Test-Video 3DS XL: Nintendos Großer ist schwerer, schöner und besser

Die zwei vergrößerten Bildschirme sind die auffälligsten Merkmale des Nintendo 3DS XL. Gegenüber dem 3DS der ersten Generation sind die Displays um 90 Prozent größer und das obere, stereoskopische Display hat nun die gleichen Maße wie das der Playstation Vita.
Die Auflösung ist mit 800 x 240 Pixeln gleich geblieben. 3DS-Spiele wirken daher etwas gröber als auf dem 3DS. Vorteile bietet das vor allem beim Erkennen von Details. Am meisten profitieren alte Nintendo-DS-Spiele. Während Professor Layton und die Schatulle der Pandora auf dem 3DS in nativer Auflösung kein Spaß ist, bietet der 3DS XL selbst für fummelige Eingaben mit dem Stylus ausreichend Platz.
Der Bildschirm rastet auf zwei Stufen mit einem gut hörbaren Klick fest ein. Auch der 3D-Slider hat jetzt einen fühlbaren Widerstand. Allerdings gibt es bei aktiviertem Stereo-3D keine leuchtende Anzeige mehr. Die Buttonleiste unter dem Touchscreen besteht beim 3DS XL aus echten Knöpfen.
Das analoge Slidepad hat Nintendo ebenfalls verändert. Es ist an der Daumenmulde weniger kantig und etwas weicher. Ansonsten sind die Knöpfe genauso wie die des normalen 3DS. Das verwendete Material ist aber nicht lackiert, sondern aus normalem rauen Plastik und damit weniger anfällig für Fingerabdrücke. Für Eingaben mit dem Stylus müssen Nutzer nicht länger hinter das Gerät greifen, sondern ziehen diesen aus der rechten Gehäuseseite.
Schwerer und ohne Netzteil
Durch die gestiegenen Maße des 3DS XL ist für den linken Daumen etwas mehr Platz. Dadurch gelingen Eingaben mit dem Steuerkreuz besser. Der großzügige Touchscreen kann ebenfalls leichter mit dem Finger bedient werden.
Mit 337 Gramm ist der 3DS XL gut ein Drittel schwerer als das Vorgängermodell (234 Gramm). Außerdem ist er 24 Millimeter breiter und 17 Millimeter tiefer. Die Höhe hat sich nur geringfügig geändert. Im geschlossenen Zustand sind die Bedienungselemente und Displays nicht mehr so gut vor Staub geschützt, da die beiden Klapphälften vom 3DS XL nicht bündig aufeinander schließen.
In Deutschland verkauft Nintendo sein neues Handheld ohne Netzteil. Auf Anfrage von Golem.de sagte das Unternehmen, dass es dadurch den Verkaufspreis niedrig halten wolle. Alte Netzteile des DSi, DSi XL und 3DS passen auch beim 3DS XL. Wer von einem dieser Geräte auf das neue Handheld wechselt, kann durch das vorinstallierte Migrationstool seine Daten und Spiele mitnehmen – bis zu fünfmal ist das insgesamt möglich. Die gesicherten Daten liegen beim 3DS XL auf einer 4 Gigabyte großen, mitgelieferten SD-Speicherkarte.

Der Nintendo 3DS XL soll am 28. Juli 2012 in Deutschland erscheinen. Onlinepreise schwanken zwischen 180 und 200 Euro. Der 3DS der ersten Generation bleibt weiterhin für 170 Euro im Handel. Das 3DS-Zubehör Circle Pad Pro soll später in einer größeren XL-Variante erscheinen, sich aber technisch nicht verändern.
Fazit
Der 3DS XL gefällt uns nicht nur wegen seiner angenehm großen Bildschirme. Auch sonst hat Nintendo ein stimmigeres Design gefunden, das praktische Vorteile hat: Der Stylus ist am richtigen Platz, die Fingerbedienung kinderleicht und das Gerät liegt trotz des höheren Gewichts angenehmer in der Hand. Dabei passt es im Gegensatz zur Playstation Vita noch immer gut in jede Hosentasche. Solange Nutzer nicht einen verbesserten 3D-Effekt oder längere Akkulaufzeiten als beim Vorgänger erwarten, werden sie mit dem 3DS XL sehr zufrieden sein.
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