The Witcher 3 angespielt: Geralt und die "Mission Bratpfanne"
"Und, hast du die Bratpfanne gefunden?": Das war vermutlich die meistgestellte Frage im Kollegenkreis einer Reihe Journalisten, die in Warschau beim Entwicklerstudio CD Projekt Red(öffnet im neuen Fenster) eine Vorabversion von The Witcher 3 anspielen konnten. Bei der Bratpfanne handelt es sich um eine Quest, die wir als Spieler in einer Region namens Willoughby absolvieren konnten, gut eine Stunde nach dem Start.
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Der Clou bei der Sache mit der Bratpfanne ist, dass wir bis dahin nur vergleichsweise ernsthafte Aufgaben zu erledigen hatten. Als uns dann beim Dorf Willoughby plötzlich eine ältere Dame vor ihrem Holzhaus am Straßenrand anspricht, ist der Spieler eigentlich auf gewichtige Themen eingestellt. Stattdessen sollen wir nach einer emotional vorgetragenen Bitte die Tür öffnen und dort nach dem Gegenstand suchen. Machen wir dann auch – kann ja nicht so aufwendig sein. In der Hütte stolpern wir über eine Leiche und Chaos, aktivieren dann unsere Hexer-Spezialfähigkeiten und finden so innerhalb kürzester Zeit die Pfanne.
Außerdem finden wir ein paar halbverkohlte Reste von Briefen, die im Inventar von Geralt landen und vermutlich später noch eine Rolle spielen. Ob in einer weiteren Nebenmission, einer ganzen Questreihe oder vielleicht sogar der Haupthandlung – das wissen wir noch nicht.
Die Quest mit der Bratpfanne steht exemplarisch für ein paar Elemente des Rollenspiels, das nach aktuellem Stand am 19. Mai 2015 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 erscheint. Zum einen konnten wir die Hexer-Spezialfähigkeit in der Hütte ausprobieren, die wir beim Anspielen gleich mehrfach benötigt haben. Wir können damit etwa herausfinden, wohin ein Brandstifter geflohen ist, nachdem er die Hütte des Dorfschmieds von Willoughby abgefackelt hat. Seine Fußabdrücke sehen wir blutrot am Boden leuchten, so dass wir den Schurken nach einer intensiven Suche stellen – und ihn dann an die Dorfwache übergeben, die ihn am nächstbesten Baum aufknüpft. Harte Zeiten...
"Mission Bratpfanne" zeigt aber auch, dass die Entwickler sehr viel Wert auf eine stimmige Welt legen. Die Alte etwa erzählt ein bisschen von sich, vom Ort und ihren Problemen, und kommt dann erst auf ihr eigentliches Anliegen zu sprechen. Diese Dialoge haben uns beim Anspielen schon richtig gut gefallen: Sie sind längst nicht so ausschweifend wie zuletzt in Dragon Age Inquisition, sondern kommen rasch auf den Punkt und sind oft witzig geschrieben.
Training statt Erholungsbad
So knurrt uns unser Begleiter Vesemir an, dass Training ja wohl kein "Elfen-Erholungsbad" sein könne, oder wir liefern uns ein knackiges Wortgeplänkel um die Frage, ob ein Hexer denn eine beim Glücksspiel gewonnene Armbrust überhaupt benutzen könne oder ob das Verrat an den Traditionen sei.
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In den ersten Stunden von The Witcher 3 suchen wir nicht nur nach der Bratpfanne und dem Feuerteufel, sondern befragen die Besucher einer Taverne und kommen dabei vor allem mit unserem Hexer-Mindtrick zu Aussagen – worauf wir uns vor der Kneipe eine Prügelei mit dem wieder zu Sinnen gekommenen Gast liefern müssen, der sowohl unsere Vorgehensweise als auch uns als Hexer einfach nicht mag.
Wir helfen einem Bürger bei der Jagd auf Wölfe, bereiten uns durch das Sammeln von Kräutern auf einen größeren Kampf gegen einen Griffin-Flügeldrachen vor und reiten zusammen mit Vesemir auf unserem Pferd der untergehenden Sonne entgegen; dabei genügt übrigens ein Knopfdruck, und der Gaul folgt automatisch dem leicht verwinkelten Weg.
Bei den Kämpfen fällt auf, dass CD Projekt Red viele Details geändert hat. Das Ganze fühlt sich wesentlich runder an als früher: Das Ausweichen etwa vor feindlichen Hieben oder der sofortige Gegenangriff gingen in unserer PC-Version locker von der Hand. Wir selbst konnten mit dem Stahlschwert (für humanoide und nicht übernatürliche Gegner) und der Silberklinge (für alle anderen) gut die Schlagstärke und -frequenz dosieren.
Dazu kam dann noch Kampfmagie wie ein Feuerzauber, so dass wir in den Gefechten keine allzu großen Probleme hatten – spätestens in der höchsten der vier Schwierigkeitsstufen "Dark" dürfte das aber ganz anders aussehen.
Nach dem Anspielen der ersten paar Stunden von The Witcher 3 konnten wir übrigens noch einen kurzen Blick auf ein paar Stellen deutlich später werfen. Ohne hier etwas spoilern zu wollen: Dort ging es dann im Kreise von Königen und anderen Herrschern schon deutlich epischer zu. Und auch ein anderes Element der Witcher-Serie ist uns sowohl dort als auch in den Startgebieten immer wieder begegnet: extrem gut aussehende, hübsche Frauen, die sich mehr oder weniger nackt in Sesseln oder auf Betten räkeln – spätestens dann denken wir nicht mehr an Bratpfannen.
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