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Duell der Beleidigungsmeister

Jede Beleidigung besteht aus zwei Teilen, nämlich einer Behauptung und einem Konter. Die Qualität dieser Phrasen schwankt von superwitzig ("Meine Narbe im Gesicht stammt aus einem harten Kampf." - "Aha, mal wieder in der Nase gebohrt, wie?") über banal ("Trägst du immer noch Windeln?" - "Wieso, die könntest DU viel eher gebrauchen!") bis hin zu herrlich bescheuert ("Du kämpfst wie ein dummer Bauer!" - "Wie passend. Du kämpfst wie eine Kuh.").

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Mit 14 von 16 möglichen Beleidigungen in der Tasche wage ich mich zur Schwertmeisterin, die mich mit neuen Beleidigungen konfrontiert, zu denen ich den jeweils besten Konter finden muss.

Hierbei schwächelt die deutsche Übersetzung ausnahmsweise, denn mir erschließt sich bis heute nicht, wieso auf "Jetzt weiß ich, wie dumm und verkommen man sein kann" die passende Antwort "Aha, du warst also beim letzten Familientreffen" statt dem ebenfalls verfügbaren "Ich wollte, dass du dich wie zu Hause fühlst" lautet.

Romantik inklusive

Egal, der Sieg ist nach dem zweiten Versuch mein und das restliche Spiel so brillant wie vor 30 Jahren. Die zweite Prüfung ist deutlich kürzer als die erste, weil ich nach dem Betreten der Gouverneursvilla nur durch eine Tür gehen muss und alles Weitere fast automatisch geschieht.

Genauer gesagt, liest man eine Kette von Befehlen (darunter Goldschätze wie "Hypnotisier eigenwilliges Nashorn" oder "Benutze Heftklammer-Entferner auf wahnsinniges Lama"), die eine herrliche Persiflage auf die sogenannte "Moon Logic"-Kritik darstellen, dass Adventures nur aus abstrusen, schwer nachvollziehbaren Rätseln bestünden.

Am Ende folgt die erste Begegnung mit Gouverneurin Elaine Marley - und vielleicht mein absoluter Lieblingsdialog des Spiels. Während die gute Frau frei heraus gesteht, dass Guybrush süß sei, kann ich nur völlig verschüchtert mit "Soso ...", "Uff ..." oder "Grlpft ..." antworten.

Einen kurzen Streit sowie einen schnell lösbaren Konflikt später kommt es zur herrlichsten Liebesszene der Point-and-Click-Adventure-Geschichte, in der sich die beiden mit kitschigen Kosenamen wie "Zuckerkeks" und "Mausezähnchen" umwerben. Doch bis Guybrush ein echter Pirat ist, kommt für Elaine ein Kuss nicht infrage!

Ich sollte also schleunigst noch den Schatz heben. Ich kehre zum ominösen Kartenverkäufer zurück, der mir ein Pergament mit Tanzschritten verkauft. Das wiederum gehört zur bizarren Spielweltlogik: Ich muss einfach nur in den Wald gehen und anhand der niedergeschriebenen Schritte den linken, den rechten oder den hinteren Ausgang einer jeden Kreuzung nehmen.

Während sich der Schatz als ein schnödes T-Shirt entpuppt, ist inzwischen der berüchtigte Geisterpirat LeChuck aufgetaucht und hat Elaine entführt. Es liegt allein in Guybrushs Verantwortung, zur Rettung eine Crew anzuheuern (was erstaunlich einfach ist) und ein Schiff zu besorgen.

  • Die meiste Zeit redet der gestrandete Herman Toothrot wirres Zeug, doch den ominösen Bananenpflücker gibt es wirklich. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Guybrush versucht, mit eher zweifelhaften Methoden die Kannibalen abzulenken. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Gruselig, hilft aber im Labyrinth: der Kopf des Navigators (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Chaos am Altar: Das Finale von The Secret of Monkey Island toppt jede hirnrissige Beziehungskomödie. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Was Guybrush aus diesem Abenteuer gelernt hat ... (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • An manchen Stellen mag es Protagonist Guybrush Threepwood selbst nicht glauben, welche verrückten Aufgaben er lösen muss. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die VGA-Pixelgrafik der PC-Version ist auch nach 30 Jahren noch sehenswert. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • "Haben Sie auch was gegen Mundgeruch?" - der Krämer von Monkey Island hat zum Glück mehr als nur Schwerter im Lager. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Die Beleidigungsduelle sind legendär. In The Secret of Monkey Island ist das Wort tatsächlich mächtiger als das Schwert. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Geisterpirat LeChuck musste ganz offensichtlich zu harschen Methoden greifen, um seine Crew zur Loyalität zu bewegen. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
  • Labertasche Stan ist ohne jeden Zweifel das größte Verkaufsgenie in der ganzen Karibik. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)
"Haben Sie auch was gegen Mundgeruch?" - der Krämer von Monkey Island hat zum Glück mehr als nur Schwerter im Lager. (Bild: Lucas Arts/Screenshot: Medienagentur plassma)

Dafür wiederum muss ich dem genialsten Verkäufer der Spielegeschichte einen Besuch abstatten: Stan von Stans Gebraucht-Schiff-Basar. Der Mann ist weltbekannt für sein permanentes hektisches Armgefuchtel und seine unübertreffliche Begabung, seine Kunden vollzuquatschen. Jeder QVC-Mitarbeiter wäre neidisch auf ihn!

Ein ganz besonderes Gericht

Mit dem Verlassen von Mêlée Island folgt der zweite von insgesamt drei Akten, wobei mich die Einteilung schon damals irritiert hat. Denn während mich das gesamte Abenteuer gut drei Stunden Zeit kostet, beschränkt sich dieses vermeintliche Drittel auf eine Viertelstunde.

Schließlich geht es nur darum, LeChuck zur sagenumwobenen Affeninsel zu folgen, deren Standort dummerweise auf keiner Karte verzeichnet ist. In der Kajüte meines Schiffs finde ich ein Logbuch. Ihm zufolge ist die vorherige Crew nach dem Kochen einer scheußlichen Suppe eingeschlafen und plötzlich mitsamt Schiff vor der gesuchten Insel gelandet.

The Secret of Monkey Island : Special Edition [PC Code - Steam]

Ich ergattere das Rezept für die Suppe und muss erneut die eigenwillige Spielweltlogik von The Secret of Monkey Island wörtlich nehmen. Wenn also von einem menschlichen Schädel die Rede ist, dann funktioniert natürlich auch eine Piratenflagge mitsamt aufgezeichnetem Totenkopf als Zutat.

Nach der Vollendung der Suppe gibt es einen Knall, Guybrush schläft ein und befindet sich nach dem Aufwachen in der Tat direkt vor Monkey Island. An Land angekommen, beginnt der dritte Akt, vor dem ich den meisten Respekt habe. Bis hierhin konnte ich mich nämlich gut an sämtliche Puzzles erinnern. Doch bezüglich des Schlussparts bin ich mir nicht sicher, ob ich komplett ohne Blick in eine Lösung auskomme.

Die unübersichtlichen Weiten von Monkey Island

In der Tat verzettele ich mich gleich zu Beginn: Einen Großteil der Insel darf ich zu Fuß erkunden, während wenige Orte hinter einer unüberwindbaren Bergkette liegen. Ich erreiche sie nur mit einem Ruderboot, dessen Paddel in einer tiefen Schlucht liegen, weshalb ich zwei Seile benötige.

Das eine Seil klebt an einer Leiche, die an einem Baum über einem ausgetrockneten See hängt und somit für mich unerreichbar ist. Ich erinnere mich weiterhin, dass ich den See mit Wasser füllen muss, damit die Leiche herunterfällt. Das funktioniert nur, wenn ich einen nahegelegenen Damm sprenge. Dafür braucht es einen Feuerstein (den ich rasch finde), eine Kanonenkugel und etwas Schießpulver. Und die Suche hiernach macht mich wahnsinnig!

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 Auf eine Runde Grog in die BarHappy End mit Affe 
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wingi 04. Nov 2020 / Themenstart

Ok, gefunden https://csdb.dk/release/?id=139527

splash42 22. Okt 2020 / Themenstart

Genau das wäre mir auch eingefallen. "Wie viel Holz würde ein Bieber fällen, wenn ein...

Manto82 21. Okt 2020 / Themenstart

Gestern habe ich es mal getestet. Läuft sehr sauber und flüssig. Auch die Steuerung per...

Dino13 20. Okt 2020 / Themenstart

Das ist ja Perfekt. Danke für die Info.

mwr87 20. Okt 2020 / Themenstart

Diese "Passagen" finden sich auch FoA und haben sie mich ebenfalls genervt - Atlantis äu...

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