Test Space Run: Paketbote im Weltall
Buck Mann ist eine Art Paketbote der Zukunft: Mit seinem Raumschiff transportiert er Waren quer durch die Galaxie. Stau und volle Straßen hat er nicht zu befürchten, dafür lauern andere Gefahren: Asteroiden machen ihm das Leben ebenso schwer wie Cyber-Piraten, empfindliche Ladung und Bossgegner mit riesigen Raumgleitern. Gut, dass er sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt – und einen vorlauten Bordcomputer als Begleitung dabei hat.

Space Run von Passtech Games(öffnet im neuen Fenster) präsentiert sich als recht untypischer Genremix. Die seitlich scrollende Ansicht lässt an einen Shooter im R-Type-Stil denken, gesteuert und geballert wird hier allerdings nur indirekt, indem Geschosse auf dem Raumschiff platziert und ausgerichtet werden, die dann im Ernstfall automatisch das Feuer eröffnen.
Der Rest ist vor allem Strategie. Das Raumschiff besteht aus sechseckigen aneinanderhängenden Modulen, die erweitert und verändert werden können. Aus dem Bau- und Waffenmenü werden verschiedene Aktionen ausgewählt, etwa die Anfertigung einer neuen Schubdüse, die das Schiff schneller macht, oder das Anbringen zusätzlicher Abwehrgeschütze.
Da es aber nicht nur darum geht, schnell und möglichst unbeschadet die Strecken zu passieren, muss bei der Auswahl der Lieferantenaufträge und der Platzierung der Waren und Passagiere gut aufgepasst werden. Manche Dinge können oder wollen nicht am äußeren Rand positioniert werden, andere Fracht ist explosiv und im möglichen Kampf somit besonders gefährdet. Die einzelnen Transportpassagen können dann schnell zu einem recht stressigen Unterfangen werden.
Linux und Mac geplant, Fazit
Das liegt daran, dass vor allem im späteren Verlauf das immer größer werdende eigene Schiff nicht nur vor, sondern auch während des jeweiligen Einsatzes an zahlreichen Stellen bearbeitet und der jeweiligen Situation angepasst werden muss, was pro Feld eine ganze Reihe von Aktionen erfordert. Je nach Streckenverlauf und Gegnerposition müssen Module getauscht und erneuert, neue Kanonen angebaut und ausgerichtet oder Verbesserungen und Reparaturen an den Schilden oder Düsen vorgenommen werden.
Je erfolgreicher die Aufträge absolviert werden, desto besser wird der eigene Ruf – neue Aufträge und Zugang zu besserem Material sind die Folge. Auch zerstörte Gegner lassen wertvolle Schrauben zurück, die eingesammelt und dann in Extras investiert werden können. Das Ganze sieht annehmbar aus – mit teuren und aufwendigen aktuellen Produktionen kann Space Run sicherlich nicht mithalten, die Darstellung sowie die zahlreichen Effekte haben aber durchaus ihren Charme. Ähnliches gilt für die Zwischensequenzen, die unterhaltsame Story und die witzige, mit einigen ironischen Untertönen ausgestattete Sprachausgabe.
Space Run ist aktuell für Windows-PC bei Steam im Rahmen des Summer Sale für 11,24 Euro erhältlich, danach kostet das Spiel wieder 14,99 Euro. Laut Entwickler sind Umsetzungen für Mac OS und Linux derzeit in Arbeit.
Fazit
Die Story und der Hauptcharakter sind sympathisch, der Genre-Mix aus viel Strategie, etwas Handelssimulation und Action durchaus fordernd. Zwar ist die Steuerung teils hakelig und manchmal arten die Missionen einfach in hektisches und nicht mehr wirklich kontrolliertes Aneinanderreihen von Aktionen aus. Trotzdem macht das Spiel über weite Strecken viel Spaß – und ist für einen Indie-Titel, der größtenteils von nur einem Entwickler erschaffen wurde, bemerkenswert komplex.