Abo
  • Services:
Anzeige
Die simpelste, aber aufwendigste Methode ist es, die Klassifizierung von Texten Menschen zu überlassen
Die simpelste, aber aufwendigste Methode ist es, die Klassifizierung von Texten Menschen zu überlassen (Bild: Golem.de)

Sprache besteht nicht nur aus einzelnen Wörtern

Anzeige

Die nächste Ebene bilden Wortkombinationen und Satzkonstrukte. Wörter stehen nicht allein und können durch andere negiert, abgeschwächt oder verstärkt werden. Mit Hilfe der identifizierten Wortarten und formulierten Grammatikregeln kann durch logisches Schließen ermittelt werden, dass ein negierendes Wort gefolgt von einem positiven Adjektiv eine negative Haltung ausdrückt, wie bei "optimistisch" und "nicht gerade optimistisch".

Aber auch sprachspezifische Wortzusammensetzungen können eine übertragene Bedeutung haben, "Potemkinsches Dorf" ist ein Bigram, ein Textfragment aus zwei Wörtern, das im Deutschen negativ konnotiert ist, obwohl keines der beiden Wörter separat eine Stimmung ausdrückt. Umgekehrt gilt das Gleiche: Eigennamen, deren Einzelbestandteile bedeutungstragend sind, müssen durch Named Entity Recognition herausgefiltert werden. Sonst hätte das Ausschussmitglied "Nadine Schön" immer eine positivere Bewertung als beispielsweise "Christina Schwarzer".

Klassifikation eines ganzen Textes

Um einen ganzen Text oder Tweet hinsichtlich der enthaltenen Meinung zu klassifizieren, gibt es mehrere Verfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens. Ein populäres sind Support Vector Machines. Aus der quantifizierten Häufigkeit von Satzteilen, Einzelwortstimmungen, Satzkonstruktionen, Textlänge usw. wird ein Vektor erstellt.

Anhand von Beispielen mit bekannter Bedeutung lernt das Verfahren, Kategorien zu unterscheiden. Dafür wird eine Trennebene ermittelt, die Mengen der Vektoren in den Einzelkategorien so trennt, dass der Abstand der Ebenen zu den Randvektoren möglichst groß ist. Für einen unbekannten Vektor wird dann bestimmt, auf welcher Seite er liegt, also zu welcher Kategorie er wahrscheinlich gehört.

Wo ist das Problem?

Die oben angesprochenen Schwierigkeiten sind nur exemplarisch und die Einteilung von positiv und negativ ist die denkbar einfachste Unterscheidung, die man vornehmen kann. Verschiedene Sprachen, kulturelle Unterschiede, Ironie, bereichsspezifisches Vokabular. Die Herausforderungen sind unendlich. Sprachanalyse wird deshalb niemals hundertprozentig korrekt sein. Vor allem, wenn man sich die vielen Einzelschritte der Verarbeitungspipeline vor Augen führt, die zu sich aufsummierenden Fehlern führen können.

Bei Meinungsbildern oder Bewertungen wird das in vielen Fällen durch die schiere Masse an Material ausgeglichen. Aber wenn es um den Einzelnen geht, kann das drastische Konsequenzen haben. Nicht nur positive und negative, sondern auch politische Haltungen verraten sich oft durch die Nutzung von charakteristischen Worten und Phrasen.

Sprache ist ideologisiert, aus repräsentativen Texten kann man versuchen, Identifikatoren abzuleiten. Worthäufigkeiten, Wortschatzkomplexität oder durchschnittliche Satz- und Textlängen sind nur einige Kriterien, mit denen sich ein sprachlicher Fingerabdruck von Lebensanschauungen generieren lässt, oder nicht?

Sprachanalyse ist ein interessantes Feld. Aber wie alle Algorithmen, die zur Ermittlung von Persönlichkeitsmerkmalen benutzt werden, ist die Gefahr von "False Positives" hoch. Wir werden täglich gescannt, die sprachlichen Spuren, die wir im Internet hinterlassen, sind vielfältig, und es wäre nicht verwunderlich, wenn wir auch einmal auffallen und interessant für Geheimdienste und Ermittler würden, weil ein Algorithmus uns Auffälligkeiten attestiert.

 Part-of-Speech Tagger klassifizieren Satzbestandteile

eye home zur Startseite
Morpf 24. Feb 2014

Denken, eigene Meinung... beides erfordert eigenes Engagement. Viel bequemer ist es doch...

Sinnfrei 20. Feb 2014

Frag mal die Anwohner in der Grenzregion zwischen Afghanistan und Pakistan.

janpi3 20. Feb 2014

oder einfach Privat finanzieren wie vor 150 Jahren :D in dein Gesicht - Deutsche Bank XD

Ben Stan 20. Feb 2014

Nice, lustig zu lesen... http://www.kolobok.us/smiles/mini/biggrin_mini.gif

SelfEsteem 19. Feb 2014

Ich denke nicht, dass das hier ein Problem von Rechtsstaatlichkeit, Diktaturen, oder...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ARRI Media GmbH, München
  2. Worldline GmbH, Aachen
  3. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  4. ING-DiBa AG, Frankfurt


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 1.079,79€ im PCGH-Preisvergleich
  2. ab 14,99€

Folgen Sie uns
       

  1. Search Light

    Google testet schlanke Such-App

  2. 3D-Drucker

    Neues Verfahren erkennt Manipulationen beim 3D-Druck

  3. AVS Device SDK

    Amazon bringt Alexa auf Raspberry Pi und andere Boards

  4. Adblock Plus

    OLG München erklärt Werbeblocker für zulässig

  5. Streaming

    Netflix plant 7 Milliarden US-Dollar für eigenen Content ein

  6. Coffee Lake

    Core i3 als Quadcores und Core i5 als Hexacores

  7. Starcraft Remastered im Test

    Klick, klick, klick, klick, klick als wär es 1998

  8. KB4034658

    Anniversary-Update-Update macht Probleme mit WSUS

  9. Container

    Githubs Kubernetes-Cluster überlebt regelmäßige Kernel-Panic

  10. Radeon RX Vega

    Mining-Treiber steigert MH/s deutlich



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mitmachprojekt: HTTPS vermiest uns den Wetterbericht
Mitmachprojekt
HTTPS vermiest uns den Wetterbericht

Breitbandausbau auf Helgoland: Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
Breitbandausbau auf Helgoland
Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
  1. Provider Dreamhost will keine Daten von Trump-Gegnern herausgeben
  2. Home Sharing Airbnb wehrt sich gegen Vorwürfe zu Großanbietern
  3. Illegale Waffen Migrantenschreck gibt es wieder - jetzt als Betrug

Google Home auf Deutsch im Test: "Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
Google Home auf Deutsch im Test
"Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
  1. Kompatibilität mit Sprachassistenten Trådfri-Update kommt erst im Herbst
  2. Smarte Lampen Ikeas Trådfri wird kompatibel mit Echo, Home und Homekit
  3. Lautsprecher-Assistent Google Home ab 8. August 2017 in Deutschland erhältlich

  1. Re: sieht trotzdem ...

    ArcherV | 19:18

  2. Re: Crashtests

    ArcherV | 19:17

  3. Re: Drehmomentmonster

    ArcherV | 19:15

  4. Re: Wiimote...

    ldlx | 19:14

  5. Re: Aus Nemesis?

    ArcherV | 19:13


  1. 17:02

  2. 15:55

  3. 15:41

  4. 15:16

  5. 14:57

  6. 14:40

  7. 14:26

  8. 13:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel