Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Tests Playstation 4: Klasse Hardware und Spiele, die besser sein könnten

In den USA erscheint die Playstation 4 zwei Wochen früher als in Europa, entsprechend sind erste Tests online. Golem.de stellt die Ergebnisse vor – mit konkreten Daten zur Leistungsaufnahme und Lautstärke sowie eigenen Einschätzungen zur Konsole.
/ Peter Steinlechner
396 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Controller der Playstation 4 (Bild: Sony)
Controller der Playstation 4 Bild: Sony

"Der Fokus auf Gaming – und nur Gaming – wird von einem eindeutigen Mangel an überzeugender Software unterminiert" : Dieses Fazit über die Playstation 4 zieht die US-Webseite Polygon.com(öffnet im neuen Fenster) in ihrem Test der Next-Gen-Konsole von Sony. In den USA erscheint das Gerät am 15. November 2013, also zwei Wochen vor dem Start in Europa. Deshalb dürfen US-Medien bereits jetzt über ihre Erfahrungen mit der PS4 schreiben.

Sony packt die Playstation 4 aus
Sony packt die Playstation 4 aus (01:25)

Allerdings gibt es auch Daten von deutschen Fachpublikationen. PC Games Hardware(öffnet im neuen Fenster) hat auf einer Debug-Version der Konsole ermittelt, dass die Leistungsaufnahme im Menü bei rund 80 Watt liegt (Playstation 3 Super Slim: 70 Watt). Im Spielbetrieb liegt der Wert bei 155 Watt – deutlich mehr als bei der PS3 Super Slim, die in diesem Modus mit 80 Watt ausgekommen ist, allerdings natürlich weniger schicke Grafik auf den Bildschirm bringt.

Die Lautstärke der Playstation 4 im Menü liegt bei 0,4 Sone/23 dB(A), bei der PS3 Super Slim waren es 0,8 Sone/28 dB(A). Im Spiel liegen beide Systeme bei 1,5 Sone/33 dB(A). Sowohl die Angaben über die Leistungsaufnahme als auch die über den Geräuschpegel decken sich mit den Erfahrungen von Golem.de: Bei einer längeren, von Sony organisierten Probesession wurde das Gehäuse trotz Dauerspielbetriebs nur mäßig warm, vor allem aber war von der Konsole so gut wie nichts zu hören.

Von der Hardware ist auch die US-Presse nahezu durchgehend angetan. Kokatu.com lobt das "schnittige, leicht transportierbare und wunderbar leise" Gerät. Auch die Ladezeiten lobt die Redaktion, etwa dass ein typischer Spielestart mit allem Drum und Dran nur rund 30 Sekunden dauert. Das deckt sich mit unseren Eindrücken, bei denen auch Vorgänge wie das Wechseln vom Spiel ins Menü noch eine Spur schneller erledigt waren als bei der Playstation 3; es wird interessant sein zu sehen, welche Ergebnisse die Tests bringen.

Sony zeigt Dual-Shock-4-Controller
Sony zeigt Dual-Shock-4-Controller (01:08)

Auch der Controller kommt in der US-Presse sehr gut weg. Engadget.com ist der Meinung, der "Dualshock 4 ist das beste Gamepad, das Sony jemals entwickelt hat" – eine Auffassung, der wir uns nach einigen Stunden Probespielen anschließen. Eine Umstellung bei dem für Spiele relevanten Analogstick, den Triggern und Knöpfen ist nicht nötig.

Lernkurve und Launchtitel

Lediglich die Select- und Start-Tasten haben wir ein paar Augenblicke vermisst. Bei Assassin's Creed 4 etwa haben wir beim Versuch, die Karte aufzurufen, ein paarmal die Share-Taste erwischt – was das Menü zum Speichern von Videomitschnitten aufruft. Stattdessen müssen wir für die Karte beim Dualshock 4 das große Touchpad herunterdrücken, was letztlich sogar wesentlich komfortabler ist. Entsprechend schnell haben wir uns umgewöhnt.

Killzone Shadow Fall – Trailer (Engine Tech)
Killzone Shadow Fall – Trailer (Engine Tech) (05:01)

Die Onlinefunktionen der Playstation 4 kommen gut an – was nicht gerade euphorisch klingt, aber schließlich sind viele Elemente schon längst etwa aus sozialen Netzwerken bekannt. Polygon.com ist negativ aufgefallen, dass die Freundesliste zwar bis zu 2.000 Einträge fassen kann, sich diese aber in keiner sinnvollen Art und Weise sortieren oder anderweitig organisieren lassen. Verständlicherweise sind die US-Journalisten mit ihren Aussagen zu den Onlinefunktionen noch etwas vorsichtig, schließlich sind sie derzeit noch unter sich – das Publikum kann schließlich erst ab dem 15. November 2013 online gehen.

Auch mit der Remote-Play-Funktion gehen die Tests trotz offensichtlicher Mängel noch gnädig um. Das Ganze funktioniert wohl noch nicht richtig gut; insbesondere wenn der Abstand von der PS Vita zur PS4 zu groß wird, scheint es Probleme zu geben. Allerdings ist zu erwarten, dass Sony diese Fehler früher oder später per Patch löst.

Von den konsolenexklusiven Start-Spielen kommt in der US-Presse vor allem Killzone: Shadow Fall recht gut weg. Das von Guerrilla Games entwickelte Actionspiel ist nach Auffassung von Destructoid.com "wunderschön, ein Augenschmaus" und "das Spiel, das einen glücklich macht, eine PS4 zu besitzen" . Polygon.com ist zwar auch von der Grafik schwer begeistert, findet die Kampagne aber "schlecht designt und langweilig" . Auch Golem.de konnte den Titel anspielen: Die Grafik ist in der Tat imposant, das Gameplay macht einen taktisch recht fordernden Eindruck – ein simpler Shooter ist Killzone definitiv nicht, was sich auch an der recht hohen Zahl unserer unfreiwilligen Bildschirmtode festmachen lässt. Ein echtes Fazit können wir noch nicht ziehen.

Knack – Trailer (Gameplay, Gamescom 2013)
Knack – Trailer (Gameplay, Gamescom 2013) (01:38)

Das kunterbunte Knack kommt mittelprächtig weg. Kotaku.com(öffnet im neuen Fenster) etwa findet es gelungen, aber inhaltlich nicht sonderlich originell; andere US-Medien äußern sich ähnlich. Recht gut gefällt insgesamt der Arcadetitel Resogun, in dem der Spieler ein Raumschiff im Kampf gegen fiese Aliens steuert. Destructoid.com(öffnet im neuen Fenster) vergibt sogar 9,5 von 10 Punkten, vor allem für die schicke Aufmachung und den unkomplizierten Spielspaß, den man damit haben kann. Auch wir fanden das rund 15 US-Dollar günstige Indiegame beim Anspielen klasse, aber es sollte klar sein, dass Resogun eher ein Daddelvergnügen für zwischendurch statt für lange Abende ist.

In Europa erscheint die Playstation 4 am 29. November 2013 für rund 400 Euro.


Relevante Themen