Test Star Wars Commander: Die dunkle Seite der Monetarisierung

Als Betreiber eines kleinen Außenpostens auf Tatooine haben wir es nicht leicht. Die ständigen Angriffe der Sandleute, dazu die Wirren der stellaren Großpolitik – kein Wunder, dass wir uns in Star Wars Commander nach ein paar Trainingseinsätzen dem Imperium oder den Rebellen anschließen. Das Mobile Game lässt uns dann in einer Kampagne gegen die jeweils andere Seite und im Multiplayermodus gegen menschliche Spieler kämpfen.

Das läuft in zwei Stufen ab. Zum einen baut der Sternenkrieger seine Basis und produziert dort die bestmöglichen Truppen, Panzer und Schiffe; ab und zu muss die Station übrigens auch verteidigt werden. Zum anderen wechseln wir in den Kampfmodus und platzieren dort Kampfverbände durch das Antippen der Landschaft so, dass sie feindliche Stellungen zerstören oder einen vorgegebenen Teil der Stadt in Grund und Boden bomben. Diese Einsätze dauern normalerweise um die zwei bis drei Minuten und lassen sich auch vorzeitig abbrechen.








Commander fährt fast vom ersten Moment an einige der größten Star-Wars-Helden auf: Han Solo kämpft selbst, Prinzessin Leia oder Darth Vader erteilen uns Befehle. Auf dem Schlachtfeld ziehen Wookiee-Krieger oder, auf der anderen Seite, imperiale Sturmtruppen für uns in die Schlacht. Dazu scheppert der legendäre Soundtrack von John Williams aus den Lautsprechern.
Das Programm ist zwar grundsätzlich kostenlos, dürfte den meisten Spielern aber langfristig nur mit dem Einsatz echter Euro Spaß machen. Ohne kostenpflichtige grüne Kristalle gibt es nach der Anfangsphase absurd lange Wartezeiten. Bis zur Fertigstellung einfacher Einheiten etwa müssen wir ein paar Minuten Daumen drehen. Bis zur Erweiterung unseres Hauptquartiers vergehen schon mal geschlagene vier Stunden. Da hilft es wenig, dass uns das iPhone auf Wunsch benachrichtigt, wenn die Zeit vorbei ist. Maximal können Spieler 14.000 Kristalle kaufen – das reicht dann zwar eine Weile, schlägt aber auch mit knapp 90 Euro zu Buche.
Obi-wan Kenobi und das Fazit
Neben den Micropayment-Angeboten gibt es auch immer wieder den Versuch, uns zum Teilen unserer Abenteuer auf Facebook zu überreden. Nett: Ein bisschen subtile Kritik an Social Media ist sogar im Programm zu finden, indem die Entwickler dem weisen Obi-wan Kenobi für die Ablehnung der Abgabe einer Bewertung die Worte "Eure Tricks funktionieren bei mir nicht" in den Mund legen.








Star Wars Commander ist für iPhone und iPod Touch ab iOS 6.0 als rund 57 MByte großer Download(öffnet im neuen Fenster) erhältlich. Offiziell stammt das Programm übrigens von Lucasfilm, einer Tochter des Medienkonzerns Disney. Die Bildschirmtexte sind gut übersetzt, die Sprachausgabe ist auch hierzulande in Englisch zu hören – wobei die Entwickler nicht den echten Harrison Ford als Stimme für Han Solo ans Mikrofon gebeten haben, sondern einen Schauspieler mit ähnlicher Stimme.
Das Programm hat derzeit kleinere Bugs, etwa fehlerhaft eingeblendete Schaltflächen. Eine Version für Android soll später erscheinen, einen Termin dafür gibt es noch nicht.
Fazit
Commander wäre auch ohne Star Wars ein durchaus unterhaltsames Strategiespiel für unterwegs. Die Missionen sind kurzweilig, der Basisbau ist eine gute Mischung aus komplex und simpel, die Multiplayeroptionen sind gelungen. Die nett in Szene gesetzten Sternenkrieger-Elemente werten das Ganze spürbar auf – schön, dass vor allem klassische Figuren wie Han Solo und Chewbacca im Mittelpunkt stehen.
Ein Minus stellt die Monetarisierung dar: Die Wartezeiten für Gratis-Spieler sind viel zu lang und die Preise eine Frechheit, die ständigen Hinweise auf Facebook und die Zahlungsoptionen zerstören die Stimmung. Schade, dass es Commander nicht wenigstens optional für ein paar Euro als Komplettversion ohne derlei Ärgernisse zu kaufen gibt!