The Ocean Cleanup: Viel Plastikmüll im Pazifik stammt aus der Fischerei

Die Initiative The Ocean Cleanup hat den Plastikmüll analysiert, den sie aus dem Meer gefischt hat. Die Herkunft war überraschend.

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Plastikmüll aus dem Pazifik: Die Fischerei muss angegangen werden.
Plastikmüll aus dem Pazifik: Die Fischerei muss angegangen werden. (Bild: The Ocean Cleanup)

Woher kommt der Plastikmüll? Die Initiative The Ocean Cleanup fischt seit einigen Jahren Plastikmüll aus dem Nordpazifik und analysiert diesen zusammen mit der Universität Wageningen. In einer Studie stellen die beiden vor, woher der Müll kommt.

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Die von dem Niederländer Boyan Slat gegründete Initiative will den Great Pacific Garbage Patch (GPGP), den Großen Pazifischen Müllfleck, aufräumen. Das ist eine riesige Müllansammlung im Nordpazifikwirbel, die aus rund 80.000 Tonnen Plastik besteht.

Laut der Studie, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, handelt es sich dabei weniger um Müll, den Menschen an Land ins Meer geworfen haben, wie Plastikflaschen oder -tüten. Analysiert wurde das Material, das der Müllsammler System 001/B 2019 gesammelt und anschließend an Land gebracht hatte.

Fischernetze wurden nicht berücksichtigt

Der überwiegende Anteil davon, zwischen 75 und 86 Prozent, stammt demnach aus der Hochseefischerei. Etwa 46 Prozent des Plastiks sind Fischernetze und Langleinen, was allerdings vorher schon bekannt war. Sie blieben ebenso wie Seile deshalb bei dieser Studie außen vor.

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Untersucht wurden über 6.000 Objekte aus Hartplastik in einer Größe von mehr als 5 Zentimetern. Ein Drittel davon war nicht mehr identifizierbar. Der Rest waren etwa Bojen, Schwimmer, Kisten, Aalfallen und Eimer. Sie wurden nach vordefinierten Kategorien klassifiziert, darunter Art des Objekts, Herkunft oder Alter.

Das zeige, dass die meisten Objekte im GPGP aus der Fischereiindustrie stammten und auf See verloren gegangen seien - und nicht von Flüssen aus aufs Meer hinausgetrieben seien. Modelle zeigten, dass diese Objekte recht schnell wieder zurück an Land getrieben würden, schrieb Matthias Egger, Forschungsleiter bei The Ocean Cleanup.

Das älteste Objekt war über 50 Jahre alt

Etwa 40 Prozent der Objekte stammen aus dem 20. Jahrhundert, das älteste, eine Boje, wurde 1966 produziert, was zeigt, wie langlebig Plastikobjekte sind. Das Team von Ocean Cleanup und der Universität Wageningen versuchte zudem, die Herkunft der Teile zu ermitteln.

Hinweise darauf lieferten beispielsweise Firmen- oder Markennamen sowie Angaben zu Adresse, Telefonnummer etc. Danach stammen etwa 34 Prozent der Objekte wahrscheinlich aus Japan, 32 Prozent aus China, 10 Prozent von der koreanischen Halbinsel und etwa 7 Prozent aus den USA.

Plastik. Der große Irrtum: Vom sagenhaften Aufstieg der Kunststoffe und dem Preis, den wir heute dafür zahlen müssen

Bemerkenswert hingegen sei, dass nur wenig Material aus Pazifikanrainern gefunden wurde, deren Flüsse extrem mit Plastik verschmutzt sind. Diese "offensichtliche Diskrepanz zwischen der bekannten Dominanz von Plastikemissionen vom Land in den Ozean einerseits und der großen Menge an fischereibedingtem Plastik im GPGP andererseits", sei überraschend gewesen, schrieb Egger.

Für das Vorhaben von The Ocean Cleanup bedeute das, dass es nicht ausreiche, den GPGP aufzuräumen sowie Plastik aus Flüssen abzufangen und Altplastik zu beseitigen, schrieb Eggers. "Um den GPGP nachhaltig zu reinigen, muss auch die andere Quelle - die Fischerei - angegangen werden."

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Valanx 07. Sep 2022 / Themenstart

Ach komm. Der Fischer denkt sich:" Ach die 2 Netze die ich in 20 Jahren da mal...

Valanx 07. Sep 2022 / Themenstart

Ne danke unsere Flüsse sind so tot und vergiftet das außer ausgesetzten fischen nur n...

Kondratieff 06. Sep 2022 / Themenstart

Was bedeutet denn für Dich "feststehen"? Wenn der ursprüngliche Forschungsbericht, den...

Quantium40 06. Sep 2022 / Themenstart

In der Hinsicht können wir uns aber mal ganz entspannt zurücklehnen. Der Anteil an...

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