (PC, Xbox One, PS4)
Witcher 3 – Interview auf der E3 2013 (PC, Xbox One, PS4) (03:11)

Die Arbeit ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen – jedenfalls in dem Einsatz, den das polnische Entwicklerstudio CD Projekt Red(öffnet im neuen Fenster) auf der Spielemesse E3 gezeigt hat. Und das, obwohl es sich nach Auskunft der Macher nur um einen vergleichsweise kurzen Nebenquest handelt, den Geralt auf einer Insel namens Skellig absolviert.

Im Verlauf der Mission muss Geralt mit den von dem Leshen geplagten Dorfbewohnern auch über seinen Lohn verhandeln, und dann herausfinden, wer von der Bevölkerung geopfert werden muss, damit das Monster nach seinem Ableben nicht wieder neu erscheint. Dann gilt es, mit einer Art übersinnlichem Witcher-Blickmodus den Spuren im Wald zu folgen, eine Reihe von Totems zu zerstören und schließlich das von allerlei Wildgetier begleitete Obermonster zu stellen.

Dessen Tod bringt den Dorfbewohnern nicht den erhofften Frieden: Stattdessen fällt die Nachbarsiedlung über sie her – jetzt, wo der Waldgeist weg ist, kann man den Ort ja ruhig unter seine Kontrolle bringen.

Die beschriebene Mission stand im Zentrum der Präsentation von The Witcher 3 auf der E3, weil sie gleich ein paar typische Elemente des Rollenspiels anschaulich darstellt: Keine simple Action, sondern überlegtes und umsichtiges Vorgehen sind gefragt, etwa bei der Kampfvorbereitung. Dazu kommen moralische Entscheidungen, etwa bei der Frage nach dem Opfer der Dorfbewohner. Und Konsequenzen, die der Spieler nicht schon im Vorfeld abschätzen kann, vor allem im Hinblick auf die plötzlich rauflustige Nachbarschaft.

PC als Lead-Plattform

Die Entwickler haben mit The Witcher 3 viel vor: Neben einer Handlung mit Tiefgang soll es auch eine offene Welt geben, in der richtig viel los sein soll – "unser Ziel ist, dass sich der Spieler jederzeit in Sichtweite von etwas wirklich Interessantem befindet" , sagte Jonas Matsson, einer der Designer. Mindestens 100 Stunden sollen Spieler als Geralt in der Fantasywelt verbringen können.

The Witcher 3 Wild Hunt – Trailer (Gameplay, E3 2013)
The Witcher 3 Wild Hunt – Trailer (Gameplay, E3 2013) (01:46)

Die macht auch grafisch eine erstklassige Figur. Wenn Geralt sich etwa nach der genannten Mission an einem Lagerfeuer auf einer Felsklippe per Meditation erholt, dreht sich die Kamera um ihn und zeigt im Zeitraffer, wie sich Tag und Nacht abwechseln, wie Sonnenstrahlen über das Land streichen, wie sich Wolken bilden und wieder auflösen, wie Sterne am Firmament aufblitzen und wieder verblassen.

Auch die riesige Welt mit ihren auf Felsen erbauten Burgen, den gewaltigen Städten und den lauschigen Fischerdörfern am Strand haben einen erstklassigen Eindruck hinterlassen. Und wer von dort aus mit einem kleinen Segelboot in See sticht, um ein unbekanntes Ufer zu erreichen, fährt auf dem Wasser an riesigen Galeeren vorbei, oder er kann Wale beobachten, die mit ihren Flossen auf die Oberfläche patschen.

Derzeit befindet sich The Witcher 3 in der Pre-Alpha-Phase, der größte Teil des Weltenbauens ist also abgeschlossen, jedenfalls, was die Lead-Plattform Windows-PC angeht. Mit der Umsetzung für die Xbox One und die Playstation 4 haben die Entwickler noch gar nicht richtig begonnen, allerdings soll das aufgrund der ähnlichen Architektur kein großes Problem sein; die Steuerung ist wahlweise auch schon für Gamepad ausgelegt. Wenn alles gutgeht, erscheint das Programm dann im Laufe des Jahres 2014 für alle drei Plattformen.


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