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Test-Video Alan Wake American Nightmare: Schießen statt Gruseln

Download statt Handelsversion, Action statt Grusel: "American Nightmare" setzt das düstere Alan Wake fort – allerdings ganz anders, als es viele Spieler des ersten Teils erwartet und erhofft haben dürften.
/ Thorsten Wiesner
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Alan Wake's American Nightmare (Bild: Golem.de)
Alan Wake's American Nightmare Bild: Golem.de
Alan Wakes American Nightmare - Test
Alan Wakes American Nightmare - Test (03:02)

Schon lange vor der Veröffentlichung bemühten sich die Entwickler von Remedy, die Unterschiede zwischen American Nightmare und dem ersten Alan-Wake -Titel herauszustellen. Zu Recht: Wer eine direkte Fortsetzung erwartet, wird enttäuscht. Geboten wird vielmehr eine andere Variante der Reihe – mit neuen spielerischen Schwerpunkten, veränderten Schauplätzen und einer Handlung, die direkt an die letzte Alan-Wake-Erweiterung "The Writer" anknüpft.

Alan Wake ist diesmal in Night Springs unterwegs, einer unscheinbaren und nicht sonderlich einladenden Kleinstadt irgendwo in den USA. Probleme gibt es aber auch dort: Ein böser Doppelgänger namens Mr. Scratch macht Wake ebenso das Leben schwer wie diverse andere Bösewichte und üble Kreaturen. Zwar ist es durchaus spannend herauszufinden, was hinter Alans Alter Ego steckt, was ihn zu seinen mörderischen Taten treibt und wo überhaupt die Grenze zwischen Realität und Fiktion verläuft.

Die Story erreicht trotzdem nicht ansatzweise die Tiefe und Spannung des ersten Teils und wirkt wegen der vielen Zeitsprünge oft wirr. Die Wechsel in der Zeitebene haben noch einen weiteren unangenehmen Effekt: Die gleichen Plätze werden immer wieder besucht – und auch wenn dann etwas anderes zu tun ist, enttäuscht und langweilt diese Wiederverwertung von Szenarien.

Spielerische Vorteile und Fazit

Spielerisch hingegen wurde deutlich nachgebessert – die Bedienung auf der Xbox 360 geht jetzt intuitiver und besser von der Hand, was dem actionlastigen Spielprinzip zugutekommt. Alan ist wieder mit seiner Taschenlampe unterwegs, mit der er Gegner aus der Finsternis reißt und so verwundbar macht. Danach darf der Spieler ihnen mit diversen Schusswaffen auf den Leib rücken, wobei das Waffenarsenal im Spielverlauf immer weiter aufgerüstet wird. Statt düsteren Survial-Horror-Momenten, in denen es darum geht, mit letzter Kraft sein Leben zu retten, ist Alan diesmal selber Antreiber – nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung wird der direkte Kampf gesucht. Die Szenerien entsprechen diesem Ansatz: Statt enger und düsterer Wälder sind es nun beispielsweise frei begehbare große Wüstenareale, in denen agiert wird.

Für die Kampagne werden etwa fünf Stunden benötigt. Danach ist das Spiel allerdings nicht vorbei: Im unterhaltsamen "Fight Till Dawn"-Modus gilt es, in Zehn-Minuten-Schichten einem feindlichen Ansturm nach dem anderen Herr zu werden und zahllose Kontrahenten zu erledigen. Einen Multiplayer- oder Koop-Modus gibt es leider nicht.

Alan Wake's American Nightmare ist zum Download für die Xbox 360 via Xbox Live Arcade erhältlich und kostet 1.200 MS-Punkte. Gerüchte über eine PC-Umsetzung wurden von den Entwicklern bisher weder dementiert noch bestätigt.

Fazit

Ganz anders und trotzdem gut: American Nightmare ist weit von der gruseligen Spannung und dichten Atmosphäre des ersten Titels entfernt. Wer darauf vorbereitet ist, bekommt allerdings ein spannendes und für einen Downloadtitel auch technisch hervorragendes Spiel geboten, das trotz kleinerer Mängel bei der Handlung und der Wiederholung von Schauplätzen überzeugt.


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