The Billion Dollar Code bei Netflix: David gegen Google

Zwei Softwareentwickler aus Berlin legen sich mit Google an: Die Netflix-Serie The Billion Dollar Code erzählt die Geschichte eines ungleichen Kampfs - und die einer Freundschaft.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Eine Idee, die die Welt verändern soll - bis sie geklaut wird.
Eine Idee, die die Welt verändern soll - bis sie geklaut wird. (Bild: Netflix, Screenshot Golem.de)

Achtung Spoiler! In dieser Rezension erzählen wir auch von der Handlung von The Billion Dollar Code, die auf realen Ereignissen basiert.

Inhalt:
  1. The Billion Dollar Code bei Netflix: David gegen Google
  2. Die Geschichte einer Vision

Es ist die Geschichte von David gegen Goliath. Die von Software-Entwicklern aus Berlin, die sich mit Google angelegt haben, weil sie sicher waren, dass der Konzern ihr Patentrecht verletzt hatte. Ein Kampf um die Erde selbst, wenn man so will.

Im Mittelpunkt der vierteiligen Miniserie The Billion Dollar Code, die am 7. Oktober 2021 auf Netflix startet, stehen zwei junge Wilde aus Berlin. Hacker, die in den frühen 1990er Jahren Kunst mit Technik verbinden wollen. Sie träumen von einer Zukunft, die für uns längst Realität ist.

Der Beginn dieses Traums ist die Vision einer Software, mit der man praktisch rund um den Globus fliegen und jeden x-beliebigen Ort auf der Welt ansehen kann. Erst hat man die Perspektive aus dem All auf die Erde, dann zoomt man immer näher, bis man Orte, Straßenzüge und Häuser erkennen kann. Heute kennen wir das als Google Earth, 1994 war dies jedoch Terravision.

Als das Internet noch jung war

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In Deutschland ist das Internet bis in die späten 1990er Jahre Brachland. Als die beiden Protagonisten nach Kapital suchen, das sie zur Umsetzung von Terravision benötigen, wenden sie sich auch an die Telekom. Dort heißt es: "Aber das Internet wird sich doch nicht durchsetzen. Dazu haben wir Studien!"

Beinahe wird es also nichts mit der Finanzspritze, aber relativ kurz nach der Wende ist die Telekom angehalten, das, was man heute als Startups bezeichnen würde, in Berlin zu fördern. So kommen auch die Gründer der Firma Art+Com in den Genuss einer Förderung.

Aber die schier unmögliche Aufgabe bleibt: Die beiden versprechen der Telekom, binnen eines Jahres Terravision zum Laufen zu bringen. Ein kühnes Unterfangen, vor allem ein visionäres, weil die Technik noch in den Anfängen steckt und die Speichermedien viel zu klein sind.

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In einer Schlüsselszene der Miniserie wird gezeigt, wie es wohl gewesen ist, als einer der beiden Protagonisten die Idee hatte, und wie der Algorithmus aussehen musste, damit Terravision in Echtzeit und ohne Ruckeln funktionierte.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Carsten Schlüter und Juri Müller. Im wahren Leben heißen die Gründer von Art+Com anders, für die Miniserie wurden manche Personennamen jedoch geändert. Auf keinen Fall wollten die Macher aber auf den Namen Google verzichten, auch wenn ihnen die Gefahr einer Klage bewusst ist.

Denn in ihrer Miniserie zeichnen sie zwar nach, wie der Prozess im US-Bundesstaat Delaware ausging, sie erschaffen aber auch ein starkes Plädoyer für die Berliner, die im Jahr 2014 gegen Google vor Gericht zogen, und positionieren sich in der Frage, wer Recht und wer Unrecht hat. Selbst das Google-Motto wird zitiert: "Don't Be Evil." Im Kontext der Serie mutet es zynisch an.

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Die Geschichte einer Vision 
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birdo 24. Okt 2021

Es geht hier nicht darum, wie Google an das Wissen um die Verfahren und Methoden des...

pioneer 07. Okt 2021

Das steht im Artikel.

mnementh 07. Okt 2021

Es gibt einen zu Art+Com: https://de.wikipedia.org/wiki/ART%2BCOM

bofhl 07. Okt 2021

Der Ausgang war logisch, denn bereits als die beiden daran dachten, gab es in anderen...



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