Starke Themensetzung, weniger alberner Humor

Auch in der ersten Staffel gab es bereits hervorragende Geschichten, tolle Wortspiele sowie subtile Anspielungen, die aber viel zu häufig durch oftmals viel zu lange Fäkalhumorsequenzen in den Schatten gestellt wurden. Nichts gegen Fäkalhumor, der durchaus lustig sein kann - wie bei den meisten Dingen kommt es dabei allerdings auf die Dosis an. Das Gleichgewicht aus subtilem Humor, derben Witzen und guten Geschichten hat MacFarlane in der ersten Staffel von The Orville nicht immer getroffen; so wäre die Folge "Majority Rule", in der es um den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Gesellschaft geht, auch dann noch eindrucksvoll gewesen, wenn Lieutenant Lamarr wegen etwas anderem als der Kopulation mit einer Statue verhaftet worden wäre.

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In der neuen Staffel lenken derartige Einzelheiten nicht von den guten Geschichten ab, gleichzeitig wird die Serie aber auch nicht zu ernst. Durch das bessere Gleichgewicht bietet sich viel mehr Raum für die lohnenswerten Storys, die MacFarlane zu erzählen hat - etwa, wenn sich Lieutenant Malloy in einer derartigen Drolligkeit in eine Simulation einer seit 400 Jahren toten Erdenbewohnerin verliebt, dass man ihn regelrecht bemitleidet. Das Thema Gleichberechtigung zieht sich wie ein roter Faden durch die Staffel und wird unter anderem in wiederkehrender Weise anhand der Rasse der Moclaner aufgegriffen, die Frauen als minderwertig ansehen.

Die Moclaner entwickeln sich in Staffel 2 zum regelrechten Problem für die Planetenunion, hier spannt MacFarlane einen weiteren Bogen zu aktuellen politischen Problemen: Die Rasse ist wirtschaftlich von strategischem Interesse für die Union, hängt aber einem archaischen und frauenverachtenden Weltbild an. Es ist nicht schwer, im realen Leben Äquivalente für derartige politischen Beziehungen zu finden, die MacFarlane durch die Aussagen seiner Figur Ed Mercer in der Serie stark kritisiert. Auch in den Verhandlungen mit den Krill um einen Erdenbürger lässt MacFarlane durchscheinen, wie sehr ihn das Beugen von Prinzipien zwecks politischer Kämpfe stört.

Gegenwartskritik à la Raumschiff Enterprise

Mit dieser Themensetzung setzt MacFarlane die Tradition früherer Star-Trek-Serien fort, die insbesondere in der Frühzeit des Franchises immer wieder aktuelle gesellschaftliche Probleme kritisiert haben. Zu nennen ist beispielsweise der Kuss zwischen Captain Kirk und Lieutenant Uhura in Raumschiff Enterprise, dem ersten Kuss zwischen einem weißen Schauspieler und einer farbigen Schauspielerin im US-Fernsehen - zu einer Zeit, in der das Land von Rassenunruhen erschüttert wurde. Einen derartigen Gegenwartsbezug hat das Star-Trek-Franchise mittlerweile zugunsten eines eher actionlastigen Erzählstils aufgegeben, was nicht zwingenderweise schlecht sein muss, wie unsere Rezension der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery zeigt.

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Star Trek: Discovery hat die thematisch abgeschlossenen Einzelepisoden vergangener Star-Trek-Serien gegen einen staffelübergreifenden Plot eingetauscht. Dadurch geht der gewisse Grundcharakter, den jede vorige Star-Trek-Serie hatte, verloren, was auch einer der Gründe sein dürfte, weswegen manche alteingesessenen Fans mit der neuen Serie nicht warm werden. The Orville bedient die Vorliebe nach in sich abgeschlossenen Geschichten, die höchsten zwei Folgen umspannen. Auch das könnte die Serie für manchen Trekkie so interessant machen - neben all den anderen Parallelen zum Star-Trek-Universum wie der Planetenunion, verschiedenen Rassen und dem Look der Raumschiffe. Auch ehemaligen Star-Trek-Stars scheint MacFarlanes Projekt zu gefallen, wie zahlreiche Gastrollen in der zweiten Staffel zeigen.

Einen Vergleich mit Star Trek hat The Orville aber eigentlich gar nicht nötig. Die Serie hat mit der zweiten Staffel genug eigenständigen Charakter gewonnen und stellenweise eine thematische Tiefe erreicht, die sogar der Star-Trek-Klassiker Next Generation nicht hatte. Die Masken und Spezialeffekte sind zudem durchweg auf hohem Niveau. Nach der zweiten Staffel von The Orville bleibt zu hoffen, dass der Sender Fox das Potenzial der Serie erkennt und sie in eine dritte Staffel führt - insbesondere beim Saisonfinale zeigt Seth MacFarlane, dass ihm die Ideen noch lange nicht ausgegangen sind.

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 The Orville Staffel 2: Weniger Family Guy, mehr Tiefe
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Katharina... 09. Mai 2019

Nein,, TOS ist ein totalausfall. z.B. Reno

Katharina... 06. Mai 2019

Ich würde mal sagen: so wie es in den Wald hinein schallt, so kommt es auch heraus...

Katharina... 06. Mai 2019

@dee wahre Hannes Jup S31 gab es bereits in ENT und DS9. S31 ist also älter als die UFP.

gfa-g 05. Mai 2019

Einige stellen sich offensichtlich diese Frage. Ich nie und musste das auch nicht wissen.

gfa-g 05. Mai 2019

Das ist doch wirklich Geschmackssache. Ich empfinde es als einen nicht endenwollenden...



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