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The Line: Großprojekt Neom könnte weitläufig das Wetter ändern

Mit einer geplanten Länge von 170 km und 500 m Höhe ist zu erwarten, dass die Struktur von The Line Klima und Umwelt lokal destabilisiert.
/ Mario Petzold
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Einmal fertiggestellt, könnte der Einfluss der riesigen Stadt verheerend sein. (Bild: Neom)
Einmal fertiggestellt, könnte der Einfluss der riesigen Stadt verheerend sein. Bild: Neom

Donald Wuebbels, Professor für Meteorologie an der University of Illinois, USA, und wissenschaftlicher Berater des Projekts Neom berichtet in der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) , dass die geplante Megastadt The Line nach der Fertigstellung unkalkulierbare Auswirkungen auf die lokalen klimatischen Bedingungen haben könnte. Neben der Veränderung von Niederschlagsmengen und -mustern dürfte eine durchgehende Fassade mit einer Länge von 170 km und 500 m Höhe insbesondere Wind und Sandstürme verstärken.

Die neue Stadt soll an der Westküste der Arabischen Halbinsel entstehen und schlussendlich 500 Milliarden Euro kosten. Zwar sind Zweifel an der Fertigstellung in absehbarer Zeit angebracht, aber die erste Bauphase auf mehr als 1 km Länge hat begonnen und über die gesamte Strecke hinweg sind auf Satellitenaufnahmen immerhin Erdarbeiten zu erkennen.

Genügend Studien vorhanden

Es ist deshalb laut Donald Wuebbels dringend notwendig, weitere Untersuchungen anzustellen, um mögliche Veränderungen des lokalen Wetters vorhersagen zu können und im besten Fall gegenzusteuern. Welchen Einfluss urbane Regionen auf das Wetter haben können, zeigt unter anderem eine Studie(öffnet im neuen Fenster) der Universität von Lausanne in der Schweiz.

Anhand von acht Großstädten und Regendaten aus sieben Jahren konnte gezeigt werden, dass die bebauten Flächen beispielsweise Starkregenereignisse auslösen können. Eine weitere Studie der Universität Hohenheim(öffnet im neuen Fenster) , Stuttgart, untersuchte den Einfluss riesiger Solarfelder auf das Wetter in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Sobald die Photovoltaikanlagen mehrere hundert Quadratkilometer groß werden, eine Dimension, die aktuell geplant ist, würde die Regenmenge in der gesamten Region um etwa 10 Millimeter zunehmen. Was in Deutschland ein regnerischer Tag wäre, entspricht auf der Arabischen Halbinsel der Regenmenge des gesamten Sommers.

Auswirkungen ungewiss

Wie genau ein massives und über 100 km langes Gebilde Einfluss auf das Wetter ausübt, muss dagegen noch untersucht werden. Donald Wuebbels, der allerdings auch auf der Gehaltsliste des Projekts Neom steht, bleibt optimistisch. Im Grunde sei es wie eine geplante Mondlandung und der Einsatz von so viel Geld und Technik eröffne die Chance, viele neue Erkenntnisse zu gewinnen.


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