Test-Video Civ 5 Gods and Kings: Plan B mit Spionage, Religion und Steampunk


Nach dem Abgang des führenden Designers Jon Schaffer (hauptverantwortlich für Civilization 5) übernahm Ed Beach bei Firaxis die beliebte Rundenstrategieserie. Unter seiner Leitung ist die Erweiterung Gods and Kings entstanden, mit der die Religionen, Spionage, eine überarbeitete KI sowie neun zusätzliche Zivilisationen in Civilization 5 dazukommen.
Der rundenbasierte Mix aus Städteverwaltung, Expansion und Menschheitsgeschichte wird vor allem durch die elf neuen Religionen durcheinandergewirbelt. Als zusätzliche Ressource muss der Spieler neben Gold, Nahrung, Kultur und Wissenschaft in Gods and Kings auch Glauben sammeln. Wird ein gewisses Maß an Glauben erreicht, erscheint ein schnödes Textfenster, in dem ausgewählt wird, durch welche Eigenschaft sich die eigene Religion auszeichnen soll. Der Tanz der Aurora bringt beispielsweise einen Glaubenspunkt auf Wüstenfeldern, die Göttin der Liebe erhöht die Zufriedenheit der Zivilisation um einen Punkt, sobald eine Stadt sechs oder mehr Einwohner hat.
Mit der Geburt des ersten Großen Propheten kann der Spieler etwas später eine eigene Religion gründen. Der Name ist nicht wie in Civilization 4 vorgegeben, sondern kann frei erfunden werden. Die Symbole der Religionen ähneln jedoch denen der echten Welt und sind in Schwarz-Weiß gehalten. Bei der Religionsgründung werden zwei weitere Eigenschaften aus einem neuen Menü ausgewählt, später im Spiel ist es möglich, weitere drei Eigenschaften zu bekommen, sofern die Religion mächtig genug wird.










Spieler sollten sich bei der individuellen Erstellung ihrer Religion genug Zeit lassen, denn die Eigenschaften sind sehr nützlich und können ohne Frage spielentscheidend sein. So erhält der Spieler durch die Eigenschaft Einführungsrituale zum Beispiel 100 Gold, sobald eine Stadt seinem Glauben beitritt. Die Eigenschaft Pilgerfahrt bringt pro einzelnem Anhänger einen Glaubenspunkt pro Runde. Mit Glaubenspunkten können unter anderem ganze Armeen und Gebäude günstig eingekauft werden. Meistens werden sie jedoch in Missionare und Inquisitionseinheiten gesteckt, die für die koordinierte Verbreitung des Glaubens notwendig sind.
Eine Stadt kann dabei immer nur eine primäre Religion haben. Sobald eine andere Religion in der Stadt mehr Gläubige hat, wechselt sozusagen die Stadtreligion auf die der Mehrheit.
Spione kehren zurück und Fazit
Das Spionagesystem funktioniert in Civilization 5 ganz ähnlich wie in früheren Teilen der Serie. In einem Fenster werden die Spione aufgelistet und können in eine der bereits bekannten Städte oder Stadtstaaten geschickt werden. Dort beeinflussen sie entweder politische Entscheidungen, klauen Technologien oder geben die Strategie der Computergegner preis. Nach erfolgreichen Missionen steigen sie in Levels auf, können bei Misserfolg aber auch getötet werden. Stadtbesitzer können sich durch mehrere Spezialgebäude wie dem Polizeirevier vor Spionage schützen. Durch Mehrspielerpartien schleichen sich Spione übrigens nicht, sie sind nur im Einzelspielermodus verfügbar.

Um die neuen Systeme zu erlernen, eignen sich die drei mitgelieferten Szenarios ganz ausgezeichnet. Uns hat vor allem das Steampunk-Szenario sehr gut gefallen, in dem es darum geht, als ehrenwerter Gentleman drei von fünf möglichen Titeln zu erhalten. Einen Titel gibt es beispielsweise für die größte Industriestadt, einen anderen für die modernste Luftschiffflotte. Auch die anderen zwei Szenarien, "Der Fall Roms" und "In die Renaissance", sind sehr spielenswert und bieten einzigartige Siegbedingungen.










Civilization 5 Gods and Kings erscheint am 22. Juni für Windows-PCs und kostet knapp 30 Euro. Die Erweiterung hat von der USK eine Freigabe ab 12 Jahren bekommen und nutzt Steam als Kopierschutz sowie den Steam Workshop für Mods.
Fazit
Gods and Kings macht Civilization 5 – verglichen mit der Urfassung von 2010 – komplexer. Es macht viel Freude, mit den verschiedenen Glaubensboni der Religionen zu experimentieren und die Spione sind gern gesehene Rückkehrer. In der Erweiterung stecken zudem viele neue Möglichkeiten und Strategien, die Spieler auf dem Weg zum Herrschafts-, Kultur-, Wissenschafts-, Diplomatie- oder Zeitsieg nutzen können.
Wer das Hauptspiel bisher kaum gespielt hat und auf die Religionen wenig Wert legt, kann auf Gods and Kings auch verzichten. An der Präsentation der Neuerungen hätten die Entwickler zudem noch etwas feilen können. Die wichtigen Informationen werden nur in eintönigen Textwüsten vermittelt und Spieler müssen einiges auswendig lernen oder ständig nachlesen, um nicht den Überblick zu verlieren. Dennoch ist Gods and Kings eine sehr routinierte Erweiterung für Spieler, die Civ 5 bereits einige Dutzend Male gemeistert haben. Für sie stehen Dank Gods and Kings die Tore für "Nur noch eine Runde..." wieder ganz weit offen.