The Quarry im Test: Horror im Sommercamp

Der Urlaub ist vorbei - nun beginnt der Horror in The Quarry: Das Adventure sorgt mit coolen Teens für Spannung.

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Artwork von The Quarry
Artwork von The Quarry (Bild: Supermassive Games)

Chris Hackett ist erst nervös und dann fast panisch! Der sonst so ruhige Verwalter und Besitzer des Sommercamps in The Quarry findet die Autoschlüssel nicht. Die werden aber dringend benötigt, damit wir mit sieben Teenagern, die während der großen Ferien auf kleinere Kids aufgepasst haben, rechtzeitig vor Einbruch der Nacht abreisen können.

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Nach ein paar Augenblicken tauchen die Schlüssel auf, dennoch kommt alles ganz anders als erhofft. Im interaktiven Film The Quarry (dt.: Steinbruch) bedeutet das, dass nur mit viel Glück alle Charaktere die anbrechende Horrornacht überleben - mit etwas Pech kommen sogar alle ums Leben.

Insgesamt gibt es laut dem Entwicklerstudio Supermassive Games abhängig von unseren Entscheidungen sogar 186 Enden, wobei sich die allermeisten davon aber nur in winzigen Details unterscheiden.

The Quarry ist so etwas wie der geistige Nachfolger des 2015 veröffentlichten Until Dawn. Die Handlung und alle Figuren sind neu, das Spielprinzip ist eng verwandt.

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Wir treffen innerhalb der letztlich doch recht festgelegten Handlung unsere Entscheidungen, indem wir etwa die Anordnungen eines irgendwie merkwürdigen Polizisten freundlich befolgen, oder ihn so etwas wie Widerstand spüren lassen.

Dazu kommen einfache Quicktime-Events, bei denen wir innerhalb einstellbarer Zeiten (superschnell bis sehr gemütlich) den Analogstick in die anzeigte Richtung drücken, um auf der Flucht einem Ast auszuweichen.

Oder wir müssen ein simples Luftanhalt-Spiel meistern oder uns mit Taschenlampe und Schrotgewehr gegen das Böse wehren. Dabei ist zwar noch am meisten Geschick gefragt, aber mit einem echten Shooter haben diese kurzen Sequenzen nichts zu tun. Wer Computerspiele gerne interaktiv mag, kommt also nicht so richtig auf seine Kosten. The Quarry ist wenig anspruchsvoll, sondern geht immer irgendwie weiter.

Auch auf das Hauptziel, nämlich alle oder möglichst viele der Teens zu retten, haben wir nur bedingt Einfluss. Das liegt daran, dass viele Aktionen schlecht voraussehbar sind. Ganz am Anfang etwa verpassen wir ein paar Optionen, nur weil wir uns herumstehendes Gepäck ansehen wollen - unterdessen geht es aber mit der Story weiter.

Im Verlauf der rund 10 Stunden langen Kampagne steuern wir immer wieder andere Charaktere. Da sind die coole Schönheit Emma, der introvertierte Ryan, die selbstbewusste Kaitlyn und der sportliche Jacob.

Die Figuren wirken anfangs sehr klischeehaft, wachsen uns aber doch rasch ans Herz. Dazu kommen weitere Personen, wie der genannte Chris Hackett, die wir aber nicht oder nur kurz steuern können.

  • Selbstdarstellerin Emma macht Beiträge für Social Media. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Die mysteriöse Kartenlegerin ist ab und zu in Zwischensequenzen zu sehen. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Ryan muss sich entscheiden ... (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Manchmal sehen die Gesichter irgendwie seltsam aus. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Im Menü haben wir Zugriff auf Beweise und andere Funktionen. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Einige Entscheidungen müssen wir unter Zeitdruck treffen - andere nicht. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Für den Filmmodus gibt es unterschiedliche Einstellungen. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
  • Nur selten können wir uns so wie hier halbwegs frei bewegen. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)
Selbstdarstellerin Emma macht Beiträge für Social Media. (Bild: Supermassive Games/Screenshot: Golem.de)

Die Grafik von The Quarry wirkt gelungen - meistens jedenfalls. Über weite Strecken sieht das Abenteuer aus wie ein sehr düsterer Film mit auffällig vielen ungewöhnlichen Kameraeinstellungen. Es gibt aber auch ein paar kleinere Darstellungsfehler, etwa schlecht freigestellte Haare vor hellen Hintergründen, sowie einige Sequenzen mit künstlich wirkenden Gesichtsanimationen.

The Quarry ist für Windows-PC, Xbox One und Series X/S sowie für Playstation 4 und 5 erhältlich, der Preis liegt je nach Plattform und Edition zwischen 60 und 85 Euro. Die deutsche Sprachausgabe ist professionell, allerdings wirken die Originalsprecher noch eine ganze Spur atmosphärischer; wahlweise lassen sich Untertitel einblenden.

Neben dem Solomodus gibt es lokalen Koop für zwei Spieler. Ein Onlinemodus für bis zu acht Teilnehmer ist erst ab dem 8. Juli 2022 verfügbar. Im Filmmodus kann man sich das Abenteuer am Stück ohne Gameplay anschauen. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 18 Jahre erhalten.

Fazit

Die Abenteuer rund um Emma, Ryan und die anderen Teammitglieder in The Quarry sind toll erzählt - nur zum Ende hin schafft es die Geschichte nicht, all die Fäden so gekonnt wie der Vorgänger Until Dawn aufzulösen. Dafür sind Charakterzeichnung und Dialoge wieder eine Klasse für sich.

Wir haben jedenfalls mit den Figuren mitgefiebert und in brenzligen Situation gelitten, haben persönliche Favoriten gefunden - und sogar den ein oder anderen Kandidaten, bei dem uns ein möglichst grausames Ende eher nicht so gestört hätte (oder hat).

Es gibt zwar auch ein bisschen was zu motzen, etwa dass so mancher Klick ganz andere Aktionen auslöst als das, was offensichtlich angedeutet wird. Zudem wirken die Gesichtsanimationen zwar meist gelungen, aber manchmal eben auch unfreiwillig komisch. Dennoch: Wer gruselige Abenteuer dieser Art mag, sollte unbedingt ins Sommercamp von The Quarry.

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