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The Vanishing of Ethan Carter im Test: Mysteriöse Wunderwelt

Ein Junge ist verschwunden und der Spieler muss ihn in The Vanishing of Ethan Carter in einem ebenso unheimlichen wie schönen Tal suchen. Die nun verfügbare PS4-Version nutzt - anders als die schon länger erhältliche PC-Fassung - die Unreal Engine 4.
/ Peter Steinlechner
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The Vanishing of Ethan Carter (Bild: Golem.de)
The Vanishing of Ethan Carter Bild: Golem.de

Schon nach wenigen Metern knallt uns eine versteckte Falle ihre scharfen Klingen ins Gesicht. Auch wenn wir in The Vanishing of Ethan Carter nicht sterben können: Die Botschaft haben wir verstanden. Nämlich, dass wir nicht willkommen sind im Red Creed Valley. Wir sind ein Privatdetektiv namens Paul Prospero und in dem sonnendurchfluteten Tal wollen wir mit unseren übersinnlichen Fähigkeiten nach einem verschwundenen Jungen suchen - eben nach Ethan Carter.

The Vanishing of Ethan Carter - Commented Gameplay
The Vanishing of Ethan Carter - Commented Gameplay (12:55)

Ein paar Minuten Fußmarsch später stehen wir schon wieder überrascht da: Nicht wegen einer weiteren Falle, sondern weil wir von einer alten Holzbrücke einen spektakulären Ausblick genießen. Vor uns erstreckt sich in der Abendsonne eine weitläufige, wunderschöne Waldlandschaft mit herbstlichen Bäumen auf schön geschwungenen Hügeln rund um einen idyllischen See. Um es gleich zu sagen: Derlei Anblicke gibt es einige in The Vanishing of Ethan Carter - die Grafik ist eine der großen Stärken des Spiels.

In der wunderschönen Welt bewegen wir uns in der Ich-Perspektive ganz nach Belieben, stoßen aber auf immer mehr Merkwürdigkeiten. Da ist eine alte Lokomotive, ein paar Meter weiter liegt ein Seil auf Eisenbahngleisen, noch etwas später finden wir eine Leiche mit abgetrennten Beinen. Wie hängt das alles zusammen?

Um die Antworten zu finden, müssen wir Gegenstände suchen und sie sinnvoll einsetzen, aber auch echte Rätsel lösen, indem wir etwa in einem Haus die durch eine Art Dimensionsportal austauschbaren Räume neu anordnen.

Die meisten Rätsel sind nicht sehr kompliziert, trotzdem sollte der Spieler viel Geduld mitbringen. Gegenstände sind teils weitab vom Hauptweg mitten im Gebüsch versteckt, so dass man wirklich suchen muss. Tipps oder Hilfen bietet das Programm so gut wie nicht - wer am Anfang zu viele Hotspots übersieht, muss den langen Weg wieder zurückgehen. Gespräche mit anderen Menschen gibt es im Spiel übrigens keine, Paul Prospero und der Spieler sind ganz auf sich allein gestellt.

Engine-Update auch für PC geplant

Nach und nach finden wir dann immer mehr düstere Geheimnisse über das Red Creed Valley heraus - über die wir hier keine weiteren Details verraten wollen. Allerdings sollten sich Spieler bewusst sein, dass die Handlung bewusst mysteriös gehalten ist und an Spiele wie Myst oder Fernsehunterhaltung im Stil von Twin Peaks erinnert.

The Vanishing of Ethan Carter ist seit ein paar Tagen für die Playstation 4 erhältlich. Technische Grundlage ist die Unreal Engine 4, während bei der im September 2014 veröffentlichten PC-Version die Unreal Engine 3 zum Einsatz kam. Die grafischen Unterschiede sind teils deutlich sichtbar, insbesondere die sehr vielen Wasseroberflächen sehen mit ihrem leichten Wellengang auf der PS4 deutlich schöner aus. Auch die Texturen sind feiner aufgelöst.

PC-Spieler haben trotzdem keinen Grund, sich zu ärgern: Die Entwickler wollen auch die Windows-Version noch auf die Unreal Engine 4 portieren. Besitzer des Spiels sollen die neue Fassung dann kostenlos herunterladen können.

Ethan Carter ist nur als Download im Playstation Store und über Steam(öffnet im neuen Fenster) erhältlich und kostet rund 19 Euro. Das Spiel des polnischen Entwicklerstudios The Astronauts(öffnet im neuen Fenster) ist mit polnischer und englischer Sprachausgabe und Untertiteln auch in Deutsch verfügbar. Die USK hat eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit

So einfach kann ein gutes Spiel sein: Eine atmosphärisch stimmige Welt, dazu eine mystisch-düstere Handlung und knifflige Rätsel. Im Fall von The Vanishing of Ethan Carter ergibt das alles ein Adventure, das fast vom ersten Moment an fesselt. Ethan Carter schafft das Kunststück, dass es gleich zwei Gründe gibt, immer weiter zu spielen. Zum einen will man wie bei einem Krimi wissen, wie das Ganze ausgeht. Und zum anderen motiviert die Landschaft - welchen Ausblick gibt es wohl hinter der nächsten Ecke?

Allerdings: Um das alles genießen zu können, sind Geduld und Selbstmotivation nötig. Wer nicht bereit ist, vollkommen auf sich gestellt erst nach den Rätseln zu suchen und sie dann auch noch zu lösen, findet im Red Creed Valley vor allem Frust.


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