The Ocean Cleanup: Jenny sammelt knapp 30.000 Kilogramm Müll aus dem Meer

Das "Great Pacific Garbage Patch" ist der größte bekannte Plastikmüllberg im Meer. The Ocean Cleanup will die Meere nachhaltig schützen und hat sein neuestes System erfolgreich getestet.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Das neue Müll-Einfangsystem "Jenny" wird von zwei Schiffen in seiner Testphase gezogen.
Das neue Müll-Einfangsystem "Jenny" wird von zwei Schiffen in seiner Testphase gezogen. (Bild: The Ocean Cleanup)

Zahnbürsten, VHS-Kassetten, Golfbälle, Schuhe, Angelausrüstung und sogar einen Kühlschrank: Insgesamt fast 30.000 Kilogramm Müll hat The Ocean Cleanup aus dem Pazifischen Ozean gefischt. Die gemeinnützige Organisation hatte im Juli mit einem riesigen Müllfängersystem namens Jenny eine 12-wöchige Aufräumphase gestartet.

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Dafür sind die Organisatoren mit zwei Schiffen aufs Meer hinausgefahren. Allein bei der letzten Tour sind knapp 9.000 Kilogramm Müll in dem eine halbe Meile (umgerechnet circa 800 Meter) langen Müllfangsystem, einem trichterförmigen Netz, gelandet. Ihr Fangrevier war das "Great Pacific Garbage Patch" - eine gigantische Müllansammlung auf dem Pazifik, die beinah doppelt so groß wie der amerikanische Bundesstaat Texas ist.

Der Große Pazifische Müllteppich

Seit 1945 soll sich der Fleck alle zehn Jahre verzehnfachen und mittlerweile mehr als drei Millionen Tonnen an Plastikmüll enthalten. Die ältesten Plastikteile sollen über 50 Jahre als sein. Der Fleck schwimmt derzeit zwischen Hawaii und Kalifornien und erstreckt sich über eine Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometer. Dennoch kann er leicht übersehen werden. Für Satelliten ist die schwimmende Müllhalde sogar unsichtbar und selbst Taucher und Bootsfahrer würden ihn gelegentlich übersehen, heißt es bei CBS News.

Denn der größte Teil des Großen Pazifischen Müllteppichs sei kein festes und zusammengestauchtes Floß aus schwimmendem Müll. Vielmehr sei es ein enorm großer Flickenteppich, der aus winzigen, im Meerwasser schwebenden Plastikteilen bestehe. Manche Teile sind Plastikflaschen, andere Teile sollen kleiner als ein Reiskorn sein. Sie schweben in der oberen Wasserschicht.

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Der Müll wird durch rotierende Strömungen, den sogenannten Meereswirbeln, angezogen. Davon gibt es in den Weltmeeren insgesamt fünf und in jedem der Wirbel haben sich solche Müllberge angehäuft. Einer befindet sich im Indischen Ozean, zwei im Atlantik und zwei im Pazifik, wobei der Great Pacific Garbage Patch der größte und bekannteste von ihnen ist, heißt es bei der Organisation.

Vom Traum zur Wirklichkeit?

Hinter der 2013 gegründeten Initiative "The Ocean Cleanup" steckt der Niederländer Boyan Slat. Er war damals gerade 18 Jahre alt, als er es sich zur Aufgabe machte, die Ozeane vom Müll zu befreien. 2012 hatte er unter anderem während eines Ted-Talks seine Idee präsentiert. Bisher wurden mehrere Prototypen von der Organisation entwickelt, alle jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Das Modell von 2018 ging im Wasser kaputt und die Version von 2019 hatte nicht die nötige Müllsammelleistung, um das Problem wirksam zu bekämpfen.

Meeresschutz: Von der Rettung des blauen Planeten (Politische Ökologie)

Jenny, das neueste U-förmige Netzsystem, ist somit das bisher erfolgreichste Modell von The Ocean Cleanup. Der eingesammelte Müll wurde bereits nach British Colombia (Kanada) verschifft, wo er zum größten Teil recycelt werden soll. Die gesammelten knapp 30.000 Kilogramm sind jedoch nur ein erster Erfolg. Denn laut einer im Fachmagazin "Scientific Reports" veröffentlichten Studie von 2018 enthalte das Great Pacific Garbage Patch insgesamt rund 79.000 Tonnen an Plastikmüll.

Außerdem würden zusätzlich jedes Jahr mehr als 11 Millionen Tonnen Müll in die Ozeane gelangen, zeigten die Forscher einer Studie aus dem Jahr 2020. Wenn nichts unternommen würde, würde sich laut den Studienergebnissen der Plastikmüll bis 2040 vermutlich verdreifachen. Dies könnte laut den Forschenden jedoch um bis zu 80 Prozent eingedämmt werden, wenn man den acht von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen folgen würde. Dazu gehören unter anderem die Erhöhung der Müllsammelquote in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen, das Verwenden von alternativen Materialien wie beispielsweise Papier und die Verringerung des Exports von Kunststoffabfällen.

Bis 2040 möchte The Ocean Cleanup übrigens bis zu 90 Prozent des Plastikmülls im Great Pacific Garbage Patch beseitigen. Bisher ist das Jenny-System jedoch noch in der Testphase. Im Sommer 2022 soll ein noch größeres Reinigungssystem auf dem Markt kommen, an dem die Organisation gerade arbeitet. Es soll als Vorlage für eine Flotte von Systemen dienen, mit der man bis zu 20.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr aus den Meeren entfernen könne.

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plutoniumsulfat 04. Nov 2021

Zumal ja jedes Jahr 11 Millionen Tonnen in die Meere hinzukommen, also etwa 2 Millionen...

dummzeuch 03. Nov 2021

Ja, wir (Deutschen / Europäer) exportieren einen Großteil unseres Plastikmülls als...

Alessey 03. Nov 2021

Wow, du bist mein Held! Danke für deine Leistung. Ich bin echt beeindruckt. *sarkasmus*

Skateboarder 03. Nov 2021

Die Fischerei hat ein großes Interesse daran, die Herkunft des Mülls im Meer zu...



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