The Expanse Staffel 6: Wenn der besten Sci-Fi-Serie die Zeit ausgeht

Wir fiebern erneut kräftig mit, wenn die Crew der Rocinante in The Expanse Abenteuer erlebt. Und dann ist die Serie auch schon vorbei - uff. Achtung, Spoiler!

Eine Rezension von veröffentlicht am
Viele Charaktere aus The Expanse kehren in der finalen Staffel zurück.
Viele Charaktere aus The Expanse kehren in der finalen Staffel zurück. (Bild: © Amazon Studios)

Achtung! Wir besprechen in dieser Rezension Teile der sechsten Staffel von The Expanse - möglichst allgemein und ohne Spoiler. Auch gehen wir auf einige der Charaktere und die Situation nach der fünften Staffel ein. Wer nichts wissen möchte, bevor er selbst The Expanse geschaut hat, sollte ab hier nicht weiterlesen.

Inhalt:
  1. The Expanse Staffel 6: Wenn der besten Sci-Fi-Serie die Zeit ausgeht
  2. Schwache Bösewichte und nervige Söhne in The Expanse

Es herrscht Krieg im Sonnensystem: Die Free Navy greift im großen Stil die Erde an und bindet die verbündeten Streitkräfte der Erde und des Mars. Mittendrin: die Crew des Kanonenboots Rocinante, eines der modernsten Schiffe im Sektor mit einigen der sympathischsten Charaktere im aktuellen Science-Fiction-TV. Ihr Ziel: den Revolutionär Marco Inaros und seine Belter-Anhänger zu besiegen. Doch Inaros hat seine eigene Agenda.

Auch in Staffel 6 zeigt The Expanse - ab dem 10. Dezember 2021 auf Amazon Prime Video - wieder Stärken, mit denen die Serie uns und viele andere Fans in ihren Bann gezogen hat: Die Kombination aus vergleichsweise realitätsnaher Science-Fiction, charismatischen Figuren, tollen Kostümen, CGI-Effekten und Setdesign wird auch in den finalen sechs Folgen wieder exzellent in Szene gesetzt.

Dazu wird es wieder unglaublich spannend, vor allem in den vielen Gefechten und Scharmützeln der letzten Episoden. Wir fühlen mit der Crew der Rocinante und anderen Charakteren, können uns durch die einmal mehr (auch im OV-Ton) gut verständlichen und exzellent geschriebenen Dialoge in ihre Lage versetzen.

Exkurs in ferne Welten trotz Zeitmangel

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Allerdings ist dem Filmteam die Zeit - und sichtbar auch das Budget - knapp geworden. So sehen wir in einigen Szenen wiederverwertete Sets aus den ersten Staffeln. Die sehen weiterhin wirklich gut aus, werden aber zu allem Übermaß teils mit zu wenigen Statisten, zu wenig Leben, bevölkert. Wenn Bösewicht Marco Inaros etwa eine Ansprache an alle Belter hält und ihm dann nur ein Dutzend Menschen zuhören, nimmt das der Szene die Dramatik.

Mit Blick auf die ohnehin kurze Screentime mit nur sechs Folgen à 40 bis 60 Minuten verstehen wir nicht, warum die Filmcrew hier noch einen weiteren Handlungsstrang aufbaut. Schon zu Beginn der Staffel schauen wir einer Familie auf einer der vielen Hundert neuen Menschenkolonien hinter den Ringtoren zu. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die dortige Story, die in jeder der sechs Episoden zumindest ein paar Minuten wegnimmt, wirft zum Ende hin mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Ein Cliffhanger für eine mögliche Sequel-Serie hätte auch anders funktionieren können.

Davon abgesehen: Die Hauptcharaktere bleiben charismatisch, haben Herz und sind einfach auf ihre Weise sympathisch. Das gilt vor allem für die Crew der Rocinante - nun ergänzt durch die von der Vergangenheit gemarterte Clarissa Mao (gespielt von Nadine Nicole).

  • Naomi Nagata, gespielt von Dominique Tipper (Bild: © Amazon Studios)
  • Chrisjen Avasarala, gespielt von Shoreh Aghdashloo (Bild: © Amazon Studios)
  • Bösewicht Marco Inaros, gespielt von Keon Alexander (Bild: © Amazon Studios)
  • Nagatas Sohn Filip, gespielt von Jasai Chase Owens (Bild: © Amazon Studios)
  • Belter-Captain Camina Drummer, gespielt von Cara Gee (Bild: © Amazon Studios)
  • Rocinante-Neuzugang Clarissa Mao, gespielt von Nadine Nicole (Bild: © Amazon Studios)
  • Amos Burton, gespielt von Wes Chatham (Bild: © Amazon Studios)
Rocinante-Neuzugang Clarissa Mao, gespielt von Nadine Nicole (Bild: © Amazon Studios)

Bereits im Vorfeld war klar, dass Schauspieler Cas Anvar, der den Charakter Alex Kamal verkörperte, wegen mehrerer Metoo-Vorwürfe nicht für die letzten sechs Episoden zurückkehren würde. Die Serienmacher finden einen guten Weg, damit umzugehen: Statt kein Wort über die Figur zu verlieren, um Anvar möglicherweise abzustrafen, lassen sie die Figuren anekdotisch an ihr verlorenes Crewmitglied und einen im Laufe der Serie liebgewonnenen Freund zurückdenken. Wir halten diese Entscheidung für richtig und passend zur Story und den Charakteren; genauso wie wir es gut finden, die Figur in der letzten Staffel nicht zurückkehren zu lassen.

The Expanse - Alle Staffeln bei Prime Video

Toller Ersatz für Alex Kamal

Mao (und später noch eine weitere Person) ist eine interessante Ergänzung für die Veteranen der Serie und ein würdiger Ersatz für Alex Kamal. Der idealistische Captain Jim Holden (Steven Strait), die einfühlsame Belterin Naomi Nagata (Dominique Tipper) und der wortkarge Mechaniker und unserer heimlicher Serienfavorit Amos Burton (Wes Chatham) bleiben auf ihre Weise einfach klasse Charaktere. Ein guter Teil der kurzen finalen Staffel wird für ihre Geschichten reserviert, obwohl die Zeit dafür wieder einmal teils nicht ausreicht und zudem durch unnötige Nebengeschichten wie die eingangs erwähnte Story noch kürzer wird.

  • Naomi Nagata, gespielt von Dominique Tipper (Bild: © Amazon Studios)
  • Chrisjen Avasarala, gespielt von Shoreh Aghdashloo (Bild: © Amazon Studios)
  • Bösewicht Marco Inaros, gespielt von Keon Alexander (Bild: © Amazon Studios)
  • Nagatas Sohn Filip, gespielt von Jasai Chase Owens (Bild: © Amazon Studios)
  • Belter-Captain Camina Drummer, gespielt von Cara Gee (Bild: © Amazon Studios)
  • Rocinante-Neuzugang Clarissa Mao, gespielt von Nadine Nicole (Bild: © Amazon Studios)
  • Amos Burton, gespielt von Wes Chatham (Bild: © Amazon Studios)
Chrisjen Avasarala, gespielt von Shoreh Aghdashloo (Bild: © Amazon Studios)

Schließlich gibt es viele andere Charaktere, die im Laufe der Serie mehr oder weniger gut ausgebaut wurden und auch ihre Zeit auf dem Bildschirm erhalten möchten. Besonders interessante Rollen spielen wieder Shoreh Aghdashloo als kalkulierende UN-Ministerin Chrisjen Avasarala und Frankie Adams als Mars-Soldatin Bobbie Draper. Vor allem über Aghdashloo freuen wir uns: markante Stimme, selbstbewusstes Auftreten, immer wieder unerwartet ein Schimpfwort auf den Lippen.

Aber auch Bobbie Drapers allgemeine Boss-Aura gehört noch immer zu den Highlights. Es macht einfach Spaß, wenn die toughe Marsianerin mit markigen Sprüchen und jeder Menge Munition um sich schießt - den neuseeländischen Akzent im Originalton mit eingeschlossen.

Schade, dass Bösewicht Marco Inaros und Nagatas Sohn Filip weit weniger überzeugen.

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Schwache Bösewichte und nervige Söhne in The Expanse 
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demon driver 16. Jan 2022 / Themenstart

War, ja! Ist, nein, nicht mehr seit The Expanse. Kommt aber immer noch gleich danach...

demon driver 15. Jan 2022 / Themenstart

Ist sie doch! Übrigens wäre gestern der bessere Zeitpunkt für die Veröffentlichung des...

Lou ikzdeh 14. Dez 2021 / Themenstart

Die Serie ist nicht gut allenfalls Geschmackssache. Danke für den dummen Beitrag Golem.

theFiend 13. Dez 2021 / Themenstart

Da hier auf Buzzwords nur noch namedropping folgte... naja...

Garius 12. Dez 2021 / Themenstart

Das stimmt nicht. D&D wussten von Anfang an, dass die Laufzeit der Serie auf 70-75...

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