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The Flock im Test: Versteck spielen, bis alle tot sind

Ist The Flock überhaupt ein vollwertiges Spiel oder eher eine Art Experiment mit künstlerischem Anspruch? Ein Countdown zählt die Spielertode. Wenn er auf null steht, soll das Spiel nicht länger käuflich sein und unspielbar werden. Wir haben dem Counter im Test bereits ein paar Ziffern abgezogen und kommen zu einem Fazit.
/ Michael Wieczorek
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Screenshot des Lichtartefakts und Spielers der Flock (Bild: Vogelsap)
Screenshot des Lichtartefakts und Spielers der Flock Bild: Vogelsap

Über The Flock schreiben wir primär wegen seiner einen ungewöhnlichen Eigenschaft: Wenn in dem Gruselspiel von Vogelsap alle Leben von Spielern aufgebraucht wurden, wird es enden – nach Angaben der Entwickler für immer. Jedes Leben bekommt dadurch einen Wert. Insgesamt dürfen Käufer etwas über 200 Millionen Mal in dem Onlinespiel sterben.

The Flock – Fazit
The Flock – Fazit (01:46)

Im Kern ist The Flock ein kleines Indie-Multiplayer-Spiel, bei dem man sich ganz schön erschrecken kann. Drei bis fünf Spieler starten gemeinsam auf einer von drei Karten. Alle übernehmen die Rolle eines Gargoyle-ähnlichen Wesens der im Spiel The Flock genannten Rasse. Gespielt wird aus der Ego-Perspektive. Uns hat es ein wenig an die Mehrspielermodi des Shooters Aliens vs. Predator vom Spieleentwickler Rebellion erinnert, anno 1999.

In The Flock gibt es aber anders als im Alien-Spiel keine Waffen, sondern nur eine Lampe. Der erste Spieler, der die Lampe aufsammelt, wird automatisch zum sogenannten Carrier. Als Carrier kann der Spieler mit seiner Taschenlampe die Umgebung beleuchten und macht sich auf die Suche nach Artefakten, die er eine Weile lang beleuchten muss, um Punkte zu sammeln.

Der Clou: Hört der Carrier auf sich zu bewegen, geht seiner Taschenlampe die Energie aus – dann ist er leichte Beute für die übrig gebliebenen Flock-Spieler. Die versuchen, den Carrier nämlich zu überraschen und können ihn attackieren, um selbst zum Carrier zu werden und Punkte zu sammeln. Schafft es der Carrier, das Licht rechtzeitig auf einen Flock-Spieler zu richten, verbrennt Letztgenannter mit sofortiger Wirkung im Lichtkegel. Nur wenn er stehen bleibt, kann ihm das Licht nichts anhaben.

Um diesem recht simplen Katz-und-Maus-Spiel mehr Tiefgang zu verleihen, haben sich die Entwickler noch zwei nette Details ausgedacht. Der Carrier kann auf Knopfdruck sein Licht analog ausrichten. Beim Fokussieren leuchtet er weiter, hat aber nur eine sehr kleine Trefferzone. Schaltet er auf das Streulicht, sind fast 180 Grad vor dem Spieler mit Licht abgedeckt, allerdings ist der Kegel nur sehr kurz. Das ermöglicht es den Flock-Spielern, sich ungefährdet in die Nähe des Carriers zu begeben.

Verfügbarkeit und Fazit

Den Carrier zu überwältigen, war in unseren Test-Matches immer dann recht einfach, wenn die Spieler des Flocks zusammengearbeitet haben. Mit Sprüngen von oben zu attackieren, war ebenfalls recht erfolgversprechend. Eine nützliche Spezialfähigkeit des Flocks ist es, ein Abbild von sich in der Spielwelt "abzustellen" und sich mit einem Knopfdruck in die eigene abgestellte Hülle wieder zurückzutransportieren.

Stirbt ein Spieler – unabhängig ob als Flock oder Carrier -, wird die Zahl der global übrig gebliebenen Leben aller Spieler eingeblendet und mit einem schallenden Soundeffekt um eins verringert.

Die Grafik ist simpel und düster. Die Animationen der Charaktere sind ziemlich hakelig und bei der Kollisionsabfrage und den Trefferzonen benötigen Spieler schon etwas Geduld und Eingewöhnung. Für eine ausreichend bedrückende Stimmung und Atmosphäre sorgt die dynamisch gestaltete Soundkulisse.

The Flock ist für Windows-PCs über Steam erhältlich und kostet 17 Euro. Die USK hat den Titel laut ihrer Webseite noch nicht geprüft. Sobald alle Leben im Spiel aufgebraucht wurden, kann der Titel nicht länger erworben werden. Die Entwickler planen für alle verbliebenen Spieler ein "Finale", über das aber noch keine näheren Details verfügbar sind.

Fazit

Spieler, die sich schon immer mal wie eine Motte fühlen wollten, die stetig nach dem Licht strebt, bis sie ihm zu nahe kommt und stirbt, sollten sich The Flock genauer ansehen. Zusätzlich legen wir das Spielexperiment allen ans Herz, die das einfallsreiche Konzept und damit die Entwickler unterstützen wollen und sich in ein paar Monaten nicht ärgern, dass sie The Flock nicht mehr spielen können, obwohl sie dafür Geld ausgegeben haben.

Bei der Qualität gibt es bezüglich der Grafik, der Animationen, der Kartenauswahl und auch der Spielbalance einiges bei The Flock zu kritisieren. Nach zwei Stunden hatten wir genug vom Lichtsammeln. Das eigentliche Highlight, der heruntertickende Counter an Leben nach dem Bildschirmtod, gerät zudem sehr schnell in den Hintergrund. Und dann spielt sich The Flock eben wie eine kleine nette Multiplayer-Mod, die es in ähnlicher Form bereits häufig gegeben hat.

Für den Preis eines guten Kaffees wäre das einmal endende Multiplayer-Erlebnis von Vogelsap deutlich leichter zu empfehlen. Ohne das "Finale" einschätzen zu können, ist es aber trotz seiner seichten Unterhaltung und der gelungenen Soundkulisse seinen aktuellen Preis nicht wert.


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