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Strommenge lässt sich problemlos nachladen

Die eingesetzten 21 BMW i3 lassen sich dreiphasig mit 11 kW laden, die 24 E-Golf hingegen nur zweiphasig mit 7,4 kW. Rein rechnerisch könnte das Limit von 124 kW bei 13 gleichzeitig ladenden Elektroautos mit Drehstromlader überschritten werden. Zumindest dann, wenn die maximale Ladeleistung von jedem einzelnen Auto noch abgerufen werden kann. Das ist bei 11 kW recht lange der Fall.

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In der Praxis dürfte dies jedoch kein Problem darstellen. Die durchschnittlich gelieferte Strommenge von 241,4 kWh am Tag ließe sich bei der genannten Anschlussleistung in weniger als zwei Stunden laden. Damit wäre ein sicheres Aufladen aller Fahrzeuge über Nacht problemlos möglich.

20 kW Anschlussleistung würden reichen

Allerdings dürften nur die wenigstens Hausanschlüsse über eine Reserve von 124 kW verfügen, die dann komplett den Elektroautos zur Verfügung gestellt werden kann. Aber die Testergebnisse zeigen: Selbst bei einer Reserve von 50 kW lässt sich tägliche Strommenge im Durchschnitt innerhalb von fünf Stunden laden. Unter der Annahme, dass die Autos komplett zwischen 18:00 und 6:00 Uhr nachgeladen werden, würden sogar 20 kW reichen.

Die verfügbare Leistung für das Laden könnte noch durch ein dynamisches Lastmanagement gesteigert werden. Dabei wird die abgerufene Leistung des Hauses in Echtzeit gemessen und die nicht abgerufene Leistung über die Reserve hinaus dem Laden der Elektroautos zur Verfügung gestellt. Vor allem nachts, wenn leistungsstarke Verbraucher wie Herde, Backöfen oder Waschmaschinen in den Wohnungen nicht eingeschaltet sind, steht dann mehr Strom für die Autos zur Verfügung.

Entwarnung für Netzbetreiber und Eigentümer

Der Gleichzeitigkeitswert in Tamm war mit 0,22 deutlich niedriger als bei einem anderen Pilotprojekt von Netze BW in Ostfildern. Dort wurden in einer Straße mit Eigenheimen zehn Haushalte mit Elektroautos ausgestattet. Dabei luden maximal fünf von zehn Autos gleichzeitig. Netze BW hat allerdings eingeräumt, dass diese kleine Stichprobe nicht als repräsentativ angesehen werden könne.

  • In einer Tiefgarage in Tamm hat der Netzbetreiber Netze BW das Laden von Elektroautos getestet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Jahr lang konnten die Bewohner 58 Elektroautos kostenlos aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Neben 21 BMW i3 waren 24 VW E-Golf und 13 private Elektroautos im Einsatz. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ladelösung stammte von der EnBW-Tochter Charge Here. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines RFID-Chips konnten die Bewohner den Ladevorgang starten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das zentrale Lastmanagement regelte dann, welches Auto geladen werden kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Herzstück der Anlage waren drei Schaltschränke mit der Kommunikations- und Ladetechnik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vom Tiefgaragenanschluss (l.) gingen drei Kabel für bis zu 90 kW Ladeleistung zu den Unterverteilungen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Wochen lang hat Netze BW die Leitungen in der Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von einer nahegelegenen Trafostation wurde ein Anschluss mit 124 kW in die Tiefgarage verlegt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Am Übergabepunkt vor der Wohnanlage konnte die Feuerwehr im Notfall den Strom abschalten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Testzeitraum umfasste 16 Monate von Dezember 2019 bis März 2021. (Grafik: Netze BW)
  • Die schematische Darstellung der gesamten Anlage. (Grafik: Netze BW)
  • Im Mittel luden weniger als fünf Fahrzeuge gleichzeitig. (Grafik: Netze BW)
  • Mit Hilfe eines Lademanagements lassen sich Belastungsspitzen vermeiden. (Grafik: Netze BW)
In einer Tiefgarage in Tamm hat der Netzbetreiber Netze BW das Laden von Elektroautos getestet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Insgesamt zeigt der Test, dass die Stromnetze durch eine stärkere Verbreitung von Elektromobilität nicht so schnell an ihre Grenzen kommen werden. Mit Hilfe eines Lastmanagements steht sogar bei schwachen Hausanschlüssen noch genügend Strom zur Verfügung, um den Ladebedarf zu decken. Eine zusätzliche Spitzenglättung durch den Stromnetzbetreiber, wie aktuell von der Bundesregierung diskutiert wird, dürfte dann nur in den wenigsten Fällen erforderlich sein.

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Für Eigentümer von Tiefgaragen, die ihre Stellplätze elektrifizieren wollen, sind die Ergebnisse des Tests ebenfalls eine positive Nachricht. Eine teure Nachrüstung des Hausanschlusses dürfte sich in vielen Fällen vermeiden lassen. Zumal davon auszugehen ist, dass fast vollständig elektrifizierte Tiefgaragen und Parkplätze wie in Tamm erst in fünf bis zehn Jahren erforderlich sein werden. Bis dahin ist die Akkutechnik möglicherweise schon deutlich weiter fortgeschritten. Dann könnte die heimische Ladestelle nicht mehr so wichtig sein wie heute.

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 Testprojekt in Tiefgarage: So wenig Strom brauchen Elektroautos
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MaceWindu 10. Mai 2021 / Themenstart

Das Parkplatz-Thema, hätte gerne ein Elektroauto, doch bei Mietwohnungen in der Stadt...

sambache 27. Apr 2021 / Themenstart

Ja, genau, die Ausrede hat das Finanzamt noch nie gehört ;-) Aber du hast recht, wenn...

jpk1337 26. Apr 2021 / Themenstart

Die Kraftwerkskapazitäten reichen JETZT aus. Aber nicht mehr dann wenn man den...

marcometer 26. Apr 2021 / Themenstart

Alle 58 Ladepunkte hatten ein passendes Fahrzeug dazu. Die Fahrzeuge, Ladepunkte und der...

TrollNo1 26. Apr 2021 / Themenstart

In welcher Welt ist der Strom von der EnBW umweltfreundlich?

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