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Test Sacred 3: Schnetzeln im Team

Kompakte Missionen, unkomplizierte Action, Fokus auf Koop-Attacken: alles Dinge, die in der Vergangenheit wohl kaum jemand mit Sacred in Verbindung brachte. Teil 3 ist daher eine Enttäuschung für alte Fans der Serie – hat für Einsteiger aber einiges zu bieten.
/ Thorsten Wiesner
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Artwork von Sacred 3 (Bild: Deep Silver)
Artwork von Sacred 3 Bild: Deep Silver

Kein Rollenspiel, sondern eher ein Actiontitel mit Rollenspiel-Elementen: Das Frankfurter Entwicklerstudio Keen Games(öffnet im neuen Fenster) hat außer dem Namen kaum etwas von den alten Sacred-Eigenschaften beibehalten.

Sacred 3 – Trailer (Launch)
Sacred 3 – Trailer (Launch) (01:07)

RPG-Puristen werden jedenfalls nicht viel Bekanntes vorfinden: Es gibt zwar eine Handvoll Heldenklassen wie Seraphim, Ancarierin und Safiri mit speziellen Fähigkeiten, die mit der Zeit hochgelevelt werden, sowie unterschiedliche Waffentypen – wer will kann sich auf Nah- oder Fernkampf-Attacken ebenso spezialisieren wie auf Magie.

Statt einer frei erkundbaren Welt warten aber klar abgegrenzte Haupt- und Nebenmissionen mit überschaubarer Länge auf den Spieler, in denen er sich meist in klassischer Hack-and-Slay-Manier durch Gegnerhorden schnetzeln muss. Nach den Missionen darf man dann Gold in überschaubare Extras und Verbesserungen investieren.

Auch die Story präsentiert sich trotz einer Prise auflockernden Humors einfacher gestrickt als ein Ritterwams: Im ewig währenden Krieg um die Welt Ancaria gilt es, den Aufstieg eines bösen Herrschers und seiner Dämonentruppe zu stoppen – was in unspektakulären Zwischensequenzen erzählt wird und sich als sehr geradliniges Abenteuer entpuppt.

Die Entwickler haben sich bewusst gegen komplexe Menüs, aufwendiges Beutesammeln und viel Zeit im Inventar auf Grund zahlloser Items entschieden. Stattdessen soll möglichst oft und vor allem ohne große Unterbrechung und damit einhergehendem Tempoverlust gekämpft werden.

Ein bisschen Taktik ist auf Grund unterschiedlicher und abwechslungsreicher Gegnertypen durchaus notwendig. Von Söldnern über Zombies bis hin zu mächtigen Endgegnern wartet einiges darauf, attackiert zu werden. Die Angriffsposition spielt auf Grund regelmäßig auftretender Gegnerhorden ebenso eine Rolle wie die ausgerüsteten Waffen, die Fähigkeit, Fallen auszuweichen oder selbst zum eigenen Vorteil zu nutzen und gegnerischen Attacken zu entgehen.

Verfügbarkeit und Fazit

Je nach ausgewähltem Helden und Bewaffnung gestalten sich die Gefechte durchaus unterschiedlich, was den Wiederspielwert ebenso erhöht wie das Freischalten höherer Schwierigkeitsgrade nach dem ersten Durchgang.

Sacred 3 – Trailer (CGI)
Sacred 3 – Trailer (CGI) (01:21)

Sacred 3 legt großen Wert auf Teamplay und bietet einen kooperativen Mehrspielermodus mit dynamischer Drop-in-Drop-out-Funktion für zwei (Offline) beziehungsweise vier Spieler (Online). Dafür sind diverse und teils wirklich gut durchdachte Teamangriffe wie koordinierte Attacken (einer hält, einer schlägt) und Ablenkungsmanöver verfügbar.

Teammitglieder können sich außerdem gegenseitig heilen, aber auch freundschaftlich überbieten – nach jeder Mission wird aufgelistet, wer sich am besten geschlagen hat, was den internen Konkurrenzkampf belebt. Optisch sieht das alles mal schick, mal generisch aus. Die Areale bieten von Mission zu Mission durchaus Abwechslung, die Charaktere hätten dafür ein paar Details mehr vertragen.

Sacred 3 ist für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 in einer sogenannten First Edition im Handel verfügbar, die zusätzlich die Malakhim-Klasse sowie den Underworld-Story-DLC inklusive vier Extramissionen bereithält. Zudem ist der Titel auch in der Standardedition via Steam verfügbar. Das Spiel kostet auf allen Plattformen etwa 50 Euro und hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Fazit

Sacred 3 hat ein gravierendes Problem: den Namen. Der bekannte Serientitel ist hier eher Fluch als Segen, da erfahrene Spieler nicht ansatzweise das bekommen, was sie erwarten. Wer die ersten Teile nicht gespielt hat oder gar von der Sacred-Reihe bisher enttäuscht war, kann hier hingegen Spaß haben. Sacred 3 ist ein unterhaltsamer, unkomplizierter Hack-and-Slay-Actiontitel mit einer leichten Prise Rollenspiel und ein paar Diablo-3-Bezügen, der immer wieder für ein paar kurze Gemetzel gut ist.


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