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The Other Half: Jolla-Gehäuse selbst erstellen

Bastler können sich nun eine eigene Rückseite für ihr Jolla-Smartphone herstellen. Denn das Unternehmen hat die Spezifikationen zu den Covern unter einer fast freien Lizenz veröffentlicht.
/ Sebastian Grüner
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Das Standard-Cover hat wohl bald ausgedient. (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
Das Standard-Cover hat wohl bald ausgedient. Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Bisher sind lediglich vorgefertigte Rückseiten für das Jolla-Smartphone verfügbar, die der finnische Hersteller als "The Other Half" vermarktet. Doch ab sofort stehen jedem Interessierten die Spezifikationen zu den Wechselhüllen(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Mit der selbst gedruckten Rückseite lässt sich auch das Verhalten des Jollas beeinflussen und die Hardware erweitern.

Softwareinstallation mittels Cover

Bisher dienen die kommerziell erhältlichen Cover lediglich dazu, das Hintergrundbild sowie das sogenannte Ambiente, also die Farbgebung der Oberfläche, zu verändern. Darüber hinaus ist es möglich, Sounds wie den Klingelton anzupassen.

Diese sogenannten Ambiance-Cover werden über ein NFC-Tag erkannt und führen zu einem Download des Pakets mit den Einstellungen. Doch das Paket kann um wesentlich mehr Softwarekomponenten erweitert werden. Dank der Eigenschaften des RPM können auch Abhängigkeiten installiert werden, etwa weitere Anwendungen.

Hardwareausstattung erweitern

Neben dem NFC-Tag lässt sich über die Wechselhüllen auch auf sechs elektrische Kontakte zugreifen. Diese umfassen Gleichstrom-Ein- und Ausgaben, eine Erdung, zwei I2C-Kontakte sowie einen Interrupt-GPIO-Pin, Letzterer kann benutzt werden, um das Jolla aufzuwecken oder etwa Funktionen für weitere Knöpfe zu implementieren.

Der Gleichstromeingabe-Pin ist mit dem Akku des Jollas verbunden, wodurch das Gerät auch kabellos geladen werden kann. Über die Stromzufuhr nach außen können Chips wie etwa weitere Funktechnik im Gehäuse versorgt werden. Der I2C-Bus(öffnet im neuen Fenster) arbeitet im Fast Mode, also bei einer maximalen Übertragungsrate von 400 KBit/s. In die Hülle integrierte I2C-Hardware muss als Slave genutzt werden und kann über Treiber im Kernelspace oder Userspace angesprochen werden.

Jolla mit Sailfish OS – Test
Jolla mit Sailfish OS – Test (02:32)

In der offiziellen Spezifikation sind einige mögliche Cover und deren notwendige Pin-Belegung bereits aufgeführt, ebenso diverse Hinweise zur Softwareprogrammierung. Weitere Bestandteile des Entwicklerkits sind eine Vorlage für ein Ambiance-RPM sowie CAD-Dateien zum Verändern des Gehäuses und zum 3D-Druck.

Die Software steht unter einer BSD-artigen Lizenz, die eigentliche Spezifikation sowie die Daten zum Gehäuse unter einer eigenen Community-Lizenz(öffnet im neuen Fenster) . Diese erlaubt zwar den persönlichen Gebrauch, aber keine kommerzielle Weiterverwendung. Das macht die Lizenz zumindest im engeren Sinne zu einer unfreien Lizenz, ähnlich wie die Non-Commercial-Lizenzen der Creative Commons.


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