The Last of Us angespielt: Überleben für Fortgeschrittene

Überall nur Trümmer in Boston. Oder dort, wo früher mal Boston war. In The Last of Us ist nicht viel von der US-Metropole übrig geblieben, nachdem eine weltweite mysteriöse Pilzinfektion einen Großteil der Menschheit ausgeschaltet hat. In dem Actionspiel, das derzeit beim Entwicklerstudio Naughty Dog(öffnet im neuen Fenster) ( Uncharted ) in Los Angeles für die Playstation 3 entsteht, kämpfen wir mit einem ungleichen Duo ums Überleben. Direkte Kontrolle haben wir über den stämmigen Joel, ihm zur Seite steht die 14-jährige Elli, deren Bewegungen und Handlungen das Programm übernimmt.

Beim gut einstündigen Anspielen einer weitgehend fertigen Version war außerdem noch eine Frau namens Tess im Team. Sie hatte mal eine Romanze mit Joel, und ein bisschen was läuft da wohl immer noch. Viel wichtiger: Tess kennt sich in der Trümmerlandschaft aus, weiß über die Infizierten Bescheid und kann mitkämpfen. Unsere Aufgabe ist es, Elli zu einem in der Ferne leuchtenden Gebäude zu bringen.









Die ersten 15 Minuten laufen wir mit dem Trio durch die Trümmerlandschaft. Tess erklärt Elli, was früher in den Städten los war, während wir mit dem schweigsamen Joel die Nachhut bilden. Die Drei bewegen sich langsam. Außerdem können wir längst nicht so gut klettern wie etwa Lara Croft in Tomb Raider oder Nathan Drake in Uncharted. The Last of Us setzt ein Stück weit auf Realismus.
Gefährliches Echo im Büro
Nach kurzer Zeit haben wir in einem zerstörten Bürokomplex unsere erste Begegnung mit einem Clicker. So nennt das Programm eine Art der infizierten Personen, bei denen sich die Pilze so stark ausgebreitet haben, dass sie nicht mehr sehen können. Deshalb machen sie ständig Klickgeräusche, um vom Echo und Wiederhall auf ihre Umgebung schließen zu können.
Clicker gehören in The Last of Us zu den härteren Gegnern: Sie sind sehr stark und vertragen mehrere Treffer mit der Pistole. Mit den Fäusten können wir sie nur mit sehr viel Glück ausschalten. Also versuchen wir, den ersten Clicker in die Irre zu führen und werfen einen herumliegenden Ziegelstein in eine Ecke des Büros, wohin er sich dann auch wendet, so dass wir flüchten können.
Kampf mit mehreren Clickern
Bei der nächsten Begegnung mit einem Clicker kommen wir nicht so leicht davon, dafür zeigt sich mehr vom Kampfsystem. Zusätzlich haben wir es nämlich mit sogenannten Runners zu tun: Das sind Menschen, die erst seit kurzem infiziert sind. Sie wollen uns zwar an die Gurgel, sind aber vergleichsweise einfach auszuschalten. An den ersten schleichen wir uns von hinten an und erwürgen ihn lautlos. Dann eskaliert der Kampf, denn gleich mehrere seiner Kumpel stürzen sich auf uns. Gefahr droht aber vor allem vom Clicker. Die Runner schalten wir in einer kurzen Prügelei aus, und den Clicker können wir dann mit sehr viel Glück mit der letzten unserer Pistolenkugeln erledigen.
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Bei der nächsten Begegnung gibt es noch mehr zu tun, denn auf uns warten gleich mehrere Clicker und Runner, und Umgehen, sonst oft eine Möglichkeit, funktioniert nicht. Hier hilft uns eine besondere Option: Per Tastendruck schließen wir die Augen und konzentrieren und auf unser Gehör. So ist es möglich die Umrisse der Gegner auch durch Wände hindurch zu sehen. Mit etwas mehr Spielerfahrung könnten wir nun unsere Planung an die (inzwischen etwas gefüllte) Munitionsvorräte anpassen.









Beim Anspielen greifen wir zur Methode "Trial and Error" und finden damit heraus, dass wir am besten zuerst einen Molotowcocktail in den Gang vor uns werfen, dann die Infizierten zu uns locken, so dass sie verbrennen, und die restlichen Feinde erst mit Pistolenschüssen und dann mit unseren Fäusten ausschalten.
Waffen basteln
Etwas später können wir noch eine weitere Funktion ausprobieren: Indem wir in den Trümmern herumliegende Gegenstände aufsammeln, bekommen wir allmählich einen anständigen Vorrat an Scherenklingen, Bandagen, Eisenrohren und ähnlichen Objekten zusammen. Im Inventar können wir so neue Waffen basteln und etwa einen Baseballschläger mit einer spitzen Klinge ausstatten. Damit schalten wir mit viel Glück auch einen Clicker ohne Pistolenschüsse aus. Danach allerdings können wir die Waffe vermutlich wegwerfen: Gegenstände in The Last of Us nutzen sich recht schnell ab, so dass wir mit unseren Ressourcen sehr gut planen müssen.
Zwischen den Kämpfen arbeiten wir uns langsam immer näher an das Ziel heran. Dazu müssen wir ab und zu Gegenstände zur Seite räumen und uns etwa überlegen, wie wir einen Lastwagen überqueren, der die einzige Straße blockiert. Zum Glück befindet sich in einem angrenzenden Haus ein Schrank, den wir an den Lkw heranschleifen können, um auf sein Dach zu kommen.
Später im Verlauf des Spiels sind Joel und Elli auch in anderen Umgebungen unterwegs – auch im Grünen auf dem Rücken von Pferden oder im Auto. Außerdem gibt es andere Gegnerarten, darunter neben Infizierten etwa Soldaten und Söldner. Diese Abschnitte konnten wir allerdings nicht ausprobieren oder ansehen.
Vorläufiges Fazit
Beim gut einstündigen Anspielen hat sich The Last of Us als spannendes, sehr düsteres Spiel mit einem durchdachten Kampfsystem entpuppt. Statt um schnelle Action scheint es in dem Programm eher um planvolles, recht langsames Vorankommen und den sinnvollen Einsatz von Ressourcen zu gehen. Die Handlung macht einen interessanten Eindruck, die Grafik wirkt zeitgemäß und ist – eine der Stärken von Naughty Dog – sehr gut animiert. Nach aktuellem Stand erscheint das Programm im Juni 2013 für die Playstation 3.