Grafik und Fazit

Allerdings achtet das Programm darauf, dass wir keine echten Fehler machen und etwa steckenbleiben. Der Modus, in dem wir Gesprächspartner im Detail untersuchen können, stellt uns zwar vor mehrere mögliche Antworten - aber wenn wir uns vertun, müssen wir uns nur den letzten Dialog noch einmal anhören und dürfen dann erneut raten.

Das Spiel verfügt über mehrere Spezialmodi, in denen wir etwa Stichwörter miteinander verknüpfen müssen, um Holmes auf neue Ideen zu bringen - allerdings genügt es, die vier bis sechs Möglichkeiten einfach alle mal anzuklicken, um weiterzukommen. Gelegentlich gibt es herausfordernd gemachte Mini-Denkspiele, die wir auf Wunsch aber auch einfach vom Computer lösen lassen können.

  • Am Tatort stellt Holmes mit einem Polizisten einen Verdächtigen. (Screenshot: Golem.de)
  • Gespräch mit einer trauernden Witwe (Screenshot: Golem.de)
  • Der Spieler kann das Aussehen von Holmes ein Stück weit selbst festlegen. (Screenshot: Golem.de)
  • Im Schwarzweiß-Modus sieht Holmes bestimmte Spuren gelb leuchten. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Areale sind trotz Unreal Engine ziemlich klein. (Screenshot: Golem.de)
  • Zentrales Ermittlungsinstrument ist das Notizbuch. (Screenshot: Golem.de)
Zentrales Ermittlungsinstrument ist das Notizbuch. (Screenshot: Golem.de)

Anders als die früheren Holmes-Spiele von Frogwares basiert das neue Programm nicht auf einer hauseigenen Laufzeitumgebung, sondern auf der Unreal Engine 3. Grafik und Animationen können mit millionenschweren Großproduktionen nicht mithalten, wirken aber in sich stimmig und liebevoll, einige der Gesichter sehen tatsächlich richtig klasse aus. Schade finden wir vor allem, dass wir von London und den anderen Orten wenig zu sehen bekommen, weil wir uns nur in sehr kleinen Umgebungen bewegen.

Sherlock Homes - Crimes and Punishments ist für Playstation 3 und 4, Xbox 360 und One sowie für Windows-PC erhältlich und kostet je nach Plattform rund 40 bis 60 Euro. Das Spiel bietet erstklassige britische Sprachausgabe plus makellos übersetzte deutsche Bildschirmtexte und Untertitel. Die USK hat dem Programm eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.

Fazit

Trotz der interessanten Ermittlungsmethoden braucht man nicht den Intelligenzquotienten eines Meisterdetektivs, um in Sherlock Holmes auf die richtigen Spuren zu kommen und die Verbrechen aufzuklären. So mysteriös die sechs Fälle anfangs wirken: Die eigentliche Knobelarbeit ist nur selten anspruchsvoll - jedenfalls dann, wenn der Spieler keinen Hinweis übersieht, was leider durchaus vorkommen und dann für Frust sorgen kann.

Die wahre Stärke von Crimes and Punishments ist die stimmungsvolle Inszenierung. Das Untersuchen und Analysieren von Gesprächspartnern, die sehr guten Dialoge und auch die sechs Kurzgeschichten selbst fangen die Welt von Sherlock Holmes wunderbar ein. Trotz der kleinen Schwächen sollten Freunde von guten Adventures diesem Spiel also ruhig eine Chance geben.

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 Test Sherlock Holmes: Ein Meisterdetektiv sieht alles
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