Test The Walking Dead 2: Kleines Mädchen, großer Horror

Schon als erwachsener, kräftiger und kluger Mann ist das Überleben in einer Welt voller Untoter kein locker-flockiger Abenteuerurlaub. Ein gewisser Lee war es, der in der ersten Staffel des von Telltale Games(öffnet im neuen Fenster) produzierten Adventures The Walking Dead im Mittelpunkt stand, und der dabei immer auch auf ein kleines Mädchen namens Clementine aufpasste. In der zweiten Staffel ist Clementine immer noch auf der Flucht von den Zombies – aber diesmal ist sie die Hauptfigur und muss ohne ihren Beschützer auskommen.
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Am Anfang der ersten, jetzt erhältlichen Episode mit dem Titel All That Remains merkt der Spieler, dass es trotz der jungen Protagonistin extrem hart zur Sache geht. Die arme Clementine muss sich in teils heftigen Kämpfen gegen ihre Feinde wehren – und damit zurechtkommen, dass nicht jeder Beschützer seinen Job so gut erledigt, wie Lee das in der ersten Folge gemacht hat.









Etwa zur Halbzeit der nur gut eineinhalb Stunden langen Episode lernt der Spieler dann die Personen kennen, die ihm – wahrscheinlich jedenfalls – im weiteren Verlauf des Spieles als Begleiter erhalten bleiben. Auch hier wollen wir nicht zu viel verraten, aber die erste Begegnung könnte harmonischer verlaufen...
Schade, aber angesichts der vielen neuen Personen vielleicht unvermeidlich: Das Personal bleibt zumindest vorerst etwas blass, echtes Mitgefühl mag sich noch nicht einstellen.
Einige Konflikte zeichnen sich trotzdem ab und über weite Strecken ist All That Remains tatsächlich fesselnd. Wer die erste Staffel gespielt hat, kann übrigens seine Savegames importieren, was ein paar Auswirkungen auf die Handlung hat. Übrigens raten wir generell dazu, erst The Walking Dead zu spielen – zwar ist zumindest der uns bekannte Anfang von den neuen Abenteuern auch so verständlich, aber kleinere Anspielungen gehen eben doch ins Leere.
Verfügbarkeit und Fazit
Beim eigentlichen Gameplay hat sich gegenüber Teil 1 so gut wie nichts geändert: Nach wie vor bietet The Walking Dead eine Mischung aus selbstablaufenden und interaktiven Sequenzen, in denen der Spieler in Quicktime-Manier kämpft und Entscheidungen trifft, und mit Dialogmenüs seine Antworten in Gesprächen auswählt. Dazu kommen einfachste Point-and-Click-Rätsel mit den im Inventar abgelegten Gegenständen.
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Die gesamte zweite Staffel von The Walking Dead kostet bei Steam rund 23 Euro; derzeit ist nur eine Version mit englischer Sprachausgabe und englischen Untertiteln erhältlich, allerdings ist die Sprache sehr gut verständlich.









Das Programm ist weltweit ab heute für PC, die Xbox 360, in den USA auch für die Playstation 3 erhältlich; wann es hierzulande für die Sony-Konsole erscheint, steht noch nicht fest. Für iOS-Geräte soll es diese Woche erscheinen. Die USK hat noch keine Altersfreigabe für das Programm abgegeben, wahrscheinlich würde die wie bei der ersten Staffel bei 18 Jahren liegen.
Fazit
Trotz der jungen Hauptfigur Clementine ist zumindest die erste Episode von The Walking Dead 2 nur etwas für hartgesottene Spieler. Schock- und Horrorfaktor sind vom Start weg ziemlich hoch – es wird interessant sein zu sehen, wie Telltale das in den nächsten Episoden noch steigern kann.
Die neuen Figuren wirken noch sehr fremd, aber das ändert sich im Spielverlauf hoffentlich noch – trotzdem wäre es vielleicht besser gewesen, nicht gleich so viel frisches Personal vorzustellen.
Beim Spielprinzip, der Grafik und dem ganzen Rest hat sich außer spürbar weniger Rucklern zum Glück wenig getan. Für Fans des Genres und der Serie ist The Walking Dead 2 eine klare Empfehlung. Einsteiger sollten sich allerdings unbedingt zuerst mit der ersten Staffel beschäftigen.