The Park im Test: Nachts im Vergnügungspark

Horror-Adventures können auch subtil sein: In The Park von Funcom muss der Spieler nicht mit bösen Kreaturen kämpfen, sondern alleine durch einen nächtlichen Park laufen, mit Verlustängsten ringen - und im Dunkeln Autoscooter fahren.

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The Park
The Park (Bild: Funcom)

Eigentlich war The Park nur als technische Demo gedacht. Das Entwicklerstudio Funcom wollte damit nach eigenen Angaben die Möglichkeiten der Unreal Engine kennenlernen und schuf deshalb das Szenario eines verlassenen Vergnügungsparks, der aus dem MMO The Secret World bekannt ist. Während der Entwicklung wurde allerdings die Entscheidung getroffen, daraus ein kurzes, aber atmosphärisches Gruselerlebnis zu schaffen.

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Im Mittelpunkt des Abenteuers steht Lorraine: Die Mutter passt einmal kurz nicht auf und verliert so ihren Sohn aus den Augen, der von einem Parkplatz in den nächtlich-verlassenen Atlantic Island Park rennt. Lorraine macht sich auf die Suche, hat im Spielverlauf auch immer wieder Sichtkontakt und läuft dem Sohn per Tastendruck hinterher. Trotzdem ist sie auf mysteriöse Art nie in der Lage, ihr Kind zu erreichen.

Immerhin kann sie mit ihm kommunizieren. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste ruft sie nach ihm; je nach Spielsituation mal traurig, mal verzweifelt, mal panisch. Der Junge antwortet und gibt so Indizien für seinen Standort. Die Akustik spielt eine große Rolle in The Park, weshalb Lorraine dank der Hinweise immer wieder neue Wege und Schauplätze im dunklen Park findet.

  • The Park (Screenshot: Golem.de)
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The Park (Screenshot: Golem.de)

Das Durchlaufen des Parks stellt spielerisch keine Herausforderung dar. Am Wegesrand gibt es zwar immer wieder kleine Gegenstände wie etwa Notizzettel, die aufgehoben und untersucht werden können. Echte Rätsel sind aber nicht zu lösen, auch ein Inventar gibt es nicht. Ansonsten kann Lorraine mit einigen Fahrgeschäften wie Geisterbahnen fahren. Das ist mal ein Zeitvertreib, mal ein narratives Element, etwa wenn man in einem Schwanenboot eine Runde dreht und parallel die Geschichte von Hänsel und Gretel erzählt wird.

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The Park versteht sich eher als kurze psychologische Erfahrung denn als klassisches Horror-Adventure. Lorraine stellt sich Fragen über das Dasein als Mutter, verarbeitet frühere Erlebnisse in ausführlichen Monologen, verbringt viel Zeit mit Laufen und Umherschauen - und sie hat manchmal kurze Aussetzer, bei denen sich Bild und Ton verzerren.

Spielern von The Secret World wird das Szenario wie erwähnt vertraut vorkommen: Wer das MMO von Funcom kennt, wird Schauplätze und Charaktere wieder erkennen. Für das Spielerlebnis oder ein besseres Verständnis von The Park ist das allerdings nicht vonnöten.

The Park ist relativ kurz - viel länger als zwei Stunden wird kaum jemand durch den Park laufen. Das Spiel ist aktuell bei Steam für rund 10 Euro verfügbar.

Fazit

The Park war ursprünglich als Demo geplant - und fühlt sich für den Spieler auch oft so an. Wenig echte Aufgaben, lange Lauf- und Monolog-Passagen: Spannung ist hier nicht immer gegeben. Auf der anderen Seite gibt es gelungene atmosphärische Momente und einige sehr schön anzusehende Attraktionen. Funcom gebührt Respekt dafür, einen sehr ungewöhnlichen Titel veröffentlicht zu haben. Wer auf der Suche nach echtem Horror ist, wird damit aber nicht viel anfangen können.

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