The Moon: Wurm befällt Linksys-Router und verbreitet sich darüber
Die Sicherheitsforscher des US-Unternehmens Sans(öffnet im neuen Fenster) berichten von einem Wurm, der bestimmte Routermodelle von Linksys befällt. Das Programm wird auf den Routern selbst ausgeführt und versucht, sich über die Ports 80 und 8080 zu verbreiten. Dazu kontaktiert es bestimmte IP-Bereiche von Providern, um dort einen weiteren Linksys-Router mit derselben Schwachstelle zu finden. Dadurch war der Wurm bei einem Provider(öffnet im neuen Fenster) im US-Bundesstaat Wyoming auch zuerst aufgefallen, dessen Kunden ihn wegen eines langsamen Internetzugangs ansprachen – der Wurm hatte fast die gesamte Bandbreite der Anschlüsse belegt.
Die Lücke der Router liegt in einem schlecht gesicherten Zugang für die Fernwartung des Geräts ( HNAP(öffnet im neuen Fenster) ), durch den sich Skripte und dann auch Binärprogramme in den Router einpflanzen können. Das tut der Wurm in mehreren Schritten, die eigentliche Software ist rund 2 MByte groß. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen wird dabei die Firmware nicht dauerhaft verändert. Werden die Router aus- und eingeschaltet, ist der Wurm verschwunden.
Auch direkte Schadfunktionen wurden noch nicht gefunden, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die befallenen Router für ein Botnetz verwendet werden könnten. Wohl um sich im Netz des Providers zu tarnen, trägt der Wurm manchmal statt dem DNS des Providers die Adressen der Google-Nameserver im Router ein. Bisher gibt es keinen sichtbaren Zusammenhang des Wurms mit der kürzlich bekanntgewordenen Lücke mit einer Backdoor auf dem Port 32764, von der auch Linksys-Router betroffen sind.
Verbindung zu Science-Fiction-Film
In den Binärdateien des Programms befinden sich auch einige Bilder, die eine Verbindung zu dem Science-Fiction-Film " Moon(öffnet im neuen Fenster) " aus dem Jahr 2009 nahelegen. Eines der Bilder ist das Logo der erfundenen Firma "Lunar Industries Ltd." , die in dem Film vorkommt. Daher haben die Sicherheitsforscher den Wurm auch "The Moon" genannt.
Das Unternehmen Sans nennt derzeit nur die Routermodelle E4200, E3200, E3000, E2500, E2100L, E2000, E1550, E1500, E1200, E1000 und E900 von Linksys als betroffene Geräte. Im Forum von Ars Technica hat sich aber auch der Provider aus Wyoming gemeldet(öffnet im neuen Fenster) , er bezeichnet auch WRT-Router prinzipiell als anfällig. Insbesondere soll das Modell WRT160 von dem Wurm genutzt werden können, weitere Modelle nennt der Provider nicht.
Zu den bisherigen Untersuchungen des Wurms hat Sans eine knappe Zusammenfassung(öffnet im neuen Fenster) erstellt, die durch eine ausführlichere Beschreibung(öffnet im neuen Fenster) inklusive decodierter Code-Beispiele ergänzt wird.
Nachtrag vom 17. Februar 2014, 11:55 Uhr
Linksys hat den Fehler in seinem Supportforum bestätigt(öffnet im neuen Fenster) . Um eine Infektion des Routers mit dem Wurm zu verhindern, reicht es laut Angaben des Unternehmens, die Fernwartung abzuschalten. Danach muss – wie die Entdecker der Lücke schon beschrieben hatten – das Gerät aus- und wieder eingeschaltet werden. "In den kommenden Wochen" , so Linksys, soll eine neue Firmware die Lücke schließen.
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