Test Plants vs. Zombies Garden Warfare: Frostbite im Blumenbeet
Die feindliche Zombie-Armee ist einfach zu mächtig, also greifen wir als wackeres Erbengemüse bei der Verteidigung unseres Blumenbeetes zum letzten Mittel: der Chili-Granate. Das klingt seltsam? Ist es auch – aber es handelt sich nicht etwa um den Alptraum eines Battlefield-Spielers nach einer schweren Mahlzeit. Sondern um das in der "Welt" von Plants vs. Zombies angesiedelte Multiplayergame Garden Warfare, das vorerst für die beiden Xbox-Konsolen erhältlich ist.

Statt wie sonst im ewigen Krieg zwischen Pflanzen und Zombies auf das Tower-Defense-Spielprinzip zu setzen, erinnert das von Popcap(öffnet im neuen Fenster) entwickelte Programm an klassische Actiontitel, bei denen der Spieler je nach Modus gegen computergesteuerte Feinde oder das andere Team kämpft. In allen Fällen muss dazu aber eine Verbindung zum Xbox Live bestehen, sonst kommt der Spieler nicht über das Hauptmenü hinaus.
Pro Seite gibt es jeweils vier "Klassen". Das Erbsengemüse entspricht einem typischen Fußsoldaten, während die fleischfressende Pflanze auch unterirdisch agieren kann und die Sonnenblume über Heilkräfte wie ein Medic verfügt. Bei den Zombies kann sich der Infanterist mit einem Raketenwerfer in die Höhe schießen, was ihm erstens Überblick und zweitens gute Schusspositionen erlaubt, während der Baseballspieler-Zombie seine Gegner rammen kann.
Durch Erfahrungspunkte lassen sich weitere Spezialfähigkeiten freischalten. Die fleischfressende Pflanze etwa kann dann einen lila Glibber verschießen, der Gegner verlangsamt. Ein wenig Misstrauen löst bei uns der Itemshop aus, mit dem sich im Spiel verdientes Geld über Sammelkarten in neue Ausrüstung investieren lässt. Derzeit lässt sich dort kein echtes Geld ausgeben – aber natürlich könnte Publisher EA das per Patch schnell ändern.
Wer in Garden Warfare alleine antreten möchte, muss im Spielmodus "Gartenkommando" als Pflanze gegen immer stärkere Wellen von untoten Angreifern sein Blumenbeet verteidigen. Das ist auch deshalb gar nicht so einfach, weil sich auf der Gegnerseite irgendwann auch große Oberbosse wie ein Disco-Zombie ins Gefecht werfen. Immerhin lassen sich an vorgegebenen Stellen mehr oder weniger wirkungsvolle Selbstschussanlagen installieren – die von den Gegnern aber mit etwas Pech wieder zerstört werden.
Frostbite und Fazit
In den anderen Modi können bis zu 24 Teilnehmer etwa im Team Deathmatch um die meisten Punkte kämpfen, oder in "Gärten und Friedhöfe" eine Reihe von Gebieten erobern – letztlich ist das die Umsetzung von Domination. Die Balance wirkt etwas unfertig: Wir hatten den Eindruck, dass kaum ein Spieler etwa mit dem langsamen und etwas behäbigen Kaktus antreten wollte.
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Die Gefechte finden auf zehn Karten statt; weitere soll es nach der Veröffentlichung geben. So gut wie alle Umgebungen sind recht farbenfroh in Szene gesetzt. Das Spiel basiert auf der Frostbite-3-Engine, was für vergleichsweise schicke Grafik sorgt. Das gilt besonders auf der Xbox One, wo das Spiel von 900p bei 60 Bildern/Sekunde hochskaliert.
Auf der Xbox 360 gibt es teils Wartezeiten beim Nachladen. Das stört, aber nicht so, dass das Spiel dadurch wirklich beeinträchtigt würde. Die Animationen sind auf beiden Plattformen größtenteils gelungen, aber so dynamisch wie Soldaten in anderen Shootern bewegen sich vor allem die Pflanzen nicht – teilweise wirken die Animationen etwas hölzern.
Garden Warfare ist ab dem 27. Februar 2014 für Xbox One (rund 40 Euro) und Xbox 360 (rund 30 Euro) verfügbar; nur auf der One gibt es einen Splitscreenmodus. Wichtig: Um das Programm nutzen zu können, ist außerdem zwingend eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Xbox Live Gold nötig, die je nach Laufzeit ab rund 5 Euro im Monat kostet.
Etwas später soll das Spiel auch für Windows-PC als Download über Origin erscheinen, die Veröffentlichung für weitere Plattformen ist wahrscheinlich. Das Programm ist gut lokalisiert, inhaltliche Schnitte gibt es keine, die USK-Freigabe liegt bei 12 Jahren.
Fazit
Es tut richtig gut, mal Multiplayermatches ohne Elitesoldaten spielen zu können – und stattdessen in einer kunterbunten Comic-Welt als Sonnenblume oder untoter Baseballspieler anzutreten. Plants vs. Zombies Garden Warfare ist natürlich keine ernsthafte Alternative für die Call of Dutys und Battlefields dieser Welt. E-Sport-Ambitionen stehen unter anderem die etwas hüftsteifen Animationen entgegen und die Tatsache, dass nicht alle Klassen gleich stark oder gleich spaßig sind.
Als locker-lustige Abwechslung für zwischendurch macht das Programm aber Spaß. Insbesondere die etwas fieseren Gags wie das unterirdische Anschleichen der fleischfressenden Pflanze sind für eine gewisse Zeit sehr unterhaltsam.
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