The Portopia Serial Murder Case: KI zerstört Klassik-Adventure

Eigentlich eine schöne Sache: Square Enix hat erstmals eine englischsprachige Version des bislang nur auf Japanisch erschienenen The Portopia Serial Murder Case aus dem Jahr 1983 veröffentlicht.
Der Adventure-Klassiker ist sogar kostenlos auf Steam(öffnet im neuen Fenster) erhältlich – und er bietet modernste Computerintelligenz.
Genau da beginnen aber die Probleme: Das Spiel verfügt über Algorithmen, die Natural Language Processing erlauben sollen. In The Portopia Serial Murder Case müssen die Spieler – wie in nahezu jedem Adventure aus den 80er Jahren – die Anweisungen für die Helden per Text eingeben.
Dabei kann es passieren, dass eine nicht vorgesehene Ausdrucksweise verwendet wird, auch wenn vielleicht das Richtige gemeint ist – das Programm versteht es aber nicht und man steckt fest. Mit dem Natural Language Processing sollte dieses Problem zumindest entschärft werden, indem auch abweichende Eingaben als richtig erkannt werden.
Das funktioniert, aber nicht wie vorgesehen: Auf Steam gibt es derzeit knapp 400 Nutzerbewertungen, praktisch alle sind negativ. Ein Grund ist, dass es trotz KI (eigentlich eher Machine Learning) eben doch keine Flexibilität bei den Eingaben gibt und das System selbst bei kleinsten Abweichungen nicht versteht, was die Spieler wollen.
Dazu kommt offenbar Ärger, dass der Klassiker nun in einer so schlecht spielbaren Form veröffentlicht wird, sowie generelle Kritik an Square Enix und deren Plänen im Hinblick auf NFT und Blockchain.
KI erstmals auf der GDC 2023 präsentiert
Die Entwickler von Square Enix stellten die überarbeitete Version von The Portopia Serial Murder Case erstmals im März 2023 auf der Game Developers Conference(öffnet im neuen Fenster) (GDC) vor.
Die nun veröffentlichte Fassung ist nicht ganz deckungsgleich, ein System für Natural Language Generation wurde entfernt. Damit hätte man (wenn es klappt) innerhalb des Spiels mit der KI plaudern können. Die Entwickler befürchteten aber "unangemessene Antworten" , was für noch mehr Negativschlagzeilen hätte sorgen können.

In The Portopia Serial Murder Case können die Spieler ihre Eingaben per Tastatur vornehmen, es gibt aber auch Spracherkennung – diese soll etwas besser funktionieren, weil der Parser die Sätze zum Teil gleich korrekt umformt. Allerdings ist dafür sehr leistungsstarke Hardware und viel VRAM nötig.