Test Resident Evil - Raccoon City: Dumme Zombies und doofe Teamkameraden
Nichts Neues für Zombie-Veteranen: Der Umbrella-Konzern hat Mist gebaut, das tödliche T-Virus breitet sich aus, überall bevölkern Untote die Straßen. Aufräumen muss mal wieder der Spieler! Als Teil eines Eliteteams wird er im neuen Teil von Resident Evil nach Raccoon City beordert, um dort sämtliche Beweise zu vernichten, alle Überlebenden zu eliminieren und dem Konzern so seinen vermeintlich guten Ruf zu retten.

Das Team wird im dem Programm von Capcom(öffnet im neuen Fenster) aus unterschiedlichen Experten zusammengestellt, die alle über besondere Fähigkeiten verfügen und so eine Prise Taktik ins Spiel bringen – einen Aufklärer für die Orientierung gibt es ebenso wie einen Experten für schwere Waffen oder eine Sanitäterin. In der vierköpfigen Gruppe geht es dann gegen Horden von Untoten oder gegnerische Soldaten, die häufig in Laboren und den Straßen der Stadt, aber auch mal in anderen Gebäuden wie etwa einem Krankenhaus eliminiert werden müssen. Neben den Gefechten sind immer wieder kleinere Aufgaben zu erledigen – Schalter drücken, Störsender anbringen, Beweise vernichten oder Gegenstände einsammeln. Für erfolgreich absolvierte Abschnitte hagelt es Erfahrungspunkte, die dann gegen verschiedene Extras eingetauscht werden können.
Spaß stellt sich leider trotz der intensiven Action kaum ein. Das liegt unter anderem an der enttäuschenden KI – nicht nur die Kontrahenten, sondern vor allem auch die Teammitglieder verhalten sich im Einzelspielermodus behäbig und sind selten eine wirkliche Hilfe, heilen zu den komischsten Zeitpunkten oder bleiben auch mal vollständig passiv. Selbst die Bedienung der diversen Schusswaffen wie MGs und Schrotflinten ist oft hakelig, und beim Aufheben von Gegenständen muss der Spieler immer wieder mal nachjustieren.
Story und Technik nur Durchschnitt
Die Atmosphäre leidet zudem darunter, dass die Hintergrundgeschichte nur bruchstückhaft erzählt wird. Zwar gibt es Zwischensequenzen und inhaltliche Anspielungen an frühere Resident-Evil-Abenteuer, aber keine stringente Story. Auch die Technik ist nur Durchschnitt – trotz einiger netter Effekte überwiegen ständig gleiche und oft extrem dunkle Szenerien, die zudem immer wieder auch durch unschöne Ruckler beeinträchtigt werden.
Deutlich besser wird Operation Raccoon City im Multiplayermodus – wer mit bis zu drei Freunden durch die Stadt streicht und entweder kooperativ oder gegeneinander in mehreren teils witzigen Modi antritt, kann durchaus Spaß haben. Typische Deathmatch-Gefechte gibt es ebenso wie die Aufgabe, in Capture-the-Flag-Manier eine bestimmte Anzahl von Laborproben einzusammeln. Auch interessant sind der Heldenmodus, in dem bekannte Figuren aus der Serie die Hauptrolle übernehmen, oder der Kampf gegen ein anderes Team um die letzten freien Plätze im Rettungshubschrauber. Die magere Technik und Mängel bei der Bedienung fallen aber auch hier negativ auf – und sorgen dafür, dass Operation Raccoon City nie den Spielspaß etwa eines Left 4 Dead erreicht, von dem sich die Entwickler recht offensichtlich haben inspirieren lassen.
Resident Evil – Operation Raccoon City ist für Xbox 360 und Playstation 3 bereits erhältlich, hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren erhalten und kostet etwa 50 Euro. Für den 18. Mai 2012 ist eine PC-Umsetzung angekündigt.
Fazit
Der Name Resident Evil weckt erneut Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Operation Raccoon City ist kein spannendes Survival-Horror-Abenteuer, sondern ein Online-Team-Shooter – und zwar ein recht mittelmäßiger. Im Einzelspielermodus nerven Technik und KI, der Multiplayermodus kann zwar zumindest vorübergehend unterhalten, auf lange Sicht mangelt es aber an Abwechslung und Motivation. Das hat die Konkurrenz – allen voran natürlich Left 4 Dead – in der Vergangenheit deutlich besser gelöst.
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