Test-Roundup: Rivian R2 überzeugt Tester - mit Einschränkungen
Rivian hat in den USA Tester zu ersten Probefahrten mit seinem neuen SUV R2 eingeladen. In den Berichten schneidet das neue Elektroauto(öffnet im neuen Fenster) grundsätzlich gut ab: Vor allem das Handling, das Fahrverhalten auf der Straße und das Design werden gelobt. Die Journalisten finden aber auch einige Punkte, die Rivian noch verbessern könnte – etwa bei der Software.
Den R2 ausprobieren konnten unter anderem Electrek(öffnet im neuen Fenster), Ars Technica(öffnet im neuen Fenster), Engadget(öffnet im neuen Fenster) und The Verge(öffnet im neuen Fenster). Gelobt wird zunächst der Preis: Mit einem Startpreis von 45.000 US-Dollar ist der R2 deutlich günstiger als der R1S, der ab 77.000 US-Dollar startet. Die Qualität der Materialien und die Verarbeitung sollen dennoch gut sein. Die Tester haben eine Version mit höherer Leistung (Performance) getestet, die knapp 60.000 US-Dollar kostet.
Im Design ist der R2 im Grunde eine kleine Version des R1S. Der R2 fährt sich den Testern zufolge sportlicher als der R1S. Das liegt zum einen daran, dass der R2 fast eine Tonne weniger wiegt als der R1S. Zum anderen verwendet der R2 traditionelle Stoßdämpfer und nicht das hydraulische System des R1S, das bei dem schweren SUV offenbar oft an seine Grenzen stößt.
Gutes Fahrverhalten und brachiale Beschleunigung
Vor allem auf Straßen soll der R2 sich besser fahren lassen. In schwierigerem Gelände hingegen soll die Fahrt etwas ruppiger sein als mit dem R1S. Beeindruckt zeigten sich die Tester von der Leistung: Das Performance-Modell beschleunigt in nur 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h, beim Standardmodell sind es 5,9 Sekunden. Das Performance-Modell verwendet zwei Motoren, einen pro Achse mit offenen Differenzialen. Beim Offroadfahren verhindert ein gutes Bremssystem, dass die einzelnen Räder durchdrehen.
Die kleineren Maße empfanden die Tester als angenehm: Der R2 ist 4.715 mm lang und damit 385 mm kürzer als der R1S; er wiegt fast eine Tonne weniger. Dafür hat der Wagen "nur" zwei Sitzreihen und nicht drei. Gelobt werden auch das große zentrale Display und die gut reagierende Software.
Interessant finden die Tester die neuen Haptic-Halo-Regler am Lenkrad, mit denen sich zahlreiche Funktionen steuern lassen. Die Regler bieten aber auch Raum für Kritik: Die unterschiedlichen Funktionsbelegungen können verwirrend sein, zudem fühlen sich die Regler nicht so hochwertig an wie bei anderen Herstellern.
Der R2 ist aber nicht frei von Kritik. Die Tester bemängeln unter anderem, dass Rivian immer noch nicht Android Auto und Carplay unterstützt. Außerdem funktionierte die Sprachsteuerung noch nicht. Das Fahrassistenzsystem überzeugte auf der Autobahn – mit Ausnahme des Spurwechsels -, abseits davon aber eher nicht. So stoppt das System den R2 nicht an roten Ampeln oder Stoppschildern, was US-Fahrer etwa von Teslas gewohnt sind.
Kritisch betrachtet wird auch Rivians Entscheidung, den R2 auf einer 400-Volt-Basis zu bauen. Das dürfte den Preis relativ niedrig gehalten haben, die Ladeleistung von maximal 230 kW empfinden einige Tester verglichen mit der Konkurrenz aber nur als durchschnittlich. Der Akku bei den Testfahrzeugen hatte eine Kapazität von 88 kWh.
Der R2 soll auch nach Deutschland kommen. Wie viel der SUV kosten soll und wann er genau erscheinen wird, ist noch unbekannt. In den USA wird das Fahrzeug ab sofort ausgeliefert(öffnet im neuen Fenster).
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