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The Mandalorian Staffel 3: Baby Yoda rettet den Tag!

Wenn der knuddelige Grogu in The Mandalorian zu sehen ist, können wir nur schmunzeln. Generell unterhält die dritte Staffel wieder enorm.
/ Oliver Nickel
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Grogu ist definitiv der Star der Show in The Mandalorian Staffel 3. (Bild: Starwars.com/Disney)
Grogu ist definitiv der Star der Show in The Mandalorian Staffel 3. Bild: Starwars.com/Disney

Achtung! Wir verraten in dieser Rezension zwar keine genauen Details der dritten Staffel von Star Wars: The Mandalorian, umreißen aber die Grundgeschichte. Außerdem gehen wir auf einige vergangene Ereignisse ein. Wer nichts davon erfahren will, liest ab hier besser nicht weiter!

Wenn wir eine Sache nennen müssten, durch die John Favreaus Star-Wars-Serie The Mandalorian berühmt geworden ist, fällt uns die Wahl nicht unbedingt schwer: Baby Yoda, Grogu, ist der ein Fuß große Superstar und kann mit seinen großen Knopfaugen und den viel zu großen Ohren selbst die hartgesottensten Grummel bewegen.

In Staffel 3 setzen Favreau und sein Team das süße Wesen gezielt ein, um mit unseren Gefühlen zu spielen. Das geht so weit, dass er zum Staffelfinale den Tag rettet.

Dieser Aspekt gefällt uns an der neuen Staffel sehr: Bereits etablierte Charaktere wie Grogu bekommen mehr zu tun und können auf ihre eigene Art dem Protagonisten in schimmernder Rüstung zur Seite stehen. Denn Din Djarin (Pedro Pascal), auch bekannt als der Mandalorianer, muss mal wieder eine Menge Schurken verprügeln. Da kommt jede Hilfe recht.

Die acht Folgen der dritten Staffel konzentrieren sich nicht mehr so sehr auf einzelne Kopfgeldjägerabenteuer. Die Showrunner zeigen vielmehr, wie die Kultur der Mandalorianer aus der Asche des eigenen Planeten wieder auferstehen soll. Djarin sucht dafür die Hilfe von Bo-Katan Kryze (Katee Sackhoff) und des eigenen zerstreuten Clans. Wir als Zuschauer bekommen einen Einblick in die Rituale und Bräuche des Kriegervolkes.

Hat da jemand nach dem Way gefragt?

Das gelingt allerdings nicht immer. Wirkten Sprüche wie "This is the Way" in vergangenen Staffeln durch ihren punktuellen und taktisch spärlichen Einsatz stets irgendwie cool, besteht nun gefühlt jeder dritte Satz daraus. Und auch das aus der ersten Staffel bekannte "I have spoken" , bekannt gemacht von Publikumsliebling Kuill, verkommt in einer Episode von Staffel 3 zu einer Floskel.

The Mandalorian – Season 3 Trailer
The Mandalorian – Season 3 Trailer (01:50)

Das raubt der mysteriös wirkenden Mandalorianerkaste mit dem Helmfetisch nicht nur einmal die Magie. Als der süße Grogu dann auch noch Paintball gegen einen Jüngling spielen muss und wie ein Flummi durch die Gegend hüpft, können wir nur lachen – obwohl diese Szene sicher eine ernstgemeinte Charakterentwicklung zeigen soll. So wie Grogu hier wie ein knuddeliger Teddybär durchs Kinderzimmer herumfliegt, fällt es uns aber schwer, das ernst zu nehmen.

Abgesehen davon funktioniert die bekannte Mandalorian-Formel weiterhin größtenteils exzellent. Nahezu jede Folge liefert uns Star-Wars-Action und nostalgische Momente im Minutentakt. Selbst 40 Minuten lange Folgen wirken so oft sehr kurz.

Eine Anekdote auf Andor

Dabei lassen Favreau und sein Team auch Experimente zu. Eine komplette Episode dreht sich nicht um die Mandalorianer, sondern andere aus den vorherigen Staffeln bekannte Figuren. Die Episode erinnert mit ihrer langsameren Erzählweise stark an die von uns so geliebte Star-Wars-Serie Andor . Politische Intrigen und das Leben auf Coruscant sind eine willkommene Abwechslung zu Raumschiffscharmützeln und Blastergefechten.

Zum Ende der dritten Staffel führt gerade dieser interessante und intrigenreiche Handlungsstrang aber eher ins Leere. Möglicherweise greifen die Serienmacher das Thema in einer vierten Staffel oder einer weiteren Star-Wars-Serie wieder auf.

Eine Referenz auf eine kommende Serie gibt es schließlich – aufmerksame Fans werden sie direkt erkennen. Hier gibt es nämlich Hinweise auf Ahsoka Tano, die sich in ihrer eigenen Serie auf die Jagd nach ihrem Erzfeind und die Suche nach einem Freund begibt.

Referenzen auf klassisches Star Wars müssen wir in The Mandalorian hingegen nicht lange suchen.

R2-D2 mit Höhenangst

Zwar könnten wir uns über einige merkwürdige Szenen mit Grogu oder die immer wieder sehr inkompetent wirkenden Gegenspieler aufregen. Das ist aber schnell vorbei, wenn wir die vielen anderen tollen Star-Wars-Referenzen und das große Ganze betrachten. The Mandalorian fühlt sich wie richtiges Star Wars an: Es röhren Tie-Interceptors, es summen X-Wing-Sternenjäger und es piepsen Astromech-Droiden in todessternartigen Korridoren umher.

Din Djarins Astromech Droide R5 erinnert wahrscheinlich nicht ohne Grund an den putzigen R2-D2 der Star-Wars-Filme. Er ist allerdings im Gegensatz zu seinem rundköpfigen Kollegen weit weniger mutig und hat Angst vor steilen Klippen und Abgründen. Das sorgt bei uns immer wieder für Kichermomente.

Praktische Effekte sind einfach magischer

R5, Grogu und andere Figuren werden wieder durch ein großes Maß praktischer Spezialeffekte und über Animatronics zum Leben erweckt. Dadurch behält The Mandalorian den Charme der Ur-Trilogie bei, die in Zeiten analoger Effekte und daher mit einer ganz speziellen Optik entstand – im Gegensatz zu den fast ausschließlich computergenerierten Kampfdroiden der Prequel-Trilogie.

Das virtuelle Set von Mandalorian (ILM)
Das virtuelle Set von Mandalorian (ILM) (04:42)

Apropos Kampfdroiden: Auch sie bekommen einen kleinen Auftritt in The Mandalorian und machen unseren Helden das Leben schwer. In derselben Episode tritt auch ein bekannter Schauspieler in einer kleinen, aber charmanten Cameorolle auf.

Das perfekte Team für den Job

Der Mix aus tollen Kostümen, das geniale Setdesign und der ikonische Sound der Star-Wars-Welt funktionieren in The Mandalorian zum dritten Mal in Folge enorm gut. Dabei zeigen Serien wie The Book of Boba Fett und Obi-Wan Kenobi, dass diese Nostalgie kein Garant für eine sehr gute Serie ist. John Favreau, ILM, die tollen Schauspieler und das talentierte Filmteam rund um The Mandalorian spielen hier definitiv einen wichtigen Part.

Also Disney: Wir sehen uns gerne mehr The Mandalorian an. Die letzte Szene der dritten Staffel lässt auf eine vierte Staffel mit mehr Kopfgeldabenteuern und weniger "This is the Way" hoffen. Sie könnte aber auch gut als Endpunkt für eine insgesamt fantastische Serie dienen.

Wir hoffen auf Ersteres.


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