Happy End mit Affe

Eine Treppe in der Nähe des Damms führt mich hinauf zu einer Wippe mitsamt Stein. Klettere ich eine weitere Ebene empor, kann ich dort ebenfalls einen Stein nehmen und von oben auf die Wippe schubsen. Die Konsequenz: Einer der Steine fliegt in weitem Bogen über die Insel und zerstört mein Schiff. Ups. Aber keine Bange: In einem Lucas-Arts-Adventure sind Sackgassen jeglicher Art seit Loom von 1990 unmöglich.

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So oder so hilft mir die Wippe nicht weiter, um an das Schießpulver und die Kanonenkugel zu heranzukommen. Beinahe hätte ich tatsächlich verschämt in eine Lösung geschaut, bis ich mich an einen der dümmsten Fehler des Spiels erinnere.

Man kann nämlich sehr wohl einen Teil der Bergkette zu Fuß überqueren, obwohl dies auf den ersten Blick nicht so aussieht. Dort stoße ich auf die Unterkunft des Schiffbrüchigen Herman Toothrot, in der die von mir gesuchten Objekte liegen. Na endlich!

Hinter der Bergkette treffe ich auf die Kannibalen von Monkey Island. Die Jungs machen zum Glück eine Diät und nehmen derzeit nur vegetarische Gerichte zu sich. Sie haben Hermans Bananenpflücker in Beschlag, der Schiffbrüchige bunkert im Gegenzug den Schlüssel zur Affenkopfhöhle - und weil sich in eben dieser LeChuck aufhält, muss ich den Streit irgendwie schlichten.

Das Rätsel nötigt mich zu mehrmaligem Hin- und Herlaufen, bis ich den Kannibalen ein kleines Idol schenke. Sie sind total aus dem Häuschen und merken nicht einmal, dass ich es aus ihrem eigenen Besitz gestohlen habe. Nun darf ich den Pflücker nehmen, Herman überreichen und ein riesiges Wattestäbchen (!) einstecken. Dieses stopfe ich sogleich ins Ohr des steinernen Affenkopfs und pule einen ganzen Brocken Ohrenschmalz heraus (Igitt!), woraufhin sich der Eingang zur Höhle öffnet.

Es folgt einer der wenigen Schwachpunkte aller Lucas-Arts-Adventures: ein Labyrinth. Diese Abschnitte habe ich schon in anderen Adventures des Unternehmens gehasst, allen voran in Indiana Jones and the Last Crusade.

Zum Glück muss ich es nicht kartografieren, sondern benötige nur das richtige Werkzeug. Und was wäre hierfür besser geeignet als ein waschechter Navigator? Denn auch den gibt es in Monkey Island - gleichwohl nur als Schrumpfkopf, den die Kannibalen mit etwas Magie am Leben erhalten.

Schmecke mein Malzbier, böser Geist!

Dank der Spürnase des Navigators gelange ich problemlos auf LeChucks Schiff und heimse nach einigen simplen Rätseln eine besondere Wurzel ein. Damit brauen mir die Kannibalen ein mächtiges Getränk, mit dem ich Geister töten kann - genau die richtige Waffe gegen LeChuck! Der hat sich inzwischen aus dem Staub gemacht und ist zurück nach Mêlée Island gesegelt, um Elaine in einer Kirche zu ehelichen.

Mein Schiff ist zwar dank des Missgeschicks mit der Wippe kaputt, doch zum Glück hat Herman ein weiteres Boot gebunkert. Er wollte es nur nie selbst benutzen, weil ihn dann ja niemand gerettet hätte. Klarer Fall von zu viel Sonne abbekommen!

Wieder auf Mêlée Island kommt es zum knackigen Showdown und einem weiteren bizarren Story-Twist. Elaine hat sich nämlich nie entführen lassen, unter dem Brautkleid stecken zwei Affen, die sowohl LeChuck als auch Guybrush aus dem Konzept bringen. Dies nutzt der Schurke gnadenlos aus und boxt mich mit einem Schlag über die gesamte Insel, wobei ich das Getränk der Kannibalen verliere.

Zum Glück lande ich im Getränkeautomaten von Stans Gebraucht-Schiff-Basar, aus dem eine Malzbierflasche kullert. Die hat lustigerweise den gleichen Effekt, so dass ich LeChuck in einer äußerst bescheuert animierten Todesszene ins Jenseits befördere. Zum Abschluss gibt es noch ein romantisches Feuerwerk und einen letzten Dialog zwischen Guybrush und Elaine.

Als die Frage aufkommt, was ich aus dem Abenteuer gelernt habe, antworte ich wie in jedem meiner Durchläufe mit dem Kultspruch "Zahl nie mehr als 50 Mark für ein Computerspiel." Danach ist Schluss und ich habe The Secret of Monkey Island wieder einmal durchgespielt ... ohne Lösungshilfe!

The Secret of Monkey Island : Special Edition [PC Code - Steam]

Wenn einfach alles stimmt

Mein Fazit fällt nach dieser Wiederspielrunde mal wieder euphorisch aus: The Secret of Monkey Island ist und bleibt ein Meisterwerk, das mit einem Großteil aller Adventures immer noch den Boden aufwischt. Vom fantastischen Humor nebst vortrefflichem Slapstick über die wunderschöne Pixelgrafik und den brillanten Soundtrack bis hin zu den erstklassigen Rätseln gibt es hier nur Superlative.

  • Die meiste Zeit redet der gestrandete Herman Toothrot wirres Zeug, doch den ominösen Bananenpflücker gibt es wirklich. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Guybrush versucht, mit eher zweifelhaften Methoden die Kannibalen abzulenken. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Gruselig, hilft aber im Labyrinth: der Kopf des Navigators (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Chaos am Altar: Das Finale von The Secret of Monkey Island toppt jede hirnrissige Beziehungskomödie. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Was Guybrush aus diesem Abenteuer gelernt hat ... (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • An manchen Stellen mag es Protagonist Guybrush Threepwood selbst nicht glauben, welche verrückten Aufgaben er lösen muss. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die VGA-Pixelgrafik der PC-Version ist auch nach 30 Jahren noch sehenswert. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • "Haben Sie auch was gegen Mundgeruch?" - der Krämer von Monkey Island hat zum Glück mehr als nur Schwerter im Lager. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Beleidigungsduelle sind legendär. In The Secret of Monkey Island ist das Wort tatsächlich mächtiger als das Schwert. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Geisterpirat LeChuck musste ganz offensichtlich zu harschen Methoden greifen, um seine Crew zur Loyalität zu bewegen. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Labertasche Stan ist ohne jeden Zweifel das größte Verkaufsgenie in der ganzen Karibik. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
Labertasche Stan ist ohne jeden Zweifel das größte Verkaufsgenie in der ganzen Karibik. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)

Natürlich muss man manche Probleme mit der Brechstange lösen und auch mal das eine oder andere einfach ausprobieren. Doch die Nachvollziehbarkeit der Rätsel und der Balanceakt zwischen Realismus und eigener Spielweltlogik sind vorbildlich.

Sofern man den etwas zähen Schwertkampf und das viele Rumlaufen auf Monkey Island verschmerzen kann, ist das Urteil eindeutig: Spielen! Heute! Jetzt! Es lohnt sich. Egal, ob man das Adventure bereits kennt oder nicht: The Secret of Monkey Island ist ein Unikat und hat im Gegensatz zu vielen anderen Klassikern den Riesenvorteil, dass seither nur wenige Konkurrenten wirklich besser sind.

Und mal ehrlich: Was hätte man bei einem Helden mit dem glorreichen Namen Guybrush Threepwood auch anderes erwarten sollen?

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 Duell der Beleidigungsmeister
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wingi 04. Nov 2020

Ok, gefunden https://csdb.dk/release/?id=139527

splash42 22. Okt 2020

Genau das wäre mir auch eingefallen. "Wie viel Holz würde ein Bieber fällen, wenn ein...

Manto82 21. Okt 2020

Gestern habe ich es mal getestet. Läuft sehr sauber und flüssig. Auch die Steuerung per...

Dino13 20. Okt 2020

Das ist ja Perfekt. Danke für die Info.

mwr87 20. Okt 2020

Diese "Passagen" finden sich auch FoA und haben sie mich ebenfalls genervt - Atlantis äu...


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