Test Star Trek Das Videospiel: Kirk und Spock mit Kommunikationsproblemen

Die Handlung des neuen Star-Trek-Spiels spielt zwischen dem letzten und dem aktuellen Kinofilm "Into Darkness" und handelt von der Schurkenspezies Gorn. Die will die Vorherrschaft in der Galaxie an sich reißen und macht damit der Enterprise, den Vulkaniern und vielen anderen das Leben schwer. Sonderlich spannend ist die Story aber nicht – sie dient im Grunde nur als Vorwand für Actionsequenzen auf Raumschiffen, Raumstationen oder auch mal einer Planetenoberfläche wie Neo-Vulkan.
Passend zum actionlastigeren Filmgeschehen ist auch der Spielablauf einfach und direkt gehalten, schießen, decken und sprinten ist angesagt. Wer als Sternenflottenkapitän strategische Entscheidungen mit weitreichenden Auswirkungen treffen möchte, ist hier definitiv fehl am Platz.
Die im Grunde einzige Entscheidung ist gleich zu Beginn zu treffen: Der Spieler entscheidet sich für den rauflustigen Kirk oder den etwas behutsamer vorgehenden Spock. Der jeweils andere Charakter wird entweder von einem Freund im Online-Koop bedient oder im Offline-Modus von der KI übernommen. Viele Aufgaben im Spiel setzen auf Kooperation; ständig müssen beide zusammen etwa Türen aufstemmen oder dem anderen Deckung geben.
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Wer offline spielt und sich auf den KI-Kollegen verlässt, wird allerdings oft frustriert fluchen – der Partner schafft es immer wieder, sich direkt im Kugelhagel der Kontrahenten zu postieren, in großen Gefechten sofort zu sterben und dann auf Heilung durch den Partner zu warten oder sich so dämlich in engen Durchgängen oder Toren zu platzieren, dass ein Vorwärtskommen massiv behindert wird.










Die eigentliche Spielmechanik ist simpel – Gegner abschießen oder betäuben, sich von hinten anschleichen und Kontrahenten mit dem Vulkanier-Griff ausschalten, Konsolen hacken, Schalter umlegen oder die Umgebung scannen und so neue Bereiche freischalten – fast alles ist mit wenigen Knopf- oder Tastaturaktionen möglich, manchmal muss gar schnell hintereinander immer auf die gleiche Taste gehämmert werden.
Von Deckung zu Deckung ins Fazit
Die unterschiedlichen Waffen lassen sich im Spielverlauf nach und nach aufrüsten. Zwischendrin warten einige kleinere Sprungpassagen, kleine und recht fummelige Geschicklichkeitsrätsel und immer wieder Momente, in denen sich Kirk und Spock unter Dauerbeschuss befinden und von Deckung zu Deckung hechten müssen. Gerade diese Passagen sind oft äußerst frustrierend, da sich die PC-Steuerung als sehr hakelig erweist; wenn unter Zeitdruck zur nächsten Deckung gerannt werden soll, aber die beiden mal wieder an einem Vorsprung hängenbleiben oder einfach auch nach mehrfachem Tastendruck nicht ihren Platz verlassen, frustriert das erheblich.
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Der Spielablauf ist komplett linear, wird durch häufige Zwischensequenzen, Explosionen und Schauplatzwechsel aber etwas aufgelockert. Die komplett englische Sprachausgabe ist gelungen – die gewohnt selbstbewussten Sprüche von Kirk und die reserviert-analytischen Aussagen von Spock spiegeln die Charaktere glaubwürdig wider, auch der Rest der Crew ist gut getroffen. Optisch ist das Ganze hingegen bestenfalls durchschnittlich und hat zudem einige Clipping-Fehler. In einem Testgefecht fielen wir durch ein unsichtbares Loch ins Nirgendwo, in dem Freund und Feind nicht mehr zu sehen waren; da half dann nur ein Neustart des Levels vom letzten, immerhin fair verteilten Speicherpunkt.
Star Trek: Das Videospiel ist für PC, Playstation 3 und Xbox 360 im Handel erhältlich und kostet für Konsolen 60, für den PC 40 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten.
Fazit
Das in Ontario ansässige Studio Digital Extremes hat schon deutlich bessere Arbeit abgeliefert (Multiplayer von Bioshock 2). Die hakelige Steuerung, die aufgesetzten Koop-Elemente und die sich schnell wiederholenden Abläufe und Aufträge machen aus Star Trek: Das Videospiel zwar kein echtes Ärgernis, aber auch kein empfehlenswertes Spiel.



