The Book of Boba Fett rezensiert: Das Buch ohne Boba Fett

In sieben Episoden bekommen Star-Wars-Fans die Abenteuer diverser Charaktere zu sehen. Leider bleibt da wenig Zeit für Boba Fett selbst. Achtung, Spoiler!

Eine Rezension von veröffentlicht am
Boba Fett kann selten seiner Wut freien Lauf lassen. Dafür ist zu wenig Zeit übrig.
Boba Fett kann selten seiner Wut freien Lauf lassen. Dafür ist zu wenig Zeit übrig. (Bild: Disney/Lucasfilm)

Achtung Spoiler: Wir gehen auf Handlung und Figuren in Das Buch von Boba Fett und einige andere Star-Wars-Produktionen ein. Wer nichts vor dem Schauen wissen möchte, sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:
  1. The Book of Boba Fett rezensiert: Das Buch ohne Boba Fett
  2. Einmal Star Wars mit allem, bitte

Boba Fett: Der Kopfgeldjäger in grüner Rüstung, der Han Solo an Jabba den Hutten verkaufte, kaum Worte verlor und eigentlich nur durch sein Kostüm und stumme Coolness zu einer der beliebtesten Star-Wars-Figuren geworden ist. Da wundert es kaum, dass Showrunner Dave Filoni und Jon Favreau sich genau für diesen Charakter entschieden haben, um die nächste Star-Wars-Geschichte zu erzählen.

The Book of Boba Fett - zu deutsch Das Buch von Boba Fett - auf Disney+ soll genau das liefern und bietet Fans fast schon schwindelerregend viele Anekdoten und Referenzen auf ältere Star-Wars-Filme und Serien. Nur Boba Fett zu dem Haudegen zu machen, den wir uns in unseren Köpfen ausgemalt haben, gelingt der Serie nicht. Tatsächlich wird der coole Kopfgeldjäger in mandalorianischer Rüstung in seiner eigenen Serie teils zur Nebenfigur degradiert, während andere bekannte Charaktere ihm die Show stehlen.

Das ist nicht der Boba Fett, den wir suchen

Das ist schade, wurde zu Beginn der Serie - Golem.de hat die erste Folge von Das Buch von Boba Fett bereits rezensiert - Boba Fett als neuer Gangsterlord auf Tatooine eingeführt, der mit harter Hand, aber dem Herz am rechten Fleck die Schreckensherrschaft der Hutten-Clans ablösen sollte. Die Mischung aus coolen Action-Sequenzen und grandiosem Setdesign mit Star-Wars-Charme konnte uns zu Beginn überzeugen.

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Nun baut Fett, gespielt von Temuera Morrison, sich im Laufe der Zeit Beziehungen zu Spielcasinos und lokalen Straßengangs auf - das würden wir zunächst erwarten. Allerdings wird schon in den ersten Folgen viel Zeit auch für Fetts Aufenthalt bei den Tusken-Räubern verwendet. Die Geschichte, wie sich der Protagonist vom Gefangenen zum Familienmitglied entwickelt, hat teils berührende und emotionale Momente. Unser Highlight: Fett befreundet sich mit einer Bantha-Kuh an, die ihm als treue Begleiterin zur Seite steht.

Das Problem: Zu viel der insgesamt nur sieben Episoden fassenden Laufzeit wird in diese, am Ende doch weniger relevante Hintergrundgeschichte investiert. Die Gegenwart kommt da etwas zu kurz. Und dabei finden sich hier die wirklich spannenden Momente.

Tatooine ist umkämpft

Fett und seine aufstrebende Herrschaft kommen nämlich schnell ins Schwanken, als sein Palast, die ehemalige Residenz von Jabba dem Hutten, von einer mysteriösen neuen Partei angegriffen wird. Die Serie führt hier auch den Söldner Krrsantan ein, der trotz seiner eigentlich nur grunzenden und grölenden Laute ein echt spannender Neuzugang ist. Wir fühlen uns an eine Art Chewbacca als Anti-Helden erinnert.

Die Mächte, die den Wookie als Attentäter angeheuert haben, sind allerdings nicht die einzigen, die in Tatooine Unruhe stiften. Später muss Fett sich mit diversen Intrigen auseinandersetzen. Kriminelle Machenschaften sind auf dem Wüstenplaneten eben an der Tagesordnung.

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Wohlgemerkt stopft Disney all diese an sich schon spannenden Handlungsstränge in die ersten vier Folgen der Serie. Sie dienen als Aufbau für den großen actiongeladenen Kampf, der unweigerlich in der letzten Folge entbrennen wird. Fett ist dabei auch auf der Suche nach Verbündeten und findet einige Gangs wie die Augs - Straßenkinder, die sich mit Cyber-Implantaten verbessern und auf absolut nicht ins Star-Wars-Universum passende Repulsor-Mopeds schwingen. Die erinnern eher an schwebende Piaggios als an die dreckigen Speeder- und Swoop-Bikes aus anderen Star-Wars-Franchises.

Boba Fetts generelles Verhalten passt nicht unbedingt zu dem Charakter, den wir uns immer vorgestellt haben. Er zeigt oft Mitleid und herrscht mit Milde statt mit harter Faust. Das an sich muss nicht schlecht sein. Uns fehlt allerdings zu sehr die Motivation hinter seinem doch drastisch geänderten Charakter - vom imperialen Mietschwert zum rechtschaffenen Sheriff von Mos Espa. Vier Folgen mit knapp drei Stunden Laufzeit sind einfach zu kurz, um das glaubwürdig zu vermitteln.

In den Episoden fünf und sechs wird Fett dann endgültig auf die Ersatzbank gesetzt. Ironischerweise gehören die zu den besten, die die Serie zu bieten hat.

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Einmal Star Wars mit allem, bitte 
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limes 04. Mär 2022

sehe ich genauso, ich hatte Spass. Natürlich nehme ich die Serie nicht so ernst wie die...

Wulfman 16. Feb 2022

Erstmal - die beiden Mandofolgen fand ich nicht schlecht. Das waren aber keine Boba Fett...

terraformer 12. Feb 2022

+1

terraformer 12. Feb 2022

Es ist ja nicht nur die Charakterentwicklung. Die Dialoge sind mies, mangelnde Logik uvm...



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