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Testscores: Schufa nutzt alte persönliche Daten für Schattendatenbank

Die Schufa betreibt eine weitgehend unbekannte Schattendatenbank mit alten Finanzdaten von Millionen Bürgern. Trotz strenger Löschfristen wird sie für Testscores genutzt.
/ Achim Sawall
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Michael Spohn wurde im Juni 2026 Vorstandsmitglied für den Bereich Finanzen der Schufa. (Bild: Schufa)
Michael Spohn wurde im Juni 2026 Vorstandsmitglied für den Bereich Finanzen der Schufa. Bild: Schufa

Die Schufa speichert unbemerkt von der Öffentlichkeit veraltete Daten von Millionen Menschen deutlich länger als bisher angenommen. Das ergaben Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster). Diese sensiblen Daten nutzt das Unternehmen für Tests, deren Ergebnisse es an Firmen weitergibt. Die Betroffenen erfahren davon nichts und auch in der Fachwelt war die Schattendatenbank bisher quasi unbekannt.

Gespeichert werden in der Datenbank vor allem Informationen, von denen Verbraucher bisher annehmen konnten, dass sie längst gelöscht wurden. Dazu zählen mutmaßlich alte Kredite und Kreditkarten, Pfändungen und Privatinsolvenzen und Schulden, die die Betroffenen oft schon vor Jahren beglichen haben. Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei berechnet aus diesen Daten unter anderem, wie gut neu entwickelte Scores funktionieren.

Die Schufa ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Sie hat schon jetzt Daten von mehr als 68 Millionen Deutschen. Weil der sogenannte Schufa-Score unter anderem darüber entscheidet, ob jemand einen Handyvertrag oder einen Kredit erhält, sind das Unternehmen und die von ihm verwendeten Daten für den Alltag vieler Menschen entscheidend. Die zusätzliche Speicherung historischer Daten hält das Unternehmen für rechtens und beruft sich auf gesetzliche Vorschriften.

Datenschützer schaltet sich ein

Mehrere Experten erinnern an gesetzliche Löschfristen, den in der DSGVO verankerten Grundsatz der Datensparsamkeit und kritisieren insbesondere die Weitergabe alter Scores an Firmenkunden – insbesondere Nicht-Banken wie Energieversorgern oder Telekommunikationsanbietern. Auch, dass die Kunden bisher gar nicht wissen, dass diese älteren Daten über sie gespeichert werden, kritisieren die Experten. Mittlerweile befasst sich auch der Hessische Landesdatenschutzbeauftragte mit der Sache. Er klärt gerade in einem Hinweisverfahren, ob die Schufa Verbraucher über die Speicherung informieren muss.

In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Kritik am Schufa-Score. Verbraucher beschwerten sich über schlechte Bewertungen, die sie sich nicht erklären konnten oder die auf falschen Daten beruhten. Denn wie der Wert zustande kommt, und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis der Auskunfteien.

Dass Unternehmen erklärte(öffnet im neuen Fenster) zuvor zu dem Sachverhalt: "Die Berechnung eines Scores für einen in der Vergangenheit liegenden Zeitpunkt (Score-Anreicherung) erfolgt ausschließlich in der Umgebung der Schufa. Unternehmen haben keinen eigenständigen Zugriff auf Schufa-Daten."


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