The Line: Saudi-Arabien will verspiegelte Stadt in der Wüste bauen

Eine Fata Morgana? Nein, eine verspiegelte Stadt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat das Design für die Wüstenstadt The Line vorgestellt. Sie soll sehr lang und sehr schmal sein und an den Außenseiten Spiegel tragen.
The Line soll die Stadt heißen, in der neun Millionen Menschen wohnen sollen. Die Form ist sehr ungewöhnlich: The Line wird nur 200 Meter breit sein, dafür 170 Kilometer lang. Damit auf der Fläche von nur 34 Quadratkilometern dennoch so viele Bewohner Platz finden, wird sie 500 Meter hoch. Die Außenseiten sollen aus verspiegelten Glasflächen bestehen.
Die Stadt soll aus erneuerbaren Quellen mit Energie und Wasser versorgt werden. Die Bauweise soll für die Klimatisierung sorgen: Warme Luft soll nach oben aufsteigen, während kältere durch das offene Dach hereinkommt. Im Inneren soll viel Grün angepflanzt werden. Viele Systeme der Stadt sollen durch künstliche Intelligenz gesteuert werden.
The Line wird autofrei
The Line soll in einzelne, senkrecht organisierte Stadtviertel aufgeteilt werden. Es wird darin keine Autos geben. Alle wichtigen Einrichtungen des täglichen Lebens wie etwa Schulen, Arztpraxen, Freizeiteinrichtungen oder Grünflächen sollen in fünf Minuten zu Fuß erreicht werden können. Der schmale Grundriss der Stadt ist da von Vorteil.

Für längere Fahrten ans andere Ende der Stadt, etwa ans Meer, soll es öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geben. Dazu gehören Drohnen und Flugtaxis. Es wird aber auch ein Hochgeschwindigkeitsverkehrsmittel geben. Denn eine Fahrt vom einem zum anderen Ende der Stadt – also eine Strecke von 170 Kilometern – soll nicht länger als 20 Minuten dauern.
Das Konzept für The Line wurde Anfang vergangenen Jahres vorgestellt . Das Design präsentierte der Kronprinz dieser Tage(öffnet im neuen Fenster) . Am 1. August wird eine öffentliche Ausstellung dazu in Jeddah(öffnet im neuen Fenster) eröffnet.
The Line ist Teil der Megastadt Neom, die im Nordwesten des Landes entsteht. Zu Neom gehört unter anderem ein Flughafen, der 2019 eröffnet wurde. Für das Projekt Neom will die saudi-arabische Regierung 500 Milliarden US-Dollar bereitstellen.
Das Projekt ist umstritten, da dafür Bewohner der Region vertrieben wurden. Saudi-Arabien steht allgemein wegen Verstößen gegen die Menschenrechte in der Kritik.



