Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Testlauf: Wie SAP mit KI-Agenten eine Firma führen will

LLMs liegen mit ihren Antworten oft falsch. Dennoch will SAP im Unternehmen KI-Agenten einfach machen lassen.
/ Achim Sawall
3 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
SAP-Chef Klein auf der Sapphire 2026 in Orlando (Bild: SAP / Screenshot: Golem)
SAP-Chef Klein auf der Sapphire 2026 in Orlando Bild: SAP / Screenshot: Golem

Während LLMs bei Antworten auch ungesicherte Daten nutzten, könnten KI-Agenten im Unternehmen auf eindeutige Angaben zugreifen. Das sagte SAP-Sprecher Björn Emde Golem auf Anfrage.

Jahrzehntelang lieferte SAP den weltweit größten Konzernen die Software, um Betriebsabläufe zu steuern. Auf der Sapphire 2026 im Mai in Orlando hat SAP das "autonome Unternehmen" vorgestellt, bei dem Prozesse eigenständig mit KI-Agenten ablaufen sollen, die operative Aufgaben End-to-End erledigen. Sie sollen Arbeitsabläufe im Finanzwesen, Beschaffung, Personalwesen, Lieferketten und Kundenservice orchestrieren.

Doch KI ist unzuverlässig. Selbst Googles Bezahlversion Gemini Pro kann weder den billigsten Flug nach Los Angeles heraussuchen noch einen Zeitungsartikel fehlerfrei zusammenfassen.

Emde sagte dazu: "Auf die Datenbasis kommt es gerade an. Im Internet frei verfügbare Daten sind volatil und in großer Menge vorhanden. Sie sind selten verifiziert und nicht konsistent, beziehungsweise inkonsistent und bisweilen falsch." Wenn man einen Agenten über die internen SAP-Daten aus dem eigenen ERP laufen lasse, gebe es keine Ambiguität.

Bei eindeutigen Daten ist das schon anders

Da gehe es nicht um die richtige Interpretation von Texten oder die Erkennung und das Verstehen der Schwerpunktsetzung. "Bei eindeutigen Daten ist das schon anders, das läuft viel mathematischer, aber auch nicht mit den klassischen LLM, die auf Texte spezialisiert sind. Die neueste Ausbaustufe von Claude professionell ist da zum Beispiel schon sehr viel geeigneter und verlässlicher. Aber es braucht eine sehr gute Datenbasis als Foundation", erklärte Emde.

Beispiele für Assistenten in verschiedenen Unternehmensbereichen könnten beispielsweise den Quartalsabschluss, den Einkauf von Dienstleistungen und Produkten oder eine Kampagne abwickeln.

"Diese Assistenten wurden im Mai vorgestellt und mit einigen Kunden befinden sie sich in der Planung beziehungsweise im Testbetrieb", sagte Emde.

SAP hatte Ende Mai die Business AI Platform eingeführt. Sie vereint die SAP Business Technology Platform, die Business Data Cloud und KI-Dienste. Im Mittelpunkt steht der SAP Knowledge Graph – eine semantische Ebene, die darauf ausgelegt ist, Beziehungen zwischen Geschäftsobjekten, Arbeitsabläufen und operativen Systemen im gesamten Unternehmen abzubilden. Zudem wurde die Plattform Joule Studio vorgestellt, eine KI-native Umgebung für die Entwicklung von Enterprise-Agenten und orchestrierten Arbeitsabläufen.

Das Unternehmen stellte zudem die SAP Autonomous Suite vor, die mehr als 50 Joule-Assistenten und über 200 spezialisierte KI-Agenten umfasst. Im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Copiloten, die vorwiegend Empfehlungen liefern, können diese Agenten operative Arbeitsabläufe direkt ausführen.


Relevante Themen