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The Evil Within angespielt: Hurra, wir haben Streichhölzer gefunden!

Superrüstungen oder Schatzkisten sind in The Evil Within nicht so wichtig – nur mit Zündhölzern lassen sich Untote dauerhaft ausschalten. Golem.de hat das auf der id-Tech-5-Engine basierende Survival-Horrorspiel von Resident-Evil-Erfinder Shinji Mikami angespielt und zeigt neues Gameplay im Video.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von The Evil Within (Bild: Bethesda Softworks)
Artwork von The Evil Within Bild: Bethesda Softworks

Eine Tür. Aus Holz, ohne Besonderheiten und auf den ersten Blick harmlos. Wartet dahinter ein Gegner auf uns oder ein Berg von Leichen, ein See voller Blut? In The Evil Within sind das noch die harmloseren Möglichkeiten – und genau das macht den Reiz des Survival-Horrorspiels aus. Das Programm entsteht derzeit bei dem japanischen, zu Bethesda Softworks gehörenden Entwicklerstudio Tango Gameworks(öffnet im neuen Fenster) unter Leitung von Shinji Mikami, dem Schöpfer von Resident Evil.

The Evil Within – Vorschau
The Evil Within – Vorschau (01:26)

Vor allem an diese legendäre Reihe hat uns The Evil Within beim Anspielen erinnert – und zwar an einige der älteren, wirklich guten Spiele der Serie. The Evil Within wirkt allerdings durchgehend wie das Werk eines westlichen Entwicklerstudios – japanische Namen und Charaktere sind uns nicht begegnet.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Polizist Sebastian Castellanos, der zum Tatort eines Massenmords gerufen wird. Dort kommt unter dramatischen Umständen ein Kollege nach dem anderen ums Leben, schließlich verliert Castellanos das Bewusstsein und erwacht in einer Welt voller Monster, Untoter, Sinnestäuschungen und anderer Gefahren.

Diesen ersten Abschnitt konnten wir nicht selbst anspielen, stattdessen erforschten wir das vierte Kapitel, das den Titel "Inner Recesses" trägt. Wir sehen Sebastian Castellanos aus der leicht nach links versetzten Schulterperspektive, die Steuerung folgt dabei größtenteils gewohnten Shooter-Konventionen.

Nach dem Start des Kapitels befinden wir uns in Begleitung eines Nervenarztes, der uns zu seinem Bruder bringen möchte. Keine gute Idee: Der ist leider gerade verrückt geworden oder das Böse hat Besitz von ihm ergriffen – jedenfalls schnibbelt er mit offenem Gehirn zunächst an einer Leiche herum, greift uns dann aber an. Eine echte Gefahr stellt er für uns nicht dar, denn wenige Schüsse aus unserem Revolver strecken ihn nieder.

Erst dann fangen unsere Probleme richtig an: Erstens müssen wir ihn möglichst schnell anzünden, damit er nicht wieder zu untotem Leben erwacht. Diese Prozedur müssen wir bei den meisten Feinden in The Evil Within vollziehen. Es reicht, direkt bei einem erledigten Feind zu stehen und eine bestimmte Taste zu drücken, damit das Spiel automatisch ein brennendes Streichholz auf den Gegner fallen lässt. Jedoch haben wir anfangs nur Platz für fünf Zündhölzer im Inventar, entsprechend verzweifelt durchsuchen wir Schränke und Truhen nach Nachschub und freuen uns über ein einzelnes Zündholz wie in anderen Spielen über einen großen Batzen Erfahrungspunkte.

Nach dieser ersten Begegnung untersuchen wir die nähere Umgebung: Wir befinden uns in einer kleinen Siedlung irgendwo auf dem Land, um uns herum sind einfache Häuschen – und ein paar eher harmlose Zombies. The Evil Within bietet nett gemachte, Kirmes-Geisterbahn-kompatible Schockmomente wie eine Gespensterfrau, die sich beim Näherkommen brennend aus einem Haus stürzt, was mehr dem Effekt dient als eine Gefahr zu sein.

Ein Raum voller Gefahren

Nach rund 20 Minuten mit kleineren Auseinandersetzungen wird die Lage wieder ernst: Wir finden eine Person, die zu suchen unsere Hauptaufgabe war. Allerdings ändert sich die Welt um uns herum: Gerade waren wir noch in einem Raum mit festen Wänden, plötzlich stehen wir in einem sehr langen Gang mit Blutspuren am Boden und einem Licht am Ende.

The Evil Wthin – Trailer (Gameplay)
The Evil Wthin – Trailer (Gameplay) (02:04)

Dann wird es dunkel um uns herum und wir stehen in einem größeren Raum mit einem Swimming-Pool, der mit Blut gefüllt ist. Die Idee dieses Abschnitts: Wir kommen erst weiter, wenn wir eine Möglichkeit gefunden haben, eine Horde von sieben oder acht Gegnern auszuschalten. Bei den ersten Versuchen scheitern wir und müssen den Level neu laden. Nach und nach entdecken wir aber, dass es versteckte Fallen gibt. Die sind für uns eine Gefahr – aber ebenso für die Untoten.

Also tüfteln wir in einer Reihe von Versuchen aus, wie wir überleben können: Wir locken die Feinde zu einer Stelle mit einem großen Benzinfleck am Boden, lassen im richtigen Moment ein Streichholz fallen – und sind drei der Gegner los. Sofort stürmen wir um die Ecke, warten einen Moment und jagen mit einem Fässchen Dynamit zwei weitere Feinde in die Luft.

Ohne Verschnaufpause geht es weiter: Diesmal ziehen wir an einem Hebel, der Pfeilspitzen aus der Decke regnen lässt. Jetzt ist noch ein Feind übrig, und den schalten wir in aller Ruhe mit dem Schrotgewehr aus. Die Prüfung ist bestanden!

Bei dem zweiten spielbaren Abschnitt handelt es sich um Kapitel 8, das den Titel "The Cruelest Intentions" trägt. Es fängt vergleichsweise harmlos an: Wir finden uns in der Dunkelheit wieder, das einzig sichtbare Objekt ist eine Sonnenblume. Auf die laufen wir zu – und stehen unvermittelt in einem dichten Wald.

Von dort gelangen wir in kurzer Zeit in ein hochherrschaftliches, sehr schön gestaltetes Anwesen. Dort gibt es eine Reihe von tödlichen Fallen, vor allem aber Hinweise auf die Hintergründe der mysteriösen Vorgänge. Wir stoßen auf eklige Experimente an offenen Gehirnen und auf pseudowissenschaftliche Texte über die Beeinflussung des menschlichen Geistes.

In dem Schloss scheint die Rätseldichte hoch zu sein; wir müssen mehrere Bestandteile von Tresoren suchen und dann die Codes finden. Das ist abhängig von der vorab gewählten Schwierigkeitsstufe eher einfach oder recht komplex.

Überhaupt, der Schwierigkeitsgrad: Wir sterben regelmäßig in The Evil Within, und obwohl die Entwickler derzeit am Balancing arbeiten, soll das Spiel nicht grundlegend einfacher werden. In unserer Betaversion hat das Programm automatisch Speicherstände angelegt, im fertigen Spiel soll es stattdessen ein System mit Save Rooms ähnlich wie in Resident Evil geben.

Das Spiel basiert wie Wolfenstein auf der id-Tech-5-Engine, doch die Grafik wirkt völlig anders: The Evil Within verwendet exzessiv diverse Filter, färbt die Grafik dunkel oder blutrot ein, blendet Krisseleffekte ein. Normalerweise gefällt uns so etwas oft weniger, aber bei The Evil Within ist es gelungen und trägt stark zur Atmosphäre bei.

Nach aktuellem Stand soll das Programm am 24. Oktober 2014 für Windows-PC, Xbox 360 und One sowie für Playstation 3 und 4 erscheinen.

Nachtrag vom 28. Mai 2014, 9:15 Uhr

Ein Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass Bethesda den Veröffentlichungstermin von The Evil Within kurzfristig geändert hat. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.


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