Test Transistor: Mikro-Handlung und Makro-Kämpfe
"Komm schon – zieh" , sagt die schneidende Stimme ganz am Anfang von Transistor, dem neuen Werk von Supergiant Games(öffnet im neuen Fenster) ( Bastion ). Transistor heißt auch das Schwert, dessen Aussehen an eine Platine erinnert. Aber noch mehr ist merkwürdig an der Waffe: Sie steckt in einem Toten, und wie sich herausstellt, spricht das Schwert – und bittet die Hauptfigur ganz am Anfang, es aus der Leiche zu ziehen.
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Bei der Hauptfigur handelt es sich wiederum um die Sängerin, die just ihre Stimme verloren hat. Das hängt natürlich alles aufs Engste miteinander zusammen. Wie genau, erfährt der Spieler erst nach und nach. Ähnlich wie in Bastion ist die Stimme ein wesentliches Element in Transistor. Sie erzählt die Geschichte, gibt Tipps und macht auch mal einen Witz – und das alles auf eine düstere, erstklassig in Szene gesetzte Art, die einen großen Teil der Faszination von Transistor ausmacht.
Das eigentliche Spiel orientiert sich an Hack-and-Slay-Klassikern. Der Spieler scheucht Red durch die von Hand gezeichneten und animierten Levels der Stadt Cloudbank und vermöbelt mit Transistor und einer Reihe von Spezialangriffen allerlei Angreifer, vor allem Kampfroboter und übersinnliche Wesen. Eine Besonderheit: Damit die nicht wieder zu neuem Leben erwachen, muss der Spieler die Überbleibsel von vielen Gegnern, sogenannte Zellen, einsammeln. Das macht das Geschehen auf dem Kampffeld etwas flotter und taktischer.
Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, bei ausreichend Aktionspunkten eine Art Kampfmakro aufzuzeichnen. Dann wechselt der Hintergrund zu Schwarz, die Feinde bewegen sich nicht mehr, und der Spieler kann in aller Ruhe festlegen, von wo aus Red welchen Angriff auf welchen Gegner ausführt. Sobald er das eingerichtet hat, löst ein Tastaturbefehl das Skript aus.
Makromodus im Kampf und das Fazit
Das grundsätzliche Kampfsystem und auch die Makros sind zugänglich aufgebaut und funktionieren vom Start weg. Für weitere Funktionen, etwa das Skill-System, gilt das nicht. Red sammelt im Lauf des Abenteuers eine ganze Reihe von Fähigkeiten. Es ist schon nicht ganz einfach, die jeweiligen Vor- und Nachteile zu verstehen.
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Die Erklärungstexte sind wenig aussagekräftig, das Menü alles andere als selbsterklärend – ohne ein gehöriges Maß an aktiver Einarbeitung bleibt das Ganze unverständlich.
Transistor ist für Windows-PC und Playstation 4 für jeweils rund 19 Euro erhältlich; die PC-Fassung ist derzeit nur bei Steam zu haben. Beide Downloads sind rund 2,7 GByte groß. Die Sprachausgabe gibt es nur auf Englisch, Untertitel und sonstige Bildschirmtexte stehen auch auf Deutsch zur Verfügung. Die USK hat das Spiel bislang nicht geprüft.
Fazit
Transistor sieht wunderbar durchgestylt aus – es gibt nicht viele Spiele, bei denen Welt plus Effekte plus Animationen ein derart stimmiges Gesamtbild ergeben. Dazu kommen die wie in Bastion irrsinnig gute Sprachausgabe und viele kleine, hübsche Ideen für die Handlung. Auch die Kämpfe machen trotz der nicht ganz punktgenauen Steuerung erst mal Spaß. Dort wird es aber grenzwertig, weil der Spieler von Anfang an zwar drauflos hauen kann, sich aber zusätzlich ohne gute Anleitung etwa in das Skillsystem einarbeiten muss.
Auf dem schmalen Grat zwischen anspruchsvoll und anstrengend ist Transistor leider meist Letzteres. Wenn es einen Modus gäbe, in dem die eigentlich interessante Story linearer heruntererzählt wird und das Kampfsystem deutlich simpler ist – in Transistor würden wir uns dankbar dafür entscheiden. Wer echte Herausforderungen sucht, liegt bei dem Spiel aber genau richtig.
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