Zeit läuft gegen die Kernfusion
Als Antwort auf einen steigenden Energiebedarf und den mehr als angebrachten Verzicht auf Kohle, Öl und Gas, allesamt übrigens mithilfe der Kernfusionsenergie der Sonne erzeugt, kommt die Kernfusion zu spät. In den nächsten 10 oder 20 Jahren muss Ersatz gefunden werden und im Grunde ist er längst verfügbar.
Solarzellen, Windkraftanlagen, Pumpspeicherwerke oder auch Geothermie, die immerhin nicht auf Kernfusion zurückzuführen ist, sondern auf atomare Zerfallsprozesse und weiteren Vorgänge im Erdinneren, können nicht nur erwiesenermaßen Strom und Wärme liefern. Sie beruhen noch dazu auf erprobter Technik, die aktuell schon in industriellem Maßstab gefertigt wird.
Selbst bei einem sofortigen Durchbruch bei allen kritischen Punkten, die die Kernfusion vom praktischen Einsatz abhalten, würden Jahrzehnte vergehen, bis die Technik großflächig eingesetzt wird. Nach allen derzeitigen Prognosen haben wir zu der Zeit ganz andere Probleme, als ein wirtschaftlich tragfähiges Kernfusionskraftwerk zu bauen – Stichwort: Klimawandel.
Ein ganz anderes Problem würde sich verstärken
Die soziologische Komponente wird zudem gern außer Acht gelassen. Im Gegensatz zu einem Milliarden Euro teuren Großkraftwerk kann im Grunde jede Privatperson eine kleine Solaranlage kaufen, die Strom für Elektronik und Licht liefert. Jede kleine Gemeinde kann die Investition in eine Windkraftanlage und den passenden Stromspeicher realisieren. Selbst die Produktion der nötigen Einzelteile und die spätere Installation und Wartung erfordern begrenzte Mittel und basieren auf gut verfügbarem Wissen.
So in etwa sieht die Demokratisierung der Stromerzeugung aus, die von jedem Einzelnen getragen werden kann. Einige Hundert gigantische Kernfusionskraftwerke mit jeweils vielen Gigawatt Leistung würden genau das Gegenteil darstellen, die Stromproduktion und auch die erzielbaren Gewinne auf einen kleinen Kreis von Personen und Ländern konzentrieren.



